Wireless ANC-Over-Ear-Kopfhörer DALI IO-6

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Testsiegel DALI IO-6Auf der IFA 2019 präsentierte der renommierte dänische Lautsprecher-Hersteller DALI seine beiden allerersten Kopfhörer für anspruchsvolle Hi-Fi- und Musikfans. Nachdem wir uns bereits das Modell IO-4 mit seinem bärenstarken Akku zu Gemüte geführt hatten, waren wir gespannt, ob sich auch der DALI IO-6 mit Active Noise Cancelling (ANC) so gut im Praxis- und Hörtest schlagen würde.

Der Over-Ear-Kopfhörer DALI IO-6 ist für knapp 400 Euro in den Farbvarianten „Iron Black“ und „Caramel White“ im Handel erhältlich. Und so viel gleich vorweg: Auch mit diesem Modell ist Danish Audiophile Loudspeaker Industries, kurz: DALI, ein rundum gelungener Kopfhörer gelungen.

Bauweise des DALI IO-6

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Der DALI IO-6 kommt als geschlossener Over-Ear mit großzügig dimensionierten, runden Ohrmuscheln daher.

Der DALI IO-6 ist als ohrumschließender Drahtlos-Kopfhörer mit eigens für den Hersteller gefertigten 50-Millimeter-Papierfaser-Membran-Treibern und aktiver Geräuschunterdrückung konzipiert. In der von uns getesteten schwarzen Modellvariante präsentiert sich der weitestgehend mit dem Schwestermodell DALI IO-4 baugleiche Hörer in einer wertig und geschmackvoll daherkommenden Mischung aus Schwarz, Anthrazit und Silber. Auch der DALI IO-6 verfügt über einen stabilen Kopfbügel mit stufenlos verstellbaren Kunststoff-Schienen samt mit fein genarbtem Kunstleder bezogener Oberseite. Auf der Unterseite ist eine sehr weiche Kopfpolsterung angebracht.

Auch die großzügig dimensionierten, kreisrunden Ohrmuscheln mit aus Memory Foam bestehenden und mit Kunstleder bespannten Ohrpolstern wirken genauso robust und hochwertig verarbeitet wie die des Schwestermodells – und bringen auch diesmal wieder nette Features mit: So ist auch der DALI IO-6 an der rechten Ohrmuschel mit dem bereits vom IO-4 bekannten Bluetooth- und On/Off-Schalter samt zweier Status-LEDs sowie dem ebenfalls dort sitzenden USB-C-Ladeanschluss ausgestattet. Beim Testkandidat kommt ein zusätzlicher ANC-Drucktaster hinzu. Die Treiberabdeckung mit dem vom Firmenlogo gezierten, silbern abgesetzten Innenkreis fungiert auf der rechten Muschel auch beim DALI IO-6 wieder als Multifunktionstaste. Und über den darum verlaufenden Außenring kann auch hier wieder die Lautstärke geregelt werden. An die linke Muschel lässt sich auch beim DALI IO-6 bei Bedarf das einseitig geführte Klinkenkabel anschließen.

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Im Lieferumfang des DALI IO-6 ist unter anderem eine stabile Reißverschluss-Tasche enthalten.

Zusammenfalten lässt sich der DALI IO-6 nicht, allerdings sind die Muscheln des Probanden wieder zum Kopf hin ankippbar und um 180° drehbar. So lässt er sich dennoch auf ein gutes Transportmaß bringen und in der mitgelieferten und sehr hochwertigen Reißverschlusstasche überall hin mitnehmen. Zum Lieferumfang zählen darüber hinaus das abnehmbare Audiokabel sowie ein USB-C-Ladekabel und ein Flugzeugadapter. Erster Eindruck: Nicht nur die gesamte Konstruktion des Hörers, sondern auch sämtliches Zubehör wirkt durchdacht, hochwertig und stabil.

Akku, Bluetooth und Funktionalität

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Die Reißverschlusstasche bietet nicht nur dem Kopfhörer Platz, …

Der DALI IO-6 ist mit einem leistungsstarken Lithium-Ionen-Akku mit 1.100 mAh ausgestattet, dank dem er es im Test herstellerangabenkonform auf eine drahtlose Wiedergabedauer von knapp 30 Stunden brachte. Das ist zwar „nur“ die Hälfte der Akkuleistung des zuletzt von uns getesteten DALI IO-4, aber im Branchenvergleich immer noch ein sehr respektabler Wert. Denn mit diesem lässt der Testkandidat drahtlose Over-Ear-Modelle wie den Panasonic RP-HD610Ndie beiden Master-&-Dynamic-Hörer MW60 und MW50+ oder den ANC-Over-Ear Technics EAH-F70N hinter sich, liegt in etwa gleichauf mit anderen vergleichbaren ANC-Hörern wie dem Beats Studio³ Wireless und JBL LIVE 650BTNC, und muss sich dem Jabra ELITE 85h und Sony WH-1000XM3 nur knapp geschlagen geben. Aufgeladen ist der entleerte Akku des DALI IO-6 in circa zweieinhalb Stunden wieder, auch das deckt sich mit den Herstellerangaben.

Weiterhin ist der Proband im Gegensatz zu besagtem Schwestermodell mit ANC ausgestattet, verfügt zudem über Bluetooth 5.0 und unterstützt die Audio-Codecs AAC sowie aptX und aptX HD. Und dank Staub- und Spritzwasser-Schutz mit IP53-Zertifizierung macht der DALI IO-6 auch draußen bei Wind und Wetter nicht schlapp. Zu guter Letzt ist der Proband mit der sogenannten „Clear Voice Communication“ (CVC) ausgestattet, die für eine optimale Sprachqualität beim Telefonieren mit dem Hörer sorgt und Umgebungsgeräusche im Zusammenspiel mit den ohrumschließenden Ohrpolstern effizient aus dem Gespräch heraushält.

Der DALI IO-6 in der Praxis

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… im mit Klett verschließbaren Innennetz findet auch das Zubehör Platz und geht auch unterwegs nicht verloren.

Einmal aufgesetzt, merkte man dem DALI IO-6 die verglichen mit anderen Kopfhörern seiner Klasse – etwa den beiden knapp unter 300 Gramm liegenden Modellen Technics EAH-F70N und Jabra ELITE 85h – relativ schweren 325 Gramm dank ergonomischer Bauweise kein bisschen an. Selbst bei mehrere Stunden andauernden Hörsessions saß der Testkandidat somit durchweg angenehm leicht am Kopf – ganz ohne unangenehmen Anpressdruck. Auch die weiche Polsterung am Kopfbügel sowie die angenehm weichen Ohrpolster aus Memoryschaum verhalfen dem Hörer zu diesem auch langfristig hohen Tragekomfort. Stark: Letztere schotteten den Nutzer zudem schon bei ausgeschaltetem ANC erstaunlich gut von Außengeräuschen ab – und mithilfe von ANC nochmals eine Spur mehr.

Die allesamt an der rechten Ohrmuschel angebrachten Bedienelemente des DALI IO-6 ließen sich sodann schnell finden und leichtgängig bedienen. Mit dem im Vergleich zum IO-4 neu hinzugekommenen ANC-Drucktaster kann zudem bequem zwischen den drei Soundmodi „Noise Cancellation on“, „Transparency“ und „Off“ gewählt werden. Außerdem stellte sich die Tonqualität beim Telefonieren mit dem Proband auf beiden Seiten stets als exzellent dar. Und den fehlenden Faltmechanismus vermissten wir im Praxistest auch nicht. Da die Ohrmuscheln des DALI IO-6 wie die des Schwestermodells um insgesamt 180° drehbar sind, ließ sich der Hörer zum Transport nämlich flach zusammenlegen und somit trotzdem kompakt verstauen.

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Blick auf Anschlüsse, Bedien- und Kontrollelemente des DALI IO-6

Die Bluetooth-Connection baute der DALI IO-6 im Test zu vielen verschiedenen Digital Audio Playern unkompliziert und blitzschnell auf. Eine stabile Funkverbindung bestand im Betrieb mit diversen DAPs in jedem Fall bis zu fünf Metern. Vereinzelte Störgeräusche traten je nach Zuspieler bereits bei sechs bis neun Metern auf; endgültiger Signalverlust war bei elf (iBasso DX220) bis 21 (FiiO M5) Metern. Die beiden mehrfarbigen LEDs auf der rechten Ohrmuschel weisen zudem jederzeit optisch auf den Pairing-Status und Akkustand des Kopfhörers hin. Klar verständliche, von einer britischen Männerstimme eingesprochene Sprachansagen wie „Power on“, „Power Off“, „Battery level 70 percent“, „Bluetooth pairing“ und „Bluetooth connected“ unterstützen den Nutzer auch akustisch und runden die hohe Funktionalität des DALI IO-6 ab.

Der dänische Noise-Cancelling-Kopfhörer im Hörtest

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Für den Transport flach eindrehbar: der DALI IO-6

Wie den IO-4 zuvor, ließen wir auch den DALI IO-6 vor dem eigentlichen Hörtest ausreichend lange einbrennen, bevor wir ihn kabelgebunden wie drahtlos über verschiedene mobile Zuspielgeräte mit Musik diverser Genres fütterten, um einen möglichst exakten Eindruck von seiner Klangleistung zu gewinnen. Hierbei kamen unsere beiden Referenz-DAPs Questyle QPM und iBasso DX220, aber auch Modelle wie der FiiO M11 und der Pioneer XDP-300R sowie der kompakte FiiO M5 zum Einsatz. Im Hörtest des DALI IO-6 verfestigte sich dann der folgende Klangeindruck:

Insgesamt präsentierte uns der Testkandidat dasselbe homogen-ausgewogene und äußerst natürlich wirkende Klangbild wie das mit den gleichen Treibern ausgestattete Schwestermodell, das uns im Test bereits klangtechnisch imponiert hatte. Auch der hier getestete DALI IO-6 baute das Klangbild aus den Tiefmitten heraus auf; klang glasklar, mit Sinn für Detailreichtum und einer Hochtonwiedergabe, die sich nicht in den Vordergrund drängt. Das darunterlegende Bassfundament manifestierte sich auch beim Testkandidat aus nicht überbetonten, doch trotzdem satten, druckvollen und sauber konturierten Bässen.

Mittenbetonte Songs wie „Karla with a K“ von den Hooters oder Mumford & Sons‘ „Little Lion Man“ profitierten von einer ähnlichen Feinauflösung; klangen mit dem Proband ähnlich angenehm und „richtig“ wie mit dem IO-4. Dasselbe gilt auch für Rocktitel mit breiten Gitarrenwänden. Selbst die ganz hohen Frequenzen gingen dem DALI IO-6 leicht von er Hand, so zum Beispiel die hoch gesungenen Passagen von Anita Brevik im Stück „Et misericordia“ von Kim André Arnesens MAGNIFICAT-Zyklus oder das Saxophon-Solo in Foreigners Klassiker „Urgent“. Wie der IO-4 zuvor, so stattete auch der DALI IO-6 zudem Popsongs, etwa Dua Lipas „Don’t Start Now“, wie auch elektronische Musik, beispielsweise Trentemøllers „Evil Dub“, mit ordentlich Schub in den Tiefen aus und betonte auf diese Weise den prägnanten Drive, der jene Titel kennzeichnet. So machte etwa Marian Herzogs und Chris Jones‘ „No Sanctuary Here“ auch mit dem DALI IO-6 besonders viel Spaß – ebenso wie der Kontrabass in Jazzstücken wie Max.Babs „Tricycle“.

Auch weitere Dynamik-Sprünge in klassischen Stücken erledigte der Testkandidat mit Links – genauso wie die präzise und blitzschnelle Abbildung schnell aufeinander folgender Impulse, so zum Beispiel die gezupften Saitenanschläge in Avishai Cohens „Arvoles“. Besonders beeindruckte uns im Hörtest die für einen geschlossenen Kopfhörer herausragende Räumlichkeit und Weite, die der DALI IO-6 zutage förderte. Hallräume in Pop- und Rocksongs, etwa in Lordes „Royals“ oder „Pressure Point“ von den Zutons, bildete der Hörer somit ebenso gut ab wie er Orchesterwerke und Live-Musik mit Transparenz und Plastizität ausstattete. Auch über ausgedehnte Hörsessions hinweg immer wieder ein echter Spaßmacher, dieser DALI IO-6.

Fazit

Das Modell DALI IO-6 markiert den zweiten Teil des beachtlichen Einstiegs in den Kopfhörermarkt des renommierten dänischen Lautsprecher-Herstellers: Zwar nicht mit einem derart rekordverdächtigen Akku ausgestattet wie das Schwestermodell IO-4, dafür aber mit effizienter Geräuschunterdrückung, lieferte der 100 Euro teurere Wireless ANC-Over-Ear der Skandinavier im Test denselben erstklassigen Klang und langfristig hohen Tragekomfort – und legt beim mitgelieferten Zubehör noch eine Schippe drauf. Klasse!

STECKBRIEF DALI IO-6

Weitere Informationen

Gewicht 325 g (ohne Kabel)
Preis 399 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip 1x 50-mm-Treiber aus Papierfaser-Membran
Bauweise geschlossen, Over-Ear
Frequenzgang 10 Hz – 20 kHz
Anschlusskabel Audiokabel (abnehmbar, einseitig geführt, 130 cm)
Stecker 3,5-mm-Miniklinkenstecker
Adapter USB-Ladekabel (Tyb C; 130 cm)
Impedanz 25 Ohm
Bluetooth V 5.0 – unterstützte Profile: A2DP, AVRCP, HSP, HFP
Reichweite bis zu 10 Meter (laut Hersteller); im Test 6 – 21 Meter
Audio Codec AAC / apt X / aptX HD
Akkulaufzeit bis zu 30 Stunden (auch mit aktiviertem ANC)
Akkuladezeit ca. 2,5 Stunden
Besonderheiten abnehmbares Kabel (einseitig geführt); Muscheln um 180° eindrehbar; austauschbare Ohrpolster; zusammenklappbar; Aktive Geräuschunterdrückung (ANC); Clear Voice Communication (CVC); IP53-zertifiziert (Staub- und Spritzwasser-Schutz); außergewöhnlich langes USB-Kabel

ZUBEHÖR
abnehmbares Audiokabel; USB-C-Ladekabel; Flugzeugadapter; Reißverschluss-Transporttasche

AUFBEWAHRUNG
Reißverschluss-Transporttasche

BEWERTUNG DALI IO-6

KLANG Punkte
Neutralität (2x) 81
Feinzeichnung (2x) 84
Impulsverhalten 84
Räumlichkeit 83
Dynamikverhalten 84
Basstiefe 83
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 83
Tragekomfort (25%) 83
Verarbeitung (15%) 86
Ausstattung (10%) 87
Testurteil 83,9
Preis-Leistung sehr gut – überragend
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