Jon Bryant – Half Bad EP

Der 34-jährige kanadische Pop-Musiker Jon Bryant hat mit „Half Bad“ eine EP herausgebracht, nach vier regulären Studioalben, unter denen auch das im letzten Jahr erschienene, erfolgreiche „Cult Classic“ (zur Plattenkritik) vertreten ist. Bryants jüngste Veröffentlichung enthält drei neue Songs und eine zusätzliche Akustik-Version.

Jon Bryant kombiniert Folk, Pop und Ambient auf einer EP

„Heart Rate & Dopamine“ eröffnet die Half Bad EP als entspannter sommerlicher Ambient-Pop-Track mit gemäßigtem Tempo und leicht angezerrten Drums, darüber eingestreute atmosphärisch-verhallte Gitarrenakkorde und der ruhige Gesang von Jon Bryant, teils verhallt oder mit Echo-Effekten versehen. Das Ergebnis klingt eingängig, die Stimmung hüllt ein – entfernt sind Anklänge von Coldplay erkennbar. Damit schließt der Künstler beispielsweise an die Stilistik von Songs wie „Cultivated“ auf seinem letzten Album, dem oben erwähnten „Cult Classic“, an.

Die bereits Anfang März veröffentlichte Single-Auskopplung und zugleich der zweite Song der EP, „Bad Happens“, hingegen klingt noch deutlich mehr nach zeitgemäßem Pop-Markt: Gezupfte Akustikgitarre mit leichten Folk- und Latin-Anklängen, nicht zuletzt durch den Bassdrum-Rhythmus. Im Refrain gesellen sich eine Snare mit Clap-Sound sowie eine flinke Melodie hinzu. Der Text erscheint weniger tiefgründig, nagt stattdessen an Klischees.

„Headphones“ verbindet in zwei Versionen beide Strömungen der EP

Der dritte Song des Kurzalbums, „Headphones“, bietet eine Midtempo-Nummer, die mit ihrer gelassenen Stimmung an en Opener „Heart Rate & Dopamine“ anknüpft, mit eingängiger Melodie, dazu interessant versetztem Gitarren-Lick. Im Refrain singt Jon Bryant mit Kopfstimme, was wiederum sehr nach zeitgemäßem Pop klingt. Die Akustik-Version des Songs, mit Synthesizern und Klavier-Sounds unterlegt, klingt meditativer und nach Latin-Pop, eine interessante Alternative – das vereint gekonnt beide Strömungen der vorliegenden EP.

2019er-Album „Cult Classic“ wirkt insgesamt ausgereifter

Jon Bryant – Cult Classic
Coverart des Vorgänger-Albums von Jon Bryant, „Cult Classic“

Klanglich funktioniert die „Half Bad EP“ und erweist sich darüber hinaus als für den anvisierten Pop-Markt gelungen: Die vier Songs der vorliegenden EP von Jon Bryant sind vergleichsweise ‚laut‘ produziert, dabei aber trotzdem noch gut hörbar. Lediglich leichte angezerrte Höhenspitzen machen sich bemerkbar, oder einzelne seltsam verschobene Elemente im Stereobild. Hier war das Vorgängeralbum „Cult Classic“ stimmiger und hochwertiger produziert. Auch musikalisch erschienen die Songs auf „Cult Classic“ ausgereifter, ebenso die Experimente der Produktion. Nichtsdestotrotz dürfte Fans die EP gefallen, und die sommerliche Stimmung, die sie verbreitet, schadet Gelegenheitshörern auch ganz bestimmt nicht.

JON BRYANT – HALF BAD EP

TESTERGEBNIS Punkte
Musik 7
Klang 6
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