Soccer Mommy – Color Theory

Die 23-jährige US-amerikanische Singer/Songwriterin Soccer Mommy (mit bürgerlichem Namen: Sophia Regina Allison) hat mit dem insgesamt zehn Songs starken „Color Theory“ inzwischen bereits ihr viertes Studioalbum veröffentlicht. Als ihre Einflüsse zitiert die ursprünglich in der Schweiz geborene und im amerikanischen Musik-Mekka Nashville, Tennessee aufgewachsene Musikerin beispielsweise Taylor Swift, die Dixie Chicks oder auch Avril Lavigne.

Aufgeräumter Indie-Pop

Gemessen an den Vorbildern klang Soccer Mommy bislang deutlich rauer und Indie-lastiger. In dieser Tradition eröffnet auch ihr neues Album „Color Theory“: „Bloodstream“ pflügt sich mit zentralem Midtempo-Beat gleichmäßig und geordnet voran, dazu bedämpfte E-Gitarren, leicht ätherischer, in Hall getauchter und trotzdem vordergründiger Gesang von Soccer Mommy und effektverschleierte Gitarren- und Klaviermelodien. Das Arrangement wirkt aufgeräumt und hochwertig produziert, mit langsamen, aber stetig eingängigen Melodien  – ein echter Hinhörer.

Alternative-Experimente

„Circle the Drain“ fällt zurückhaltender aus, mit dumpferem, kürzerem Schlagzeug, präsenter Snare, Akustikgitarren, dazu wieder leicht schwebende Gesänge von Soccer Mommy mit eingängigen Melodien und eine sanfte Beckenwand im Refrain – gleich ein weiterer Anspieltipp. „Royal Screw up“ klingt belegter und wirkt intimer produziert, zunächst mehr wie eine heimische Lo-Fi-Aufnahme im kleinen Raum, mit etwas ‚schlampiger‘ Bassdrum und zurückhaltendem Schlagzeug – was zum ‚verletzlichen‘ Charakter des Songs allerdings auch recht gut passt. 

Soccer Mommy 1
Sophia Regina Allison alias Soccer Mommy

Bei „Night Swimming“ sind Gesang und Musikbett gänzlich in Retro-Hall getaucht, mit atmosphärischen Melodiefahnen, vorsichtigem Akustikgitarren-Picking und aufwendigen Effekt-Sounds – sehr stimmungsvoll. „Crawling in My Skin“ ist wiederum gradliniger produziert; ähnlich dem Opener, mit leicht angezerrten Drums. Das balladenhafte „Yellow is the Color of Her Eyes“ stampft schleppend mit ebenfalls angezerrten Drums durch die Nummer, bevor der Refrain mit weiten Effektklängen aufgeht. Der mit über sieben Minuten längste Song des neuen Albums von Soccer Mommy weist besonders interessante Harmonien auf. Das abschließende „Gray Light“ bleibt hingegen etwas unentschlossen vor sich hin plätschernd. 

Soccer Mommy liefert Album mit größtenteils gelungenem Sound

In Songwriting und Performance wirkt Soccer Mommy gereift, verglichen mit den Vorgängeralben; die Nummern auf dem neuen Album „Color Theory“ sind größtenteils interessante Erzählungen mit abwechslungsreichen Arrangements. Ihre Ästhetik erinnert stellenweise eher an Sheryl Crow denn an Pop-Vorbilder wie Avril Lavigne. Auch die Produktion klingt ‚entschlossener‘: Klanglich beeindrucken die meisten Songs durch direkt wahrnehmbare, voll klingende Instrumente. Auch die Stimme von Soccer Mommy wirkt ‚groß‘, der geschmackvoll eingesetzte Hall bereichert die Atmosphäre, ohne dabei das Gesamtbild zu verwässern.

Lediglich bei „Crawling in My Skin“ geht das Stereobild bei einzelnen Instrumenten diffus auseinander, ebenso bei der Singer/Songwriter-Ballade „Up the Walls“. Das harmonisch tolle „Stain“ erweist sich mit dem trockenen, links/rechts gedoppelten Gesang und leicht scharfen Höhen etwas beklemmend und gewöhnungsbedürftig. Davon abgesehen verzichtet das Album weitgehend auf überbetonte Höhen, auch unangenehm ‚platte‘ Kompression bleibt aus. Das macht die gelungene Musik gut durchhörbar.

BEWERTUNG SOCCER MOMMY – COLOR THEORY

TESTERGEBNIS Punkte
Musik 8
Klang 7
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