In-Ear-Kopfhörer CTM CE320

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Testsiegel CTM CE320Clear Tune Monitors fertigt Universal- und Custom-Fit In-Ears und richtet sich unter der Maßgabe höchster Präzision an professionelle wie audiophile Anwender. Das Einsteigermodell CTM CE320 ist der erste auch hierzulande erhältliche In-Ear der in Orlando, Florida ansässigen und auf dem heimischen Markt seit Jahren erfolgreichen Kopfhörer-Manufaktur, die neben Toningenieuren auch Künstler wie Pearl Jam und Timbaland ausstattet.

Entsprechend gespannt waren wir auf Klangleistung und Praxistauglichkeit des für rund 350 Euro erhältlichen CTM CE320. Vielen Dank an dieser Stelle an die Hyperactive Audiotechnik GmbH, die so freundlich war uns mit einem Testgerät auszustatten.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der CTM CE320 wird in einer grauen Pappschachtel mit Haken geliefert, auf deren Vorderseite ein All-Over-Print des Probanden prangt, die davon abgesehen aber zunächst eher unauffällig wirkt und der Aufhängevorrichtung nach zu urteilen sprichwörtlich „von der Stange“ zu kommen scheint. Beim Unboxing wird jedoch umgehend deutlich, dass der Nutzer es beim hier getesteten Modell und seinem Lieferumfang keineswegs mit einem Produkt von der Stange zu tun hat, sondern der Hersteller das Verpackungsdesign im Gegensatz zu vielen Mitbewerbern auf das Wesentliche reduziert und den Fokus ohne viel Ablenkung auf die Qualität seines Produkts legt. So liegen dem In-Ear-Kopfhörer ein abnehmbares Audiokabel sowie drei Paar Silikon-Innenohrpolster und drei zusätzliche Paar Comply Foam-Eartips in verschiedenen Größen bei. On top: ein Reißverschluss-Etui mit Innennetz sowie ein vergoldeter 3,5-auf-6,3-Millimeter-Klinke-Adapter. Dabei machen Hörer wie Zubehör einen äußerst wertigen Eindruck – und Lust auf mehr.

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Im Lieferumfang des CTM CE320 sind unter anderem sechs Paar Ohrpassstücke in verschiedenen Größen enthalten.

Bauweise des CTM CE320 – ein Kopfhörer mit „Durchblick“

Auch das Design des ergonomisch geformten CTM CE320 kommt alles andere als von der Stange, sondern hat seinen ganz eigenen Charme. So sind die Ausläufe der beiden Ohrstücke aus gebürstetem Aluminium gefertigt und mit filigran verarbeiteten Ohrgittern versehen. Die Hörergehäuse setzen sich jeweils aus zwei anthrazitfarbenen Hälften aus halbdurchsichtigem Kunststoff zusammen. Diese sind innen mit Seitenmarkierungen und außen mit einem Herstellerlogo versehen und muten keineswegs billig, sondern – ganz im Gegenteil – stabil und wertig an. Außerdem wird dem User hierdurch ein Blick auf die im Innern des Hörers verbaute Technik gewährt – und die kann sich ebenfalls sehen lassen.

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Kopfhörer mit „Durchblick“: Blick auf das Innenleben des CE320

Denn der CTM CE320 ist als Triple-Driver-Kopfhörer konzipiert, der mit derselben Technik und denselben Komponenten ausgestattet ist wie die hauseigenen Spitzenmodelle AS-7 (1.200 US$) und Da Vinci X (2.400 US$): Auch hier verrichten in jedem Ohrstück drei Balanced Armature Treiber (BA-Treiber) im 3-Wege-System ihre Dienste – einer ist für den tiefen, einer für den mittleren und einer für den hohen Frequenzbereich zuständig. Und schließlich vermittelt auch das abnehmbare, geflochtene 2-Pin-Audiokabel mit gummierter Ohrführung und ebenfalls durchsichtigen, stabilen Kunststoffverstärkungen an den hörerseitigen Anschlüssen nichts anderes als hohe Wertigkeit.

Der CE320 in der Praxis

Der CTM CE320 wartet nicht nur mit einer ansprechenden Optik, sondern auch mit einer gleichermaßen angenehmen Haptik auf. Die Kunststoffoberfläche hat sich in der Praxis lediglich als ein wenig anfällig für Fingerabdrücke erwiesen. Das fällt allerdings schon unter die Kategorie „Meckern auf ganz hohem Niveau“, und auch ansonsten gibt es am hier getesteten In-Ear nicht viel auszusetzen.

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Sitzt dank der Ohrführung des Kabels stets perfekt: der CTM CE320

So hatte jede Testperson zunächst unter den sechs Paar mitgelieferten Ohrpassstücken in den Größen S, M und L schnell die passende Variante für sich gefunden. Dank seiner ergonomischen Bauweise ließ sich der Proband dann auch spielend leicht ins Ohr einsetzen und mit einem leichten Twist im sowie der verstärkten Kabelführung ums Ohr auch ganz easy in Position bringen und arretieren. Schon mit den Silikonpolstern gelang dem Testkandidat dabei eine ordentliche Abschirmung von Umgebungsgeräuschen. Die Memoryschaum-Polster von Comply schirmten den Nutzer sogar noch ein wenig effizienter von der umgebenden Geräuschkulisse ab – nicht nur auf der Bühne, sondern auch unterwegs im ÖPNV ungemein praktisch.

Darüber hinaus wusste der CTM CE320 in unserem Praxistest durch einen – nicht zuletzt auch der Materialwahl zu verdankenden – außergewöhnlich hohen Tragekomfort für einen kabelgebundenen In-Ear-Kopfhörer zu überzeugen und stach vergleichbare Modelle mit Metallgehäuse wie den Campfire Audio IO (29 Gramm) gewichtstechnisch locker aus. Denn mit seinen gerade mal 10 Gramm Eigengewicht spielt der CTM CE320 schon eher in der Liga federleichter True-Wireless-Kopfhörer wie dem Cambridge Audio Melomania 1 (4,6 Gramm pro Hörer). Und er erwies sich selbst bei mehrere Stunden andauernden Hörsessions als derart leicht, dass man bereits nach kurzer Zeit nur allzu leicht vergessen konnte, dass man überhaupt einen Kopfhörer trägt.

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Im Reißverschlussetui mit Innennetz ist auch Platz fürs Zubehör.

Das abnehmbare Audiokabel des CTM CE320 zeugt dem festen Sitz an den hörerseitigen Anschlüssen entsprechend von einer hohen Qualität der Steckverbindungen. Dies erwies sich im Praxistest allerdings als Fluch und Segen zugleich, gestaltete sich das Abnehmen des Kabels doch als ziemlich schwergängig: Hierzu brauchten wir schon ein wenig mehr Geduld und Fingerspitzengefühl, als wir es von vergleichbaren In-Ears wie dem ikko Obsidian OH10 oder Spitzenmodellen wie dem Meze Rai Penta beziehungsweise dem Referenzmodell ULTRASONE Saphire gewohnt waren. Mit einer Länge von 1,2 Metern sowie dem praktischen Verstellmechanismus und fast ohne jegliche Kabelgeräusche schlug sich aber auch das Kabel in der Praxis insgesamt sehr gut.

So klingt der CTM-Hörer mit Triple-BA-Driver

Und auch klangtechnisch hat das Einsteigermodell von CTM den „Durchblick“. Hiervon konnten wir uns in unserem Hörtest nach einer angemessenen Einbrennphase von roundabout 72 Stunden im Zusammenspiel mit diversen mobilen Quellgeräten wie den Digital Audio Playern FiiO M11, HiBy R3 ProAstell & Kern A&norma SR25 sowie unseren Referenz-DAPs iBasso DX220 und Questyle QPM überzeugen. So fütterten wir den CTM CE320 über jeden dieser Player mit Musik diverser Stilrichtungen, um einen möglichst differenzierten Eindruck von der Klangleistung des Triple-Driver-In-Ears zu bekommen.

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Ein 3,5-auf-6,3-Millimeter-Klinke-Adapter ist auch mit dabei.

Mithilfe seinen drei im 3-Wege-System arbeitenden Balanced-Armature-Treiber pro Seite legte der hier getestete In-Ear einen äußerst klaren, fein aufgelösten Klang mit Liebe zum Detail an den Tag. Dabei präsentierte er zudem ein ausgesprochen ausgewogenes, warm-neutrales Klangbild über das gesamte Frequenzspektrum hinweg, mit einem kräftig zupackenden und zugleich sauber konturierten Bass, einer klaren Mittenpräsenz und ausgedehnten, kristallklaren Höhen. Hierbei stach kein Bereich auffallend heraus, sondern alle Ebenen gingen nahtlos ineinander über. Echt Stark!

Harold Faltermeyers 80er-Hit „Axel F“ aus dem Film „Beverly Hills Cop“ etwa machte dank  der außergewöhnlich starken Bassleistung des CTM-Hörers ungemein viel Spaß. Auch basslastige aktuelle Popmusik wie Dua Lipas „Don’t Start Now“ kam mit dem Testkandidat außergewöhnlich erdig rüber. Der E-Bass im Song „A Million Ways“ von OK Go ging mit dem Proband wirklich durch Mark und Bein. Elektronische Bässe wie in Trentemøllers „Evil Dub“ zogen uns, vom CTM CE320 dargeboten, in ihrer Breite und Tiefe fast die Schuhe aus. Und selbst anspruchsvolles audiophiles Ausgangsmaterial wie Wolfgang Schmids „Personal Power“ mit seinen fetzigen Slap-Bass-Einlagen oder das Kontrabass-Solo in Ray Browns „Put Your Little Foot Right Out“ sowie die Kontrabass-Spuren diverser Jazz-Stücke gab der Proband penibelst genau, knackig und pointiert wieder.

Alldem stand seine Mittendarstellung in nichts nach. Der Hooters-Klassiker „Karla with a K“ beispielsweise hatte in unseren Ohren bis dato selten runder und stimmiger geklungen als mit dem CTM CE320. Bei der Wiedergabe weiterer Titel wie Mumford & Sons‘ „Little Lion Man“ gab der Proband ebenfalls mit viel Raum für Details aus, die manch anderer Kopfhörer auch gern mal „vermatscht“ – oder gleich ganz verschluckt.

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Blick auf den hochwertigen Ohrauslauf und die Seitenmarkierung

Und auch mit den hohen Tonlagen wusste der Testkandidat etwas anzufangen: Weder die am höchsten eingesungenen Passagen im Norah-Jones-Song „Don’t Know Why“ noch die Stimmen von Whitney Houston, Leona Lewis & Co. ließen den CTM CE320 vor Ehrfurcht erzittern. Im Gegenteil: Diese gab der Testkandidat genauso unaufgeregt und präzise wieder wie die Saxophon-Soli in Foreigners „Urgent“ oder „The Working Hour“ von Tears for Fears. Sogar die Darstellung der Stimme von Marianne Mellnäs im Stück „O Helga natt“ von der Compilation „Cantate Domino“ ließ der stark aufspielende In-Ear-Kopfhörer selbst in den höchsten tonalen Lagen unangestrengt wirken – von Schärfen keine Spur.

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Der In-Ear bietet schon mit Silikon-Tips eine gute Außenabschirmung.

Gerade im Klassik- und Orchester-Bereich wartete der CTM CE320 darüber hinaus mit einer mitreißenden Dynamik auf und legte außerdem eine – insbesondere für ein In-Ear-Modell – überraschend transparente, dreidimensionale Bühnendarstellung an den Tag. So ließen sich etwa in Rimsky-Korsakovs „Scheherazade, Symphonic Suite, op. 35 – IV. Allegro molto“ sämtliche Instrumente präzise im Raum verorten und klar voneinander unterscheiden. Auch jenseits von orchestraler Musik bildete der CE320 Hallräume sehr gut ab, so zum Beispiel in Van Halens Rocknummer „House of Pain“ oder „Pressure Point“ von den Zutons. Und auch rasante Impulsfolgen wie bei „Isis“ von Shakti und John McLaughlin forderten den In-Ear aus Florida nicht besonders – eine starke Vorstellung!

Insgesamt glänzte der CTM CE320 also mit einem erstaunlichen starken, das heißt glasklaren und in jeder Hinsicht hochpräzisen Klang – und fühlte sich bei alldem in nahezu jedem musikalischen Genre zu Hause, was den Hörer gleichermaßen zum Einsatz auf der Bühne, als In-Ear-Monitor fürs Studio oder in audiophilen Gefilden prädestiniert.

Fazit

Der 3-Wege-In-Ear-Monitor CTM CE320 fungiert als Einsteigermodell und zugleich erster auch hierzulande erhältlicher Kopfhörer der erfolgreichen US-Marke Clear Tune Monitors. Gemessen am aufgerufenen Preis und im Vergleich zu einigen weitaus höherpreisigen Mitbewerbern lieferte der durchsichtige In-Ear im Test eine bärenstarke Klangleistung mit einer geradezu überragenden Klarheit und Präzision ab, was ihn zu einer guten Wahl für Tonschaffende und Musiker wie für Musikliebhaber macht, die Wert auf hohe Klangtreue legen. Der hohe Tragekomfort des Leichtgewichts sowie das mitgelieferte Zubehör passen ins Bild und runden ein überraschend starkes Gesamtpaket gelungen ab.

STECKBRIEF CTM CE320

Weitere Informationen

Gewicht 10 g (ohne Kabel)
Preis 349 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip 3x BA-Treiber
Bauweise geschlossen, In-Ear, 3-Wege
Frequenzgang 20 Hz – 20 kHz
Anschlusskabel Audiokabel (abnehmbar, 120 cm) 
Stecker 3,5-mm-Miniklinkenstecker (vergoldet, gewinkelt)
Adapter 3,5-auf-6,3-mm-Klinke-Adapter
Impedanz 20 Ohm
Besonderheiten 3-Wege-System; ergonomisches Design; abnehmbares geflochtenes 2-Pin-Audiokabel

ZUBEHÖR
3,5-auf-6,3-mm-Klinke-Adapter; 3 Paar Innenohrpolster aus Silikon (Größen: S, M und L); 3 Paar Comply Foam Innenohrpolster aus Memoryschaum (Größen: S, M und L); Reißverschluss-Etui

AUFBEWAHRUNG
Reißverschluss-Etui

BEWERTUNG CTM CE320

KLANG Punkte (von 100)
Neutralität (2x) 85
Feinzeichnung (2x) 87
Impulsverhalten 83
Räumlichkeit 86
Dynamikverhalten 83
Basstiefe 87
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 85
Tragekomfort (25%) 86
Verarbeitung (15%) 82
Ausstattung (10%) 82
Testurteil sehr gut – überragend
Preis-Leistung 84,5
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