Geschlossener On-Ear-Kopfhörer Calyx H

Geschlossener On-Ear-Kopfhörer Calyx H

Der Calyx H ist ein geschlossener On-Ear-Kopfhörer, der dank seiner präsenten Holzelemente, samt Gravur des Produktnamens an den Außenseiten der Ohrpolster, einen hervorragenden ersten Eindruck hinterlässt. Autor Stefan Hofmann hat sich den Kopfhörer genauer angehört.

Das Produktportfolio des südkoreanischen Herstellers Calyx umfasst neben dem Kopfhörer Calyx H auch einen Verstärker, mehrere DACs und mobile Musikplayer. Der Preis des im Look eines aktuellen Smartphones gehaltenen Clayx M von über tausend Euro zeigt, dass die entwickelten Geräte einen High-End-Anspruch verfolgen.

In der heutigen Zeit beherbergen Kopfhörermodelle oft einiges an Technik. Bluetooth, mehrere Mikrofone, um Umgebungsgeräusche mithilfe von leistungsstarken Chips und ausgeklügelten Algorithmen nahezu unhörbar zu machen sowie eine Armada an Schaltern und Knöpfen, die bei manch einem Gerät an die Steuerelemente der „Enterprise“ erinnern. Verstehen Sie mich nicht falsch, diese Produkte haben durchaus eine Daseinsberechtigung, machen Spaß und befriedigen die Ansprüche und Anforderungen einer stetig wachsenden Zielgruppe von technikbegeisterten Musikliebhabern. Jedoch gibt es auch eine große Gruppe von audiophilen Klangverliebten, die die Klangqualität in den Mittelpunkt rücken und getreu dem Motto „Aufsetzen und Genießen“ nach gut klingenden Begleitern auf dem Weg zur Arbeit suchen. Solch ein Produkt ist der Calyx H.

Der Calyx H wird in einer schicken Kartonverpackung ausgeliefert. Im Lieferumfang sind neben dem Kopfhörer ein 3,5-mm-Klinke-Audiokabel samt Adapter sowie ein Transportbeutel zur Aufbewahrung enthalten.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Calyx H wird in einer schicken Kartonverpackung ausgeliefert. Im Lieferumfang sind neben dem Kopfhörer ein 3,5-mm-Klinke-Audiokabel samt Adapter sowie ein schicker Transportbeutel zur Aufbewahrung enthalten. Optisch machen die Headphones einiges her. Die großen Elemente aus dunklem Holz bieten nicht nur genügen Platz für die verbauten 40-mm-Treiber, sondern schützen die integrierte Technik auch vor Stürzen auf harten Untergrund. Ein besonderes Highlight ist der sorgfältig und auf beiden Seiten in das Holz eingefräste Produktname.

Ein besonderes Highlight ist der sorgfältig und auf beiden Seiten in das Holz eingefräste Produktname.

Ohrpolster aus Kunstleder sowie das ebenfalls gepolsterte Kopfband sorgen für ein angenehmes Tragegefühl. Die wenigen sichtbaren Kunststoffelemente zeigen sich in einem unauffälligen schwarz. Die rechts und links verfügbare Höhenverstellung macht einen soliden Eindruck. Die am unteren Ende des Kopfbands angebrachten „R“ und „L“ Wegweiser wirken im Gesamtkontext des Kopfhörers aufgrund des verwendeten Kunststoffes meiner Meinung nach etwas fehl am Platz. Hier hätten kleine Holzelemente im Stil der anderen verbauten Holzelemente dem Calyx H gut zu Gesicht gestanden und sein luxuriöses Auftreten noch mehr unterstrichen. Das im Lieferumfang enthaltene, gewebeummantelte und abnehmbare Kabel (1,4 m) steckt fest in der hervorragend verbauten Buchse, die sich am rechten Ohrhörer befindet.

Der praktische Gebrauch

Durch sein geringes Gewicht und die bequemen Ohrpolster samt Kopfband, eignet sich der Calyx H perfekt für eine längere Verwendung. Auch der Anpressdruck ist angenehm und weder zu fest noch zu leicht. Ich habe den Kopfhörer lange getragen und viel Musik damit gehört. Ehrlich gesagt vergas ich während des Testens sogar kurzzeitig, dass sich etwas auf meinem Kopf befand und riss auf dem Weg zum Kühlschrank fast mein Audio-Interface vom Tisch. Mit einer Impedanz von 50 Ohm kann der Kopfhörer problemlos an jedem Smartphone, Laptop, DAC und dergleichen betrieben werden. Der Frequenzgang von 20 Hz bis 20 kHz deckt alle von Menschen wahrnehmbaren Frequenzbereiche ab.  Im Vergleich zu Over-Ear-Kopfhörern oder Exemplaren mit integriertem ANC sind Umgebungsgeräusche, beziehungsweise umgekehrt die Musik für Menschen in direkter Nähe, wahrnehmbar. Jedoch liegen die Ohrpolster fest an den Ohren an und sorgen für eine gute Abdichtung und Isolierung trotz der On-Ear-Bauweise. Somit eignet sich der Kopfhörer auch für DJs im Live-Einsatz oder unterwegs auf dem Weg zur Arbeit. Zudem kann der Calyx H, dank des Verbauten Klappmechanismus, auf ein ziemlich kleines Packmaß zusammengefaltet werden. Ein aktuelles Smartphone ist nicht viel größer.

Calyx H kann auf ein ziemlich kleines Packmaß zusammengefaltet werden.

So klingt der Calyx H

Wie auch bei unseren anderen Testberichten, unterzogen wir den Calyx H einer mehrstündigen Einbrennphase, um gute Vorrausetzungen für den Hörtest zu schaffen. Auch verschiedene Abspielgeräte wie Digital Audio Player, Audio-Interfaces, Laptops und Smartphones kamen zum Einsatz. Die meiste Zeit betrieb ich den Kopfhörer an meinem Audio-Interface – dem Antelope Audio ZEN GO – das dank toller Kopfhörerverstärker über hervorragende klangliche Eigenschaften, verfügt. Um den Klang besser einschätzen zu können, hörte ich Stücke aus verschiedenen Genres.

Der Calyx H verfügt über eine ausgewogene und recht detaillierte Wiedergabe des Audiomaterials. Bei basslastigen Songs wie beispielsweise „Rich & Sad“ von Post Malone kommt der Bass gut betont jedoch nicht zu druckvoll daher. Das hat auch zur Folge, dass angrenzende Frequenzbereiche nicht allzu stark weggedrückt werden. Mit der guten Basswiedergabe geht die sehr gute Impulswiedergabe Hand in Hand.

Die Frequenzen, die sich für die Sprachverständlichkeit verantwortlich zeigen sind weder überpräsent noch aufdringlich. Die Stimme des Sängers oder der Sängerin bekommen Hörer detailreich und hervorragend aufgelöst auf die Ohren. Detailreichtum ist eine Stärke dieses Kopfhörers was sich besonders bei Songs mit sehr gut aufgenommenen Instrumenten wie beispielsweise „Missing Piece“ von Vance Joy zeigte. Die gemutete Akustikgitarre im Hintergrund – ein Traum.

Die Höhen sind für meinen Geschmack weder über- noch unterbetont was der Vergleich mit dem von mir sehr geschätzten Audio-Technica ATH-M50x offenbarte. Auch die räumliche Wiedergabe verfügt über Detailreichtum, Schallquellen lassen sich ausgezeichnet lokalisieren. Der Calyx H macht nicht den Eindruck in einem Preisbereich von unter 300 Euro zu spielen – eher darüber.

Fazit

Der Calyx H ist ein geschlossener und kompakter On-Ear-Kopfhörer der durch sein geringes Gewicht, eine sehr gute Verarbeitungsqualität und einen ausgewogenen Klang überzeugt. Eine druckvolle jedoch nicht überbetonte Basswiedergabe sowie die detailreiche Wiedergabe verschiedener Musikstücke im Klangtest sowie das kleine Packmaß machen den Kopfhörer zu einem perfekten Begleiter auf Reisen und an der heimischen Anlage. Ein so guter Klang zum Preis von knapp 250 Euro sorgt für ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.

STECKBRIEF Calyx H

Weitere Informationen

Gewicht 189 g (ohne Kabel)
Preis 249,00 Euro

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Bauweise On-Ear, dynamisch, geschlossen
Treiberdurchmesser 40 mm
Anschlusskabel 3,5-mm-Klinkenstecker (abnehmbar)
Frequenzbereich 20 Hz – 20 kHz
Impedanz 50 Ohm
Besonderheiten einklappbar

ZUBEHÖR
Transportbeutel, Adapter 3,5-mm/6,3-mm-Klinke

BEWERTUNG Calyx H

KLANG Punkte (von 100)
Neutralität (2x) 85
Feinzeichnung (2x) 84
Impulsverhalten 86
Räumlichkeit 85
Dynamikverhalten 84
Basstiefe 86
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 85
Tragekomfort (50%) 85
Verarbeitung (15%) 83
Ausstattung + Bedienung(10%) 84
Testurteil
84,6
Preis-Leistung sehr gut
So testet und bewertet mobilefidelity magazin.

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