Hybrid-In-Ear-Monitor ikko Obsidian OH10

ikko Obsidian OH10

Testsiegel-ikko audio Obsidian OH10Der noch junge chinesische Audiotechnik-Hersteller ikko audio hat zwei edel anmutende In-Ear-Kopfhörer im Sortiment. Wir hatten die Chance einen davon, den ikko Obsidian OH10, zu testen und auf Klangqualität sowie Alltagstauglichkeit hin zu untersuchen. Ob er den positiven ersten Eindruck wohl auch in unserem Praxis- und Hörtest untermauern würde?

Neben den beiden In-Ear-Monitoren Meteor OH1 und Obsidian OH10 bietet das im chinesischen Shenzhen ansässige Unternehmen inzwischen auch Audiozubehör an und stellt auf seiner Stand jetzt noch nicht gänzlich ausgereiften, jedoch mit Feen und anderen Fabelwesen im Manga-Stil verzierten Webseite bereits weitere Audioprodukte in Aussicht. Man darf also gespannt sein. Unser Testkandidat, der ikko Obsidian OH10, ist indes schon heute und zu einer unverbindlichen Preisempfehlung von 219 Euro zu haben.

Bauweise und Lieferumfang des ikko Obsidian OH10

Der ikko Obsidian OH10 ist ein geschlossener Hybrid-In-Ear-Monitor, in dessen Innerem jeweils ein Balanced Armature Treiber (BA-Treiber) und ein dynamischer Treiber aus Polymerverbundwerkstoff mit titanbeschichteter 10-Millimeter-Membran den Ton angeben. Sein Äußeres  fällt unweigerlich sofort ins Auge. Denn sein grob dreieckig geformtes und anthrazit-silbrig glänzendes Gehäusedesign mit mehreren kleinen, ungleichmäßig abgeschrägten und wie gemeißelt wirkenden Flächen auf der Treiberabdeckung kommt einem massiven Gesteinsbrocken respektive dem wohl auch namensgebenden Obsidian gleich, dessen vulkanisches Gesteinsglas von einem ähnlich amorphen Gefüge geprägt ist.

Und nicht nur der erste optische Eindruck, sondern auch das Eigengewicht von ganzen 33 Gramm, das der aus zwecks Hautverträglichkeit und Oxidationsschutz mit Kunstharz beschichtetem Kupfer bestehende In-Ear mit Kupfer-Hohlraum bereits ohne das abnehmbare Audiokabel auf die Waage bringt, wirkt im Wortsinn massiv – und fühlt sich auch exakt so an. Hierbei sei betont, dass das Ganze auf Anhieb – im Gegenteil zum Design der Verpackung, in welcher der Obsidian OH10 geliefert wird (auch hier lassen, analog zur Webpräsenz, Feen und andere Fabelwesen grüßen) – in keinster Weise kitschig oder klobig, sondern ausgesprochen hochwertig wirkt und von einer hervorragenden Verarbeitung zeugt.

Dafür spricht auch das geflochtene Anschlusskabel, das im Innern aus einem gewundenen, silberbeschichteten OFC-Kupferdraht besteht und mittels verstärkter Kabelenden für einen besseren Halt um die Ohren geführt wird. Mittels MMCX-Steckern ähnlichen Zwei-Pin-Steckern wird das Kabel an die Kopfhörergehäuse angeschlossen, was zusätzlich durch farbliche Rechts-/Links-Markierungen an Stecker und Hörer erleichtert wird. Auch das wirkt alles schon einmal sehr wertig. Und auch die mitgelieferten Ohrpassstücke aus Silikon in drei unterschiedlichen Größen tragen zu diesem ersten positiven Gesamteindruck bei.

ikko Obsidian OH10 Zubehör
Der ikko Obsidian OH10 kommt mit reichlich Zubehör – und in einer der Aufmachung der Homepage des Unternehmens entsprechenden Manga-Style-Verpackung.

Der Obsidian OH10 in der Anwendung

Obwohl der ikko Obsidian OH10, wie schon erwähnt, ein für einen In-Ear-Kopfhörer außergewöhnlich großes Eigengewicht mitbringt (selbst ein ‚Schwergewicht‘ wie der Campfire Audio Solaris Special Edition ist mit ’nur‘ 21 Gramm deutlich leichter), lässt er sich – auch über längere Zeit hinweg – überraschend angenehm tragen. Dabei hat es dank der ergonomischen Bauweise, durch die sich der Hörer nahezu perfekt ans Ohr anschmiegt, den Anschein, er wiege deutlich weniger, als es tatsächlich der Fall ist.

Bei den mitgelieferten Silikon-Ohrpasstücken in drei verschiedenen Größen sollten zudem auch die meisten Nutzer fündig werden und – ähnlich wie wir im Laufe des Testprozederes – stets einen sicheren und angenehmen Sitz des Hörers im Ohr verzeichnen können. Diesen garantieren außerdem die um die Ohren herum verstärkten Kabelenden. Und so steht auch ausgedehnten Musiksessions mit dem ikko Obsidian OH10 nichts im Wege.

Ferner fällt auch das hochwertig geflochtene Anschlusskabel des ikko Obsidian OH10 in der Anwendung nicht unangenehm durch Kabelgeräusche auf. Mit einer Länge von 120 Zentimetern lässt sich im praktischen Gebrauch auch einiges anfangen, da wurde herstellerseitig mitgedacht. Lediglich mit gelegentlichen Verhedderungen ist zu rechnen. Und diese zu lösen hat sich im Praxistest als ziemlich nervig erwiesen – aber: Hierbei handelt es sich um Meckern auf hohem Niveau, zumal dies auch schon der einzige ‚Negativpunkt‘ ist, der in Bezug auf die Handhabung des In-Ears aus dem Reich der Mitte angeführt werden kann.

Der Klang des In-Ear-Monitors von ikko audio

Wie alle von uns getesteten Kopfhörer, so hatte auch der ikko Obsidian OH10 zunächst einmal eine Einbrennphase von etwa 72 Stunden zu überstehen, bevor er in unserem Hörtest zeigen durfte, ob er dem positiven optischen Ersteindruck und seinem guten Handling auch ein überzeugendes Klangbild folgen lassen kann. Und ja: Auch in dieser Disziplin schnitt der mit einer Impedanz von 18 Ohm zum mobilen Betrieb prädestinierte Testkandidat nicht nur am Smartphone, sondern auch an weiteren mobilen Zuspielern wie dem FiiO M7, dem Pioneer XDP-300R und unseren Referenz-DAPs iBasso DX220 und Questyle QPM positiv ab:

ikko Obsidian OH10 Detail
Der In-Ear-Monitor ikko Obsidian OH10 im Detail

Dabei konnte uns das insgesamt ausgewogen und natürlich-stimmig wirkende Klangbild, das uns der chinesische In-Ear-Monitor an sämtlichen Zuspielgeräten präsentierte, in eindrucksvoller Manier überzeugen. Außerdem lieferte der Proband einen trockenen Tiefbass bei Electro-Tracks wie Farays „Anger“ und auch bei Popsongs mit Bassbetonung wie Lordes „Royals“. Seine warme Klangfarbe im Bassbereich stand zudem den mit dem OH10 gehörten Jazzstücken gut zu Gesicht. Die Höhen bildete der Hybrid-In-Ear fein und kristallklar ab, ohne dabei durch unangenehme Schärfe aufzufallen. Und auch die Mitten spielte er fein aufgelöst aus – etwas zurückgekommen im Vergleich zu den Höhen und Tiefen, wohlgemerkt.

Auch in Sachen Impulstreue und Dynamik wusste der ikko Obsidian OH10 zu gefallen und konnte – etwa bei klassischen Orchesterstücken und Live-Aufnahmen – mit einer plastischen Raumabbildung samt guter Ortbarkeit einzelner Instrumente überzeugen. Und auch darüber hinaus gab der In-Ear-Monitor von ikko audio Hallräume gut wieder, so zum Beispiel in besagtem Lorde-Song. Bei alldem klang der Testkandidat zwar im direkten Vergleich mit High-End-In-Ears wie dem oben angeführten Campfire-Audio-Kopfhörer oder dem Xelento Wireless von beyerdynamic merklich zurückhaltender und nicht ganz so strahlend, zeigte aber gerade angesichts seiner Preisklasse, die deutlich tiefer angesiedelt ist, eine wahrlich beeindruckende Klangleistung, die wir in dieser Qualität im Voraus so nicht erwartet hätten.

Fazit

Der Hybrid In-Ear-Monitor ikko Obsidian OH10 konnte uns im Test sowohl mit seiner hochwertigen Verarbeitung und dem entsprechenden Zubehör als auch mit absoluter Praxistauglichkeit und nicht zuletzt mit einer zugegebenermaßen ungeahnt starken Klangleistung überzeugen – und das alles zu einem verhältnismäßig günstigen Preis. Damit ist mobiler Musikgenuss auch über längere Strecken hinweg garantiert. Klasse!

STECKBRIEF IKKO OBSIDIAN OH10

Weitere Informationen

Gewicht 33 g (ohne Kabel); 48 g (mit Kabel)
Preis 219 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip Hybrid (1x BA-Treiber; 1x dynamischer Treiber aus Polymerverbundwerkstoff mit titanbeschichteter Membran, 10 mm)
Bauweise geschlossen, In-Ear
Frequenzgang 20 Hz – 40 kHz
Anschlusskabel Audiokabel (OFC-kupferbeschichteter gewundener Silberdraht, abnehmbar, 120 cm)
Stecker 3,5-mm-Miniklinkenstecker (vergoldet, gewinkelt)
Adapter nein
Impedanz 18 Ohm
Besonderheiten abnehmbares Kabel; hörerseitig verstärkte Kabelenden; ergonomisches Design

ZUBEHÖR
abnehmbares Audiokabel; 6 Silikon-Ohrpassstücke in 3 Größen (S, M, L) und 2 Farben; Stoff-Transporttasche

AUFBEWAHRUNG
Transporttasche aus Stoff

BEWERTUNG IKKO OBSIDIAN OH10

KLANG Punkte
Neutralität (2x) 83
Feinzeichnung (2x) 84
Impulsverhalten 81
Räumlichkeit 82
Dynamikverhalten 80
Basstiefe 82
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 82
Tragekomfort (25%) 80
Verarbeitung (15%) 83
Ausstattung (10%) 80
Testurteil 81,5
Preis-Leistung sehr gut – überragend
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