MQA

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    MQA (Master Quality Authenticated)  ist ein Tonaufbereitungs- und Dateikompressions-Verfahren der britischen High End-Schmiede Meridian Audio. Das Verfahren ermöglicht es, unkomprimierte Musikdateien (beispielsweise WAV oder AIF) in originaler Master-Auflösung und ohne Qualitätsverlust komprimiert zu übertragen und gleichzeitig durch das Beseitigen digitaler Artefakte (idealerweise durch Kenntnis der individuellen Messdaten des Original Ausgabegeräts und des MQA-unterstützenden Abspielgeräts) klanglich zu optimieren. Die MQA-Codierung erfolgt nicht wie bei der Konversion von einem Audioformat zum anderen auf dem Computer des Nutzers, sondern nur einmalig anhand der originalen Masterfiles. Sie werden direkt von Meridian Audio autorisiert. Deshalb steht die Abkürzung MQA auch für „Master Quality Authenticated“. Die MQA-Datei enthält einen Schutz, der es ermöglicht, Fälschungen zu enttarnen. Nicht autorisierte MQA-Dateien werden dann – anstatt in der Originalauflösung – mit 16-Bit-PCM-Auflösung abgespielt. (So verfahren übrigens auch nicht-MQA-unterstützende Abspielgeräte mit normalen MQA-Dateien, Kompatibilität ist also in jedem Fall gegeben). Dass MQA weniger Speicher benötigt als die Original-Datei liegt an einem ausgeklügelten Faltverfahren das auf der Dynamikebene der Datei ansetzt. Auf diese Weise lassen sich verlustfrei die Informationen einer hoch aufgelösten Datei (192 Kilohertz/24 Bit) in
    einer niedriger aufgelösten Datei (48 Kilohertz/ 24 Bit) speichern. Um Musik in voller Dynamik darzustellen, reichen beispielsweise bereits 20 Bit aus – MQA entscheidet flexibel, für welchen Abschnitt welche Bitrate nötig ist. Bei 24 Bit-Dateien lassen sich also beispielsweise die übrigen 4 Bit nutzen, um die Abtastraten oberhalb 48 Kilohertz zu speichern, was in der Konversionspraxis mit mehreren Faltschritten erreicht wird. Beim MQA-unterstützten Abspielen wird die Datei wieder entfaltet und kann in Originalqualität genossen werden. MQA findet immer mehr Verbreitung – inzwischen arbeiten sowohl Warner Music als auch der Streamingdienst Tidal mit Bob Stuart von Meridian Audio zusammen. Allerdings regt sich auch Kritik ob der Lizensierungspolitik des Unternehmens MQA Ltd., sowie einiger Studien, denen zufolge MQA – entgegen der Unternehmenskommunikation- nicht wirklich als lossless bezeichnet werden kann.