Wireless ANC-Over-Ear-Kopfhörer Blaupunkt HPB 200

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Testsiegel Blaupunkt HPB 200Aktive Geräuschunterdrückung, Bluetooth 5.0, Headset- und Quick-Charge-Funktion, Schwenk-Falt-Mechanismus und noch eine Tragetasche obendrauf – und das alles für nicht mal 150 Euro!? Das ist der Blaupunkt HPB 200. Umso gespannter waren wir darauf, was uns der drahtlose Over-Ear des deutschen Traditions-Herstellers, den man primär aus dem Car-Hi-Fi-Bereich kennt, im Hörtest anbieten würde.

Mit dem Blaupunkt HPB 200 liegt also ein technisch vielseitig beschlagener Kopfhörer mit weiteren praktischen Features vor, der deutlich günstiger als die meisten vergleichbaren Mitbewerber-Modelle zu haben ist. Im Hörtest durfte sich der Proband einmal so richtig austoben und außerdem zeigen, wie praxistauglich er ist.

Bauweise und Lieferumfang des Blaupunkt HPB 200

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So ist der Blaupunkt HPB 200 aufgebaut.

Der Blaupunkt HPB 200 ist als geschlossener, ohrumschließender Drahtlos-Kopfhörer mit aktiver Geräuschunterdrückung konzipiert. Mit seinem ganz aus schwarzem Kunststoff gehaltenen Design kommt der hier getestete Over-Ear ziemlich schlicht daher. Einzige optische Highlights sind der ins Kunstleder der Schaumstoff-Polsterung der Oberseite des stabilen, in elf Stufen rastenden Edelstahlband-Kopfbügels eingestanzte Firmenschriftzug, zwei Blaupunkt-Schriftzüge oberhalb der Muschelaufhängungen sowie die dezente Waben-Optik der Außenseite der ebenfalls mit Schaumstoff-Polstern versehenen und mit Kunstleder bespannten, oval geformten Ohrmuscheln und deren mit blau-schwarzem Stoff versehene Innenseite mit Seitenmarkierungen.

Hier finden sich auch fünf Mikrofon-Öffnungen pro Hörer, an der linken Muschel der USB-C-Ladeanschluss nebst LED-Anzeige, sowie an der rechten Muschelkante ein On-/Off-Button samt Power-LED, ein Volume-Schalterein ANC-Drucktaster mit Statusleuchte und der optional per mitgeliefertem Audiokabel nutzbare 3,5-Millimeter-Klinken-Anschluss. Weiterhin lassen sich die Muscheln an ihren Aufhängungen flexibel zum Kopf hin ankippen sowie dank Schwenk-Falt-Mechanismus um 90° eindrehen und für den Transport in der ebenfalls zum Lieferumfang zählenden Stofftragetasche praktisch zusammenklappen. Dieser wird schließlich durch ein gummiertes USB-C-Ladekabel abgerundet.

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Lieferumfang des Blaupunkt HPB 200

Bluetooth, Akku und Funktionalität

Der Blaupunkt HPB 200 hat den Bluetooth-5.0-Standard an Bord, unterstützt die Drahtlos-Profile A2DP, AVRCP, HFP sowie HSP und arbeitet mit den Audio-Codecs SBC und AAC. Die Bluetooth-Reichweite gibt der Hersteller mit „max. 15 Meter“ an, was sich auch ziemlich genau mit unseren Praxis-Erfahrungen decken sollte.

Die Akkulaufzeit des Blaupunkt HPB 200 ist als sehr ordentlich zu bewerten, bringt er es dank des integrierten, 500 mAh starken Lithium-Ionen-Akkus doch auf eine Drahtlos-Spielzeit von bis zu 26 Stunden. Damit hat der Hörer einerseits einer Vielzahl an – zum Teil auch deutlich teureren – Mitbewerber-Modellen wie dem Beats Studio³ Wireless (22 Stunden mit ANC), dem Panasonic RP-HD610N (24 Stunden), dem JBL LIVE 650BTNC (20 Stunden) oder dem Technics EAH-F70N (20 Stunden) etwas voraus. Andererseits halten es andere vergleichbare – in der Anschaffung teils ebenfalls deutlich kostenintensivere Modelle – wie der Jabra ELITE 85h (36 Stunden) oder der SONY WH-1000XM3 und der DALI IO-6 (je 30 Stunden) deutlich länger durch. So ordnet sich der hier getestete Hörer neben Modellen wie dem House of Marley Exodus ANC & Co. (28 Stunden) im oberen Mittelfeld ein (bei deaktiviertem ANC bringt dieser es allerdings auf ganze 80 Stunden).

Weiterhin verfügt der Blaupunkt HPB 200 über Active Noise Cancelling (ANC) mit Hybrid-Technik und Geräuschminimierung von bis zu 30 dB. Hierbei filtert das außen liegende Mikrofon Störgeräusche für eine gezielte Geräuschunterdrückung aktiv, frühzeitig und präzise heraus bei dennoch klarer Klangkurve, so das Versprechen des Herstellers bei Amazon. Nicht zuletzt lässt sich der Noise-Cancelling-Over-Ear von Blaupunkt durch ein entsprechendes integriertes Mikrofon auch als Headset nutzen.

Das Handling des HPB 200

Designtechnisch machte der Blaupunkt HPB 200 auf den ersten Blick einen gefälligen und modernen Eindruck. Bei näherer Betrachtung von Optik und Haptik im Praxistest wurde allerdings schnell klar, dass der Proband angesichts von Materialauswahl und Konstruktion keine Spitzenposition unter den technisch vergleichbar ausgestatteten Kopfhörer einnehmen kann. Fairerweise muss hier angeführt werden, dass das Gros der Mitbewerber auch deutlich hochpreisiger – zum Teil gar zum doppelten Preis oder mehr – angeboten wird. Diesen Tod muss der Nutzer beim Testkandidat, bei all dem, was für nicht mal 150 Euro hineingepackt wurde, wohl oder übel sterben. Zudem ist man beim Blaupunkt HPB 200 weit davon entfernt, minderwertige Qualität in der Hand zu halten.

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Die Bügelverstellung mitsamt Markierungen im Fokus

Darüber hinaus ist ein echter Pluspunkt besagter Materialauswahl und Bauweise das außerordentlich leichte Gewicht des Hörers von gerade einmal 225 Gramm. Das schlägt eine Vielzahl an Mitbewerbern um Längen und bedeutet in der Praxis ein nahezu federleichtes Tragegefühl am Kopf – auch über stundenlange Hörsessions hinweg. Ähnlich angenehm wie der langfristig hohe Tragekomfort des Hörers fiel im Praxistest außerdem die Selbstverständlichkeit seiner Bedienbarkeit und technischen Funktionalität auf: So verband sich der Testkandidat nach dem Einschalten stets automatisch mit dem zuletzt gekoppelten Zuspielgerät und machte auch keine Kompromisse bei der Stabilität der Bluetooth-Connection – weder beim Musikhören noch beim Telefonieren mit dem Hörer. Weiterhin funktionierten im Test sämtliche Musiksteuerungs-Optionen dank des haptischen Feedbacks der mechanischen Tasten kinderleicht und einwandfrei. Auch das ANC lässt sich einfach hinzu- oder ausschalten, lediglich dessen Effizienz fiel hinter der Leistung einiger Mitbewerber-Modelle wie der des DALI IO-6 und des Beats Studio³ Wireless zurück – schade, aber verschmerzbar.

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Flugs auf ein praktisches Transportmaß gefaltet: der Blaupunkt HPB 200

Umso besser funktionierten in der Praxis wiederum mechanische Dinge, beispielsweise die punktgenaue Einstellung des Kopfbügels sowie das Eindrehen der Ohrmuscheln und Falten des Kopfhörers bei Bedarf. So war der Testkandidat immer kinderleicht auf Transportgröße gebracht und in der mitgelieferten Stofftasche mit Kordelzug verstaut – auch wenn es einmal ganz schnell gehen musste. Ebenso erfreulich, gerade unter Zeitdruck im Alltag: Zum Voll-Aufladen benötigt der hier getestete Blaupunkt-Kopfhörer dank Quick-Charge-Funktion nicht mehr als eine Stunde – ein echter Spitzenwert!

So klingt der Noise-Cancelling-Kopfhörer von Blaupunkt

Aller deutschen Markenqualität zum Trotz hatte auch der Blaupunkt HPB 200 zunächst eine ausreichend langer Burn-in-Phase durchlaufen, bevor er sich im eigentlichen Hörtest beweisen durfte. Daran anschließend durfte dann auch der hier getestete Hörer, wie gewohnt, wieder an diversen mobilen Zuspielern wie den Digital Audio Playern FiiO M5 und M11 sowie am Spitzen-DAP iBasso DX220 ran, und – kabelgebunden  auch an unserer zweiten Redaktionsreferenz, dem Questyle QPM. Musikalische Genregrenzen setzten wir auch dem Blaupunkt HPB 200 nicht, um seinen Klangqualitäten breit gefächert auf den Grund gehen zu können – und die hat er ohne Frage.

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Alternativ lassen sich die Muscheln des drahtlosen Over-Ears flach eindrehen.

Unser Höreindruck: Der Blaupunkt HPB 200 lieferte eine fein aufgelöste, detaillierte Wiedergabe sämtlichen Audiomaterials, mit dem wir ihn im Hörtest bespielten. Bei tiefenlastigen Hip-Hop/R&B-Tracks wie „Elevator“ von Flo Rida feat. Timbaland oder elektronischem Material wie Farays „Anger“ kam der Bass zwar mit anderen Kopfhörern, die speziell auf die Ausgabe eines großen Bassfundament ausgelegt sind, etwa mit dem vergleichbaren JBL LIVE 650BTNC, mit nochmals spürbar mehr Punch um die Ecke als mit dem Testkandidat. Auch Kontrabass-Spuren aus dem Jazz-Bereich hätte der Blaupunkt HPB 200 noch etwas knackiger rüberbringen können.

Dafür klang der Proband übers gesamte Frequenzspektrum hinweg etwas ausgewogener. So konnte auch die Mittendarstellung des Blaupunkt-Hörers im Test überzeugen, gab er im mittleren Frequenzbereich angesiedelte Instrumentenspuren wie auch entsprechende Gesangsstimmen doch höchst authentisch zum Besten. Und auch im Hochton fühlte sich der Noise-Cancelling-Kopfhörer nicht unwohl, wie er uns bei seiner souveränen, unaufgeregten Darstellung der Stimmen von Künstlerinnen wie Whitney Houston oder Leona Lewis zu verstehen gab. Auch Saxophon-Soli wie in Foreigners „Urgent“ oder Hank Mobleys Jazz-Stück „Soul Station“ meisterte der Hörer mit Links.

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Nettes Detail: der ins Kunstleder des Bügels eingelassene Markenschriftzug

Weiter hatte der Blaupunkt HPB 200 auch keine Probleme mit ausschweifender Dynamik, etwa in klassischen Stücken wie „Stürmisch bewegt“, dem 4. Satz von Gustav Mahlers 1. Sinfonie in D-Dur. Auch in Sachen Bühnendarstellung konnte sich die Klangleistung des – wohlgemerkt geschlossenen – Probanden hierbei wirklich sehen – und hören – lassen. Außerdem wusste der Hörer auch Hallräume, so zum Beispiel zu Beginn des Michael-Jackson-Klassikers „Billie Jean“, authentisch abzubilden. Livekonzert-Mitschnitte wie die legendäre „Friday Night in San Francisco“-Platte von Al Di Meola, John McLaughlin und Paco de Lucía kamen mit dem Blaupunkt HPB 200 ähnlich gut rüber. Dass er obendrein in der Lage ist Impulsfeuerwerke realistisch wiederzugeben, zeigte er etwa bei der Darstellung der rasant aufeinander folgenden Saitenanschläge in „Mediterranen Sundance/Rio Ancho“, dem Opener besagter Kult-Liveplatte. Ähnliches gilt auch für impulsive Gitarrenspuren oder Drumlines aus dem Rock-Bereich.

Insgesamt tat sich der Blaupunkt HPB 200 bei alldem mit einer – gerade angesichts seiner Preisklasse – überraschend hohen Klangtreue und stimmigen Gesamtperformance hervor, wenngleich der Hörer keinen solch angenehm warm einhüllenden Klang lieferte wie zum Beispiel der vergleichbare House of Marley Exodus ANC – aber hey: Das ist nun wirklich schon Meckern auf hohem Niveau…

Fazit

Mit dem Blaupunkt HPB 200 liegt ein kabelloser Over-Ear vor, der sich im Test als guter Begleiter für den mobilen Alltag erwies; mit einer Reihe technischer Features wie Bluetooth 5.0, Noise Cancelling und einem ausdauernden Akku wie auch mit seinem leichten Gewicht, angenehmen Tragegefühl und praktischen Dreh- und Faltmechanismus. In Sachen Fertigungsqualität sowie bei der ANC-Effizienz ist zwar noch Luft nach oben. Dafür bietet der Hörer eine überraschend starke Klangleistung, insbesondere zum aufgerufenen Preis – gemessen daran, was der HPB 200 so alles auf dem Kasten hat, also ein echtes Schnäppchen.

STECKBRIEF BLAUPUNKT HPB 200

Weitere Informationen

Gewicht 225 g (ohne Kabel)
Preis 146,17 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip 1x dynamischer Treiber (40 mm)
Bauweise geschlossen, Over-Ear
Frequenzgang 20 Hz – 20 kHz
Anschlusskabel Audiokabel (abnehmbar, einseitig geführt, 100 cm)
Stecker 3,5-mm-Miniklinkenstecker (vergoldet, gewinkelt)
Adapter USB-Ladekabel (Tyb C; 85 cm)
Impedanz 32 Ohm
Bluetooth V 5.0 + EDR unterstützte Profile: A2DP, AVRCP, HSP, HFP
Reichweite bis zu 15 Meter
Audio Codec SBC / AAC
Akkulaufzeit bis zu 26 Stunden
Akkuladezeit ca. 1 Stunde
Besonderheiten abnehmbares Kabel (einseitig geführt); zusammenklappbar; Muscheln um 90° eindrehbar; aktive Geräuschunterdrückung (ANC); Headset-Funktion durch integriertes Mikrofon; Bluetooth 5.0; Quick Charge

ZUBEHÖR
abnehmbares Audiokabel; USB-C-Ladekabel; Tragetasche; Bedienungsanleitung; Garantiekarte

AUFBEWAHRUNG
Tragetasche

BEWERTUNG BLAUPUNKT HPB 200

KLANG Punkte (von 100)
Neutralität (2x) 81
Feinzeichnung (2x) 80
Impulsverhalten 81
Räumlichkeit 81
Dynamikverhalten 80
Basstiefe 78
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 80
Tragekomfort (25%) 83
Verarbeitung (15%) 73
Ausstattung (10%) 80
Testurteil 79,7
Preis-Leistung sehr gut
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