In-Ear-Kopfhörer final E3000C

final E3000C Aufmacher

Testsiegel-final E3000CDer renommierte japanische Hersteller final audio hat mit dem final E3000C einen kabelgebundenen, als Bassreflexsystem ausgelegten In-Ear-Kopfhörer im Portfolio. Neben einer hervorragenden Verarbeitung verfügt der Hörer über einen einzigartigen Schwenkmechanismus der Ohrpassstücke. Wir haben uns den kompakten und preisgünstigen In-Ear genauer angesehen – und vor allem: angehört.

Die Ansprüche an einen In-Ear-Kopfhörer sind vielfältig: Neben einem festen Sitz im Gehörgang, einer soliden Verarbeitung und einem ausgewogenen Klang soll auch das Gewicht nicht allzu hoch sein. Gerade der letztgenannte Punkt stellt Audiohersteller oft vor eine große Herausforderung. Eine gute Basswiedergabe etwa bedarf durch die bauartbedingten, kompakt gehaltenen Treiber schon einiges an Know-how und Ingenieursleistung. All das hält der für 59,90 Euro erhältliche final E3000C, der entgegen dem fünf Euro günstigeren Pendant E3000 zusätzlich mit einer Kabelfernbedienung ausgestattet ist, für den Nutzer bereit. In diesem Testbericht erfahren Sie mehr.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der final E3000C wird in einer unscheinbaren, kompakten Kartonverpackung ausgeliefert. Im für diese Preisklasse bemerkenswert üppigen Lieferumfang sind neben dem Kopfhörer samt festverbundenem Kabel selbst eine kleine Aufbewahrungstasche, ein paar Ohrbügel sowie fünf Paare Ohrpasstücke in verschiedenen Größen enthalten (SS, S, M, L, LL). Hier sollte für nahezu jedes Ohr das passende Gegenstück vorhanden sein. Bereits das Unboxing vermittelt somit einen für das hiesige Preissegment erstaunlich wertigen und durchdachten Eindruck.

final E3000C Zubehoer 1
Kommt für seine Preisklasse mit verhältnismäßig viel und hochwertigem Zubehör: der final E3000C

Bauweise des final E3000C

Der final E3000C überzeugt durch sein filigranes Erscheinungsbild. Das aus poliertem Edelstahl gefertigte und äußerst wertig wirkende Gehäuse beherbergt den dynamischen 6,4-Millimeter-Treiber. Die Wiedergabe der tiefen Frequenzen wird durch die Bassreflexbauweise verbessert. Diese gestaltet sich wie folgt: Auf der Rückseite jedes Ohrhörers befinden sich diverse keine Öffnungen. Um Klangverluste zu vermeiden, verfügen diese im Innern über einen Filter und außen über einen Maschenfilter aus Edelstahl.

Die im Lieferumfang enthaltenen Ohrpassstücke sind allesamt mit einem innovativen Schwenkmechanismus ausgestattet. Somit können sieproblemlos im Gehörgang nach links, rechts oder auch schräg ausgerichtet werden. Das sorgt für eine exzellente Passform – und somit für ein nahezu unverfälschtes Klangbild. Möglich gemacht wird dieser Mechanismus durch die Verwendung zweier Silikon-Materialien, die sich in Bezug auf ihre Festigkeit unterscheiden. So ist das Silikon für den Schallleitungsweg fester und zusätzlich gerillt verarbeitet, was die Flexibilität erhöht.

final E3000C Ohraufsaetze
Der E3000C und seine Ohraufsätze mit integriertem Schwenkmechanismus

Die Anschlüsse des weichen und sehr flexiblen Audiokabels an den Ohrhörern wirken ziemlich solide für diesen Preisbereich. Das gilt übrigens genauso für den TRRS-Klinkenstecker, der den vierten Weg für die Fernsteuerung nutzt. Höherpreisige Vertreter dieser Gattung, so zum Beispiel der Ultrasone Tio oder die Etymotic-Research Modelle ER2 SE und ER2 XR, weisen hier logischerweise mitunter eine noch höhere Wertigkeit auf. Für seine Preisklasse ist die des final E3000C aber schon wirklich bemerkenswert. Die mitgelieferten Ohrbügel sorgen für eine zusätzliche Entlastung und Fixierung des Kabels. Somit steht auch einer Verwendung des final E3000C beim Sport nichts im Wege.

An der in den Kabellauf integrierten Ein-Tasten-Steuerungseinheit gibt es ebenfalls nichts auszusetzen. Der Taster fasst sich gut an und verfügt über mehrere Funktionen wie Play/Pause (einmaliges Tippen) und Vor/Zurück (zweimaliges beziehungsweise dreimaliges Tippen). Zusätzlich wurde ein Mikrofon in die Steuerungseinheit integriert, um auch Telefonate mit dem E3000C führen zu können. All das hinterlässt – gerade angesichts der günstigen Preisgestaltung des Hörers – auf Anhieb einen sehr guten Eindruck.

Der E3000C im praktischen Gebrauch

Zuvorderst ist die wirklich gute Passform des final E3000C hervorheben. Durch den cleveren Schwenkmechanismus der Ohrpassstücke sitzen die In-Ears hervorragend im Gehörgang. Außerdem empfehlenswert ist die Nutzung der im Lieferumfang enthaltenen Ohrbügel. Somit sitzen die finals noch besser, und auch Kabelgeräusche werden so nochmals reduziert. Auch sehr praktisch: Bei der Verwendung der Ohrbügel rückt im Übrigen auch die Bedieneinheit nebst Mikrofon automatisch näher an den Mund heran. Und selbst nach einem längeren Aufenthalt im Gehörgang fallen der final E3000C nicht weiter auf. 

final E3000C Schwenkmechanismus
So funktioniert der innovative Schwenkmechanismus.

Umgebungsgeräusche werden durch den festen Sitz des Kopfhörers ebenfalls effizient ausgeblendet. Ein Nachteil des Hörers ist jedoch, dass der final E3000C durch die Bassreflexbauweise und die damit eihergehenden Öffnungen auf der Rückseite des Gehäuses verhältnismäßig viel Schall nach außen – und somit zu Außenstehenden hin – durchlässt. So wird dem Sitznachbarn in Bus und Bahn mitunter ein tiefgreifender Einblick in die musikalischen Vorlieben des Nutzers gewährt. Wird es diesem einmal zu bunt, oder befindet sich der final E3000C unterwegs einmal anderweitig nicht im Einsatz, verschwindet er geschwind und platzsparend in der praktischen mitgelieferten Aufbewahrungstasche. Den Praxistest hat der kompakte final-In-Ear also schon einmal bestanden.

So klingt der final-In-Ear

final E3000C Kabel 1
Auch Kabel und Stecker hinterließen im Test einen sehr guten Eindruck.

Wie all unsere Testkandidaten hatte auch der final E3000C zunächst eine angemessene Einbrennphase zu durchlaufen, bevor wir mit dem ausführlichen Hörtest beginnen konnten. Natürlich kamen hierbei auch diesmal diverse Abspielgeräte wie das Smartphone, das Notebook und verschiedene Digital Audio Player wie der kompakte FiiO M5 sowie das Modell M11, und auch unsere Redaktionsreferenzen iBasso DX220 sowie Questyle QPM zum Einsatz, um den Proband mit hochaufgelöstem Audiomaterial zu versorgen. Musikalisch bewegten wir uns im Hörtest auch abermals in verschiedenen Stilrichtungen, um den Hörer ausgiebig testen und uns ein möglichst breitgefächertes Bild von seiner Klangleistung machen zu können.

Hervorzuheben ist beim final E3000C insbesondere die außerordentlich voluminöse Basswiedergabe. Bei In-Ear-Kopfhörern in dieser Preiskategorie haben wir selten solch einen druckvollen Bassbereich erlebt. Bei sehr basslastigen Genres können die tiefen Töne für manchen Geschmack womöglich sogar etwas zu sehr ins Gewicht fallen. Trotzdem kamen auch die mittleren und hohen Frequenzbereiche relativ klar zur Geltung – mal etwas mehr, mal etwas weniger. Das ist bei einem Kopfhörer dieser Größe und in diesem Preisbereich schon etwas Besonderes. Ab und an wirkten die unteren Mitten etwas schwammig – jedoch in einem Rahmen, der absolut zu verschmerzen ist. Die Höhenwiedergabe zeigte sich für unseren Geschmack etwas zu reduziert.

Stimmen kommen mit dem E3000C dagegen grundsätzlich sehr gut zur Geltung, und auch Hallräume werden vom hier getesteten In-Ear gut abgebildet. Der Song „Saint-Tropez“ von Post Malone etwa überzeugte auf dem final E3000C durch eine knackige und saubere Basswiedergabe sowie eine hervorragende Abbildung der Stimme. Die Hi-Hat rückte dabei jedoch etwas in den Hintergrund. Am Dynamikverhalten kann ebenso wenig ausgesetzt werden. Alles in allem lieferte der Testkandidat eine solide Leistung ab und überzeugte durch ein recht gutes Klangbild. Das Impulsverhalten geht für diesen Preisbereich auch völlig in Ordnung, im Preis höher angesetzte Vertreter dieser Gattung überzeugen diesbezüglich allerdings oft mehr.

Auch in Bezug auf die Ausgewogenheit des Klangbilds haben wir schon bessere In-Ear-Systeme gehört – aber auch hierbei gilt: Diese waren meist um einiges teurer. Vor diesem Hintergrund schnitt der final E3000C auch im Hörtest sehr gut ab. Und auch mit diesem hatten wir einen In-Ear zur Hand, mit dem das Musikhören – gerade basslastiger Musik – über längere Zeiträume hinweg stets viel Spaß gemacht hat.

Fazit

Für einen Straßenpreis von rund 60 Euro gibt es am In-Ear-Kopfhörer final E3000C rein gar nichts auszusetzen. Der Bassbereich ist druckvoll und das allgemeine Klangbild überzeugt mit kleineren Abstrichen. Der Sitz der Kopfhörer im Gehörgang ist – auch über Stunden hinweg – hervorragend, und auch die Verarbeitungsqualität des Hörers wirkt absolut solide. Wer sich auf der Suche nach preisgünstigen und dennoch hochwertigen In-Ears mit sehr ordentlichem Klang und sinnvollen Zubehör befindet, kann hier bedenkenlos zugreifen.

STECKBRIEF FINAL E3000C

Weitere Informationen

Gewicht 15 g
Preis 59,90 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip 1x dynamischer Treiber (6,4 mm)
Bauweise geschlossen, In-Ear, Bassreflexsystem
Frequenzgang k. A.
Anschlusskabel Audiokabel (nicht abnehmbar, 120 cm)
Stecker 3,5-mm-Miniklinkenstecker (symmetrisch, vergoldet, gewinkelt)
Adapter nein
Impedanz 16 Ohm
Besonderheiten hochglanzpoliertes Edelstahlgehäuse; symmetrisches Audiokabel; 1-Tasten-Kabelfernbedienung mit integriertem Mikrofon; Ohrpassstücke mit innovativem Schwenkmechanismus

ZUBEHÖR
1 Paar Ohrbügel; 5 Paar Silikon-Ohrpassstücke: final audio E-Type (Größen SS, S, M, L, LL); Aufbewahrungstasche

AUFBEWAHRUNG
Aufbewahrungstasche

BEWERTUNG FINAL E3000C

KLANG Punkte
Neutralität (2x) 70
Feinzeichnung (2x) 71
Impulsverhalten 72
Räumlichkeit 73
Dynamikverhalten 72
Basstiefe 80
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 72
Tragekomfort (25%) 82
Verarbeitung (15%) 80
Ausstattung (10%) 80
Testurteil 76,5
Preis-Leistung sehr gut – überragend
So testet und bewertet mobilefidelity magazin.

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