Wireless Noise Cancelling Headset Sony WF-1000XM3

Sony WF-1000XM3 Aufmacher

Testsiegel-SONY WF-1000XM3Mit dem Sony WF-1000XM3 legt der japanische Elektronik-Konzern nach den beiden TWS-Sport-Modellen seinen insgesamt dritten True-Wireless-Kopfhörer vor und baut das Portfolio seiner 1000X-Reihe hiermit um ein neues Modell aus, das Spitzenklang mit einem State-of-the-Art Noise-Cancelling, einer starken Akkuleistung und vielseitiger Funktionalität für unterwegs kombiniert.

In unserem Hör- und Praxistest – so viel sei an dieser Stelle schon einmal verraten – präsentierte sich der neueste True-Wireless-In-Ear von Sony, der für knapp 250 Euro in den Farbvarianten Silber und Schwarz erhältlich ist, von seiner besten Seite.

Bauweise des Sony WF-1000XM3

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Lieferumfang des Sony WF-1000XM3

Der Sony WF-1000XM3 fällt auf Anhieb durch sein längliches, flügelartiges Design auf und wirkt zunächst einmal sehr groß und auffällig. Mit dem matt-schwarzen respektive -silbernen, fein verarbeiteten und zu allen Seiten hin gefällig abgerundeten Kunststoffgehäuse macht der Kopfhörer allerdings einen sehr eleganten und trotz seines Formats so gar nicht klobigen Eindruck.

Dabei verfügen die Hörer des Sony WF-1000XM3 über eine runde Touchfläche als Steuerungselement auf der Außenseite und einen gummierten Fortsatz auf der Innenseite. An diesem sind überdurchschnittlich tief ins Ohr hineinragende Ohrstücke angebracht. Zudem befinden sich ein nach außen und ein nach innen gerichtetes Mikrofon am Hörer, die einer besseren Erfassung von Umgebungsgeräuschen dienen. Das Highlight des WF -1000XM3 aber ist der HD-Prozessor QN1e, der auch in Sonys Over-Ear-Modellen zum Einsatz kommt und digitale Geräuschminimierung, 24-Bit-Audiosignalverarbeitung und einen D/A-Wandler mit einem Kopfhörerverstärker kombiniert.

Die rundum äußerst hochwertige Verarbeitung des Sony WF-1000XM3 zeugt vom Anspruch des Herstellers, einen echten Platzhirsch in seiner Kategorie auf dem Markt platzieren zu wollen und hinterlässt sofort einen bärenstarken Eindruck. Und auch das sehr sauber verarbeitete und mit einem USB-C-Anschluss versehene Ladecase mit seinen starken magnetischen Ladepolen und der Ladestands-Anzeige auf seiner Front trägt zu der insgesamt äußerst positiven initialen Wirkung des neuen TWS-In-Ears von Sony bei.

Bluetooth, Akku und Funktionalität

Der Sony WF-1000XM3 ist mit einem neu entwickelten Bluetooth-5.0-Chip ausgestattet, der Töne gleichzeitig auf beide Ohren überträgt, Videos mit der Kopfhörerwiedergabe synchronisiert, die Profile A2DP, AVRCP, HFP sowie HSP ünterstützt und mit den Codecs SBC und AAC arbeitet.

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Der Sony WF-1000XM3 im Detail

Der starke Lithium-Ionen-Akku des True-Wireless-Hörers ermöglicht mit aktiviertem Active Noise Cancelling laut Herstellerangaben bis zu sechs Stunden und bei ausgeschaltetem ANC bis zu acht Stunden Musikwiedergabe. In Verbindung mit dem mitgelieferten Ladeetui sind sogar bis zu 24 beziehungsweise 32 Stunden drin. Wie immer bei Bluetooth-Verbindungen, kann die kabellose Betriebsdauer je nach Umgebungsbedingungen auch hier in einem gewissen Rahmen variieren. So kamen auch wir im Test mal auf etwas mehr, mal auf etwas weniger als die veranschlagten Werte, die aber im Grundsatz vom Testkandidat bestätigt werden konnten. Dasselbe gilt im Übrigen auch für die Wiederaufladedauer der TWS-Hörer im Ladecase (circa 90 Minuten) und der Ladestation selbst (etwa 3,5 Stunden). Obendrein sorgt die Schnellladefunktion des Sony WF-1000XM3 innerhalb von nur zehn Minuten für 90 Minuten zusätzliche Spielzeit.

Außerdem ist der Sony WF-1000XM3 mit einem Näherungssensor ausgestattet, der erkennt, ob gerade einer oder beide Ohrhörer getragen werden, und die Wiedergabe entsprechend anpasst. So wird die Musik automatisch auf beiden Seiten gestoppt, sobald einer oder beide Hörer aus den Ohren herausgenommen werden, und beginnt ebenso automatisch wieder zu spielen, sobald man den oder die Hörer wieder einsetzt.

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Der True-Wireless-Hörer in der Ladebox

Darüber hinaus lasssen sich mittels der „Sony Headphones Connect App“ Einstellungen am Hörer vornehmen. So können dort etwa die Berührungs- und Umgebungsgeräusch-Steuerung des Hörers individuell angepasst werden. Außerdem lassen sich hierüber jedem Ohrhörer alternative Optionen zuweisen und vieles mehr. Nicht zuletzt soll hier auch nicht unerwähnt bleiben, dass der WF-1000XM3 mit Sonys neuem Musik-Ökosystem 360 Reality Audio kompatibel ist.

Der WF-1000XM3 im praktischen Gebrauch

Im Vergleich zu manch anderem True-Wireless-Kopfhörer ist der Sony WF-1000XM3 zwar ziemlich groß. Dennoch punktet der TWS-In-Ear von SONY dank seiner ergonomischen Dreipunktstruktur und seiner tiefer als alle vergleichbaren Modelle ins Ohr hineinragenden Ohrstücke auch über längere Zeiträume hinweg mit einem angenehmen Tragegefühl. Zudem sorgt er dabei trotz seiner großformatigen Bauweise stets für einen sicheren Halt. So bietet der Sony WF-1000XM3 einen auf den ersten Blick so nicht unbedingt zu erwartenden und daher überraschend hohen Rundum-Tragekomfort.

Der Verbindungsaufbau mit mobilen Zuspielern geht mit dem True-Wireless-Kopfhörer von Sony durch automatisches Pairing bei Herausnehmen der Hörer aus der Ladebox blitzschnell und kinderleicht vonstatten. Außerdem verbindet sich der WF-1000XM3 automatisch mit dem zuletzt gepairten Zuspielgerät – sehr praktisch, das Ganze. Die Bluetooth-Verbindung war dabei im Test stabil bis zu einer Entfernung von 14 Metern und erwies sich damit als noch weiträumiger als vom Hersteller angegeben.

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Der TWS-Hörer blendet Umgebungslärm vorzüglich aus.

Und auch das adaptive Noise Cancelling des Sony WF-1000XM3 ist beeindruckend: So zauberte der Hörer beim Einsatz in der Stadt allerlei ’normale‘ Umgebungsgeräusche je nach Bedarf regelrecht hinweg; verbannte selbst laute Motorengeräusche vorbeifahrender Autos & Co. aus seinem Klangkosmos, in den er den Nutzer unweigerlich hineinzieht. Lediglich dem extrem lauten und durchdringenden Sägegeräusch einer Großbaustelle war dann auch das vom Hersteller für sich beanspruchte „branchenführende Noise Cancelling“ nicht gewachsen – absolut verschmerzbar, wie wir meinen.

Nicht zuletzt gestaltete sich im Praxistest auch das Handling des Sony WF-1000XM3 nach kurzer Eingewöhnungsphase sehr angenehm. Dies zeichnete sich etwa durch ein kinderleichtes Hin- und Herschalten zwischen den drei Betriebsmodi – „Noise Cancelling“, „Ambient Sound“ (Umgebungsgeräusch-Modus) und „Ambient Sound Control Off“ – per kurzem Antippen des rechten Touchsensors aus. Auch die Play/Pause-Funktion per einfachem Antippen sowie das Vor-/Zurückschalten per zwei- beziehungsweise dreimaligem Antippen der Touchfläche des linken Hörers klappte sprichwörtlich ‚mit links‘.

Ebenso ließen sich der praktische „Quick Attention-Modus“ und der Sprachassistent in der Praxis problemlos aktivieren. Und auch das einfache Annehmen und Beenden von Anrufen mittels zweimaligem Antippen des rechten Touchsensors sowie die grundsätzlich hohe Gesprächsqualität, bei denen sich beide Seiten im Telefonat gut verstehen konnten, spricht für den Testkandidat. Jedoch war das Ganze im Test mit einem unerwartet blechernen und leicht rauschenden Ton verbunden, bei dem zusätzlich der Eindruck entstand, der Gesprächspartner sei weit vom Telefon entfernt.

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Lautstärkeregulierung am Zuspielgerät

Dann wiederum wusste der Sony WF-1000XM3 mit seinen deutlich auf Deutsch eingesprochenen Sprachansagen zu Betriebsmodus, Akkustand, etc. zu gefallen, die genauer und deutlicher sind als die Signaltöne und Sprachansagen der Mitbewerber – und schlichtweg sehr praktisch. Auch das magnetische Ladeetui erwies sich nicht nur als äußerst praktisch sowie schon auf den ersten Blick als hochwertig verarbeitet und sehr stabil. Nein, es verfügt zudem über einen starken, über die meisten Mitbewerber erhabenen Magnet, der den beiden Hörern einen bombensicheren Halt bietet. So kann das Case selbst im geöffneten Zustand völlig problemlos falsch herum gehalten werden, ohne dass seiner wertvollen Fracht Absturzgefahr drohen würde. Und das Zwischenladen über die Schnellladefunktion der Ladebox ist unterwegs ohnehin Gold wert.

Ein kleiner Wermutstropfen: Leider ist beim Sony WF-1000XM3, wie beim zuletzt getesteten TWS-Sportkopfhörer JBL REFLECT FLOW, keine Volume-Regelung am Hörer möglich. Daher muss die Lautstärkeregulierung am Zuspieler vorgenommen werden – einer der wohlgemerkt wenigen Punkte, in denen die Mitbewerber wie der Sennheiser MOMENTUM True Wireless, der Master & Dynamic MW07 sowie die günstigeren Modelle Cambridge Audio Melomania 1 und Jabra ELITE 65t (Testberichte folgen) mit ihrer Lautstärkeregulierung direkt am Hörer dem Testkandidat etwas voraus haben.

Mit dem am 26. November 2019 veröffentlichten Firmware-Update hat sich diese Situation geändert: Hiermit ist nun auch eine Lautstärkeregelung direkt am Kopfhörer über den Berührungssensor des WF-1000XM3 möglich.

So klingt Sonys TWS-Kopfhörer

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WF-1000XM3, TWS-Hörer mit Top-Klang

Denn auch in Sachen Klangqualität macht dem Sony WF-1000XM3 so schnell kaum ein vergleichbarer Kopfhörer etwas vor, glänzte Sonys neuestes True-Wireless-Modell in unserem ausführlichen Hörtest doch sowohl mit einer hochaufgelösten und sehr detaillierten Mitten-Abbildung als auch mit seidig weich daherkommenden und kristallklaren Höhen. So ließ er etwa Norah Jones‘ Stimme in ihrem Klassiker „Don’t Know Why“ sehr strahlend zur Geltung kommen und bildete sämtliche Instrumente in Jazzstücken wie Arne Domnérus‘ „High Life“ differenziert und blitzsauber ab.

Lediglich im Bassbereich kam der Testkandidat – etwa im direkten Vergleich mit dem Sennheiser MOMENTUM True Wireless oder dem Master & Dynamic MW07 – nicht ganz so tief herunter und lieferte etwas weniger voluminöse Bässe. Dennoch kann sich auch das solide Bassfundament, das der True-Wireless-Kopfhörer von Sony ungeachtet dessen unter Musik jeglicher Couleur zu legen weiß, mehr als sehen lassen. Dem Slap Bass in Paul Schmids „Personal Power“ oder dem Kontrabass in Silvia Droste „Willow Weep for Me“ etwa verlieh der Sony-Hörer die nötige Kontur. Elektronische Musik wie Trentemøllers „Evil Dub“ erhielt mit dem WF-1000XM3 ebenfalls genügend Schub.

Bei Stücken wie den genannten von Silvia Droste und Paul Schmid zeigte der TWS-Hörer zudem auch seine Impulstreue bei den Saitenanschlägen. Auch bei Drum-Feuerwerken aus dem Rockbereich kam der Sony WF-1000XM3 spielend leicht hinterher. Bei „Willow Weep for Me“ wie auch bei klassischen Orchesterstücken demonstrierte der er darüber hinaus, dass er auch vor größeren dynamischen Sprüngen nicht zurückschreckt. Und auch eine durchaus respektable Klangbühne steckte der Testkandidat bei klassischer Musik ab – ganz leichte Vorteile an dieser Stelle allerdings für die genannten TWS-Modelle von Sennheiser und Master & Dynamic.

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Der TWS-Hörer im praktischen Gebrauch

Insgesamt legte der Sony WF-1000XM3 bei alldem ein ähnlich ausgewogenes, stimmiges und sehr authentisch wirkendes Klangbild wie der Sennheiser MOMENTUM True Wireless an den Tag. Auch der Testkandidat klang dabei noch einen Tick natürlicher als das True-Wireless-Pendant von Master & Dynamic und alles in allem einfach nur sehr gut. So wurde das Musikhören diverser Genres mit dem neuesten True-Wireless-Noise-Cancelling-Kopfhörer von Sony – auch über mehrere Stunden hinweg und trotz Umgebungslärm – zu einer rundum genussvollen Angelegenheit und einer absolut runden Sache.

Fazit

Beim Sony WF-1000XM3 haben wir es mit einem äußerst hochwertigen und sehr klangstarken True-Wireless-Kopfhörer mit bärenstarker Noise-Cancelling-Technologie zu tun, wie sich in unserem Test herausstellte. Ausgestattet mit einem leistungsstarken Akku, ergonomischem Design und vielen praktischen Features für unterwegs, liegt er dabei außerdem in einem preislich vertretbaren Rahmen. Wer einen TWS-Hörer mit Noise Cancelling sucht, wird am Sony WF-1000XM3 derzeit wohl kaum vorbeikommen.

STECKBRIEF SONY WF-1000XM3

Weitere Informationen

Gewicht  jeweils 8,5 g (beide Hörer: 17 g); Ladebox: 75 g; Gesamt: 92 g
Preis 249 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip dynamisch (1x Neodymium-Magnet; Kalotte / Kupfer-Schwingspule, 6 mm)
Bauweise geschlossen, In-Ear, True Wireless
Frequenzgang 20 Hz – 20 kHz
Stecker/Kabel nein
Adapter USB-Ladekabel (Tyb C, 20 cm)
Impedanz k. A.
Bluetooth V 5.0 – unterstützte Profile: A2DP / AVRCP / HFP / HSP
Reichweite störungsfrei bis zu 14 Meter (ca. 10 Meter laut Herstellerangaben)
Audio Codec SBC / AAC
Akkulaufzeit mit ANC: bis zu 6 Stunden (bis zu 24 Stunden in Verbindung mit dem Ladeetui); ohne ANC: bis zu 8 Stunden (bis zu 32 Stunden in Verbindung mit dem Ladeetui); 1,5 Stunden Laufzeit per 10 Minuten Quick Charge
Akkuladezeit ca. 1,5 Stunden (Hörer), ca. 3,5 Stunden (Ladeetui)
Zubehör Ladeetui; USB-C-Ladekabel; 2 Sorten von Ohrpassstücken (jeweils in drei verschiedenen Größen. S, M, L); Quick Start Guide; Bedienungsanleitung; Garantiekarte
Besonderheiten Noise Cancelling; „Ambient Sound Control“; „Quick Attention“-Funktion; automatische Musikunterbrechung, sobald Hörer aus dem Ohr genommen wird; Digitale Geräuschminimierung mit HD-Geräuschminimierungs-Prozessor QN1e und dualer Geräuschsensor-Technologie; Optimierung digitaler Musikdateien mit DSEE HX; Ergonomische Dreipunktstruktur für sicheren Tragekomfort; Sprachassistent (Google Assistant); Anpassbare Berührungssteuerung; mit Sonys neuem Musik-Ökosystem 360 Reality Audio kompatibel

BEWERTUNG SONY WF-1000XM3

KLANG Punkte
Neutralität (2x) 83
Feinzeichnung (2x) 86
Impulsverhalten 87
Räumlichkeit 82
Dynamikverhalten 84
Basstiefe 82
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 84
Tragekomfort (25%) 82
Verarbeitung (15%) 90
Ausstattung + Bedienung (10%) 84
Testurteil 84,4
Preis-Leistung sehr gut – überragend
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