Kopfhörerverstärker Auralic Taurus MK II

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Auralic Taurus MK II

Der chinesische Hersteller Auralic legt mit dem Auralic Taurus MK II einen Kopfhörer-Verstärker mit einigen pfiffigen Details vor.

Kein Wunder, denn die beiden Firmen-Gründer besitzen ein reichhaltiges Know-how sowohl im HiFi-, als auch Tontechnik-Sektor. Xuanqian Wang, bei Pioneer als Elektronik- und Toningenieur ausgebildet, hat viele Jahre in den Bereichen digitales Audiodesign und Musikaufnahme gearbeitet. Yuan Wang studierte in den USA Soziologie und Management. Nach seinem Examen kehrte er in sein Heimatland zurück und arbeitete in einer Firma, die Präzisionsinstrumente herstellte. Seine Leidenschaft für Musik ließ ihn sehr aktiv in seiner Freizeit in den Bereichen Musik und Akustik arbeiten. Das merkt man dem Auralic Taurus MK II auch an. So besitzt er nicht nur standesgemäß Cinch-Buchsen auf der Rückseite, sondern auch XLR-Eingänge, so dass er sich ohne lästiges Adapter-Gefummel beispielsweise auch an professionelle Monitor-Controller anschließen lässt.

Auralic Taurus MK II
Klares Design und einfache Bedienung: DIe Front des Auralic Taurus MK II

Überdies führt der Auralic Taurus MK II auch Ausgänge, wiederum in Cinch und XLR, so dass sich eingespeiste Signale bei Bedarf auch durchschleifen lassen. Noch besser: Der Auralic Taurus MK II kann sogar auch als Vorverstärker fungieren. Dabei sind zwei Modi wählbar: Standard und XLR. Im Standard-Modus wird das Signal an alle Ausgänge des Auralic Taurus MK II inklusive Kopfhörer gegeben, im Balanced-Modus ausschließlich an die XLR-Ausgänge. Ansonsten lässt sich per Drucktaster wählen, über welche Buchse eingangsseitig Signale empfangen werden sollen. Frontseitig steht außer der üblichen Kopfhörer-Stereo-Klinkenbuchse sogar ein Vier-Pol-Anschluss zur Verfügung, um auch symmetrische Kopfhörer oder Magnetostaten mit dem Auralic Taurus MK II einsetzen zu können.

 

Auralic Taurus MK II
Die Rückseite des Auralic Taurus MK II

Im Inneren des Auralic Taurus MK II haben sich die Entwickler für ein Class A Verstärker-Design entschieden, das sich als Weiterentwicklung unter der Bezeichnung ORFEO am Schaltungs-Design einer Neve 8078-Konsole orientiert, die ihrerseits zu den letzten handverdrahteten Analog-Konsolen des Herstellers zählte. Die in den 1970ern entwickelte Konsole wurde unter vielen anderen bei Aufnahmen von Bands wie Pink Floyd, Dire Straits und Quincy Jones eingesetzt. Das Nirvana-Album „Nevermind“ ist ebenfalls auf dieser Konsole aufgenommen und gemischt worden, die sich mittlerweile im Besitz von Dave Grohl (Nirvana, Foo Fighters) befindet, zu sehen in der TV-Dokumentation „Sound City“ über das gleichnamige Studio.

Messen & Hören

Auralic Taurus MK II
Das FFT-Spektrum des Auralic Taurus MK II

Ausgestattet mit diesen „neve-igen“ Genen zeigt der Auralic Taurus MK II im Messtest auch sogleich, aus welchem Holz er geschnitzt ist. Ein Noisefloor im FFT-Spektrum bei rund -125 Dezibel und zwei Peaks bei k2 und k3 bis hinauf -110 Dezibel sind sensationell. Gleiches gilt für den Klirrfaktor des Auralic Taurus MK II mit gemessenen 0,0005 Prozent, wobei die Verlaufskurve wie mit dem Lineal gezogen auf diesem Wert verharrt. Geräusch- und Fremdspannungsabstand (107,8 und 105,1 Dezibel) sind ebenfalls à la bonheur. Ein Ausreißer ist die Gleichtaktunterdrückung, die konstant bei -55 Dezibel liegt. Auch das Übersprechverhalten ist mit konstant gemessenen -65 Dezibel auffällig und verursacht dann doch den einen oder anderen Dreckspritzer auf der ansonsten reinweißen (Mess-)Weste.

Im Hörtest überzeugt der Auralic Taurus MK II durch eine ohrenfällige Transparenz, die aber nicht nüchtern oder gar kalt daherkommt. Die Höhen sind zwar äußerst fein aufgelöst und kommen sehr präzise, sie klingen aber nicht angestrengt. Stattdessen macht sich eine gewisse leichte Samtigkeit breit. Selbst bei Impulsen und Transienten, die sehr klar rüberkommen, klingt nichts nervig. Bässe bildet der Auralic Taurus MK II ebenfalls detailliert ab, wenngleich sie im Gesamtklangbild ein wenig nach hinten treten und nicht ganz so tief hinab reichen. In Sachen Plastizität erhält der Auralic Taurus MK II eine sehr gute Note. Klangliche Details arbeitet der Taurus MK II hörbar heraus und rückt sie ins rechte Bild. Insgesamt überzeugt der Auralic Taurus MK II mit einem transparenten und kräftigen Klangbild, das nichts beschönt, nichts weg lässt und in Sachen Präzision und Plastizität wie ein feinchirurgisches Instrument ans Werk geht. Neve lässt grüßen.

STECKBRIEF AURALIC TAURUS MK II

Weitere Informationen

Abmessungen BxTxH 330 x 230 x 65 mm
Gewicht 3,6 kg

Preis 1.649

AUSSTATTUNG
Kopfhörerausgänge 1x 6,3 mm Stereoklinke, 1x 4-Pol symmetrisch
Analoge Eingänge 2x XLR, 2x Cinch
Digitale Eingänge nein
Analoge Ausgänge 2x XLR, 2x Cinch
Digitale Ausgänge nein
Eingangsimpedanz kA
Ausgangsimpedanz 32 – 600 Ohm

BESONDERHEITEN
Eingangsstufe mit FETs aufgebaut, diskretes Class A Verstärker-Design, Stromversorgung mit einem proprietären Filter-Netzwerk versehen, um Störgeräusche zu minimieren.

ZUBEHÖR
Handbuch, Netzkabel

MESSWERTE
maximaler Ausgangspegel  24,7 dBU
Geräuschspannung 107,8 dBU
Fremdspannung 105,1 dBU
Verzerrungen über Frequenz max 0,0006 %