The Editors – Black Gold

Die 2003 gegründete britische Indie-/New-Wave-Band The Editors hat bislang sechs Studioalben veröffentlicht, zuletzt 2018 „Violence“. Nun folgt mit „Black Gold“ eine Best-Of-Compilation, nachdem zuletzt 2011 mit „Unedited“ eine Zusammenstellung der ersten drei Alben samt B-Seiten vorlag.

Die Sammlung eröffnet mit einer neuen Single, dem flotten, Synth-lastigen „Frankenstein“ – mit ruhigerem Gesang als sonst erinnert der eingängige Song atmosphärisch an Frankie Goes To Hollywood. Das New-Wave-geprägte „Papillon“ vom Album „In This Light And On This Evening“ folgt, tanzbar und eingängig, allerdings minimal aggressiver im Klang als bei der Album-Version. „Munich“ vom Debütalbum „The Back Room“ vermittelt deutlicher Gitarren-Indie-Rock-Anleihen, mitsamt toll harmonischer Basslinie im Refrain – einer der besten Songs der Band. Der Klang auf der Compilation erscheint ausgewogener und fülliger als der leicht scharfe Mix des Albums.

Das getragener wirkende „Sugar“, das grob an Depeche Mode anklingt, ist im Sound dynamisch kompakter und fülliger als auf dem Album „The Weight of Your Love“. Das experimentelle Noise-Wave-Stück „Hallelujah (So Low)“ vom letzten Album „Violence“ klingt im neuen Mastering-Gewand etwas höhenreicher, dynamisch weniger als Einheit und etwas unruhiger. Das flink rockende „An End Has a Start“ vom gleichnamigen Album erscheint nun ebenfalls leicht unangenehm höhenlastiger, das ursprüngliche Mastering wartet im Original allerdings mit vergleichsweise unausgewogenem Stereobild auf. Das alternierende Klangbild gelegentlicher Vorteile des alten oder neuen Masterings zieht sich auch durch die restliche Kompilation. Als weitere Höhepunkte erweisen sich auch die anderen neuen Songs neben „Frankenstein“: Die 1980er Jahre Wave-Pop-Nummer „Upside Down“ begeistert mit großformatigen Synthesizer-Sounds und eingängigem Refrain, der Titelsong „Black Gold“ geht ähnlich ins Ohr, mit Elektro-Pop-Sounds, verzerrtem Refrain-Gesang und Synth-Ästhetik zwischen Erasure und Depeche Mode.

Die Auswahl der 16 Songs bietet eine gelungene Zusammenfassung der Band samt ungewöhnlich gut funktionierender neuer Songs, die mit zum Besten gehören, was die Editors bisher gemacht haben. Neben der Version als Einzel-CD ist ein „Doppelpack“ erhältlich, die zweite CD beinhaltet Zusätzlich zu den 16 Songs wird die Zusammenstellung mit einer zweiten CD ausgeliefert, die acht Songs einer Akustik-Session beinhaltet. Das funktioniert mit Streichern und Akustikgitarren angenehm atmosphärisch, lediglich Tom Smith‘ Gesang wirkt seltsam dramatisch überspitzt. Im Editors-Webshop und beim Anbieter JPC ist eine 2-CD-Version erhältlich, die alternativ als Bonusmaterial alternativ frühe Demos vor der Zeit des ersten Albums enthält – die dürfte vor allem für Fans interessant sein.

Klanglich ist die erste „Black Gold“-CD recht laut gemastert, mit einem deutlichen Lautstärkesprung nach der neuen Single „Frankenstein“. Trotzdem erscheint das Klangbild selbst größtenteils homogen, viele Songs klingen kohärenter als auf den einzelnen Alben, manche hingegen büßen Qualitäten ein (etwa „Papillion“). Die drei neuen Songs hingegen klingen in sich geschlossen und schlicht sehr gut. Das Akustik-Bonusmaterial wurde dynamisch „offen“ gemastert, ohne starke Kompression, hört sich allerdings leicht belegt an. Die untenstehende musikalische und klangliche Bewertung bezieht sich auf die Haupt-CD.

THE EDITORS – BLACK GOLD

TESTERGEBNIS Punkte
Musik 8
Klang 7
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