George Ezra – Staying at Tamara’s

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Nachdem der aus Großbritannien stammende George Ezra mit seinem ersten Album „Wanted on Voyage“ und der dazugehörigen Single „Budapest“ bereits weltweit beachtliche Erfolge feiern konnte, meldet sich der smarte Brite mit der bluesigen Stimme nun mit seinem neuen Album „Staying at Tamara’s“ zurück.

Ezra erzählt aus seinem Leben, von seinen Reisen und seinen Frauen. Und das Ganze in einem sehr interessanten Mix: Während sein Gitarrenspiel im Folk- und Country-Sound daherkommt, kombiniert er es mit Beats, großen Arrangements und ausladenen Bläsersätzen. So schafft er es, dem alten Singer-Songwriter-Klischee einen modernen, neuen Anstrich zu verpassen.

Die Musik pendelt sich zwischen Indie-Folk, Pop, Rock und Western ein. Das Album ist sehr liebevoll konzipiert, die verspielten Arrangement hören sich stets überraschend, und trotz vieler altbekannte Klänge, frisch und ehrlich an, ohne erzwungen zu wirken. So hören wir auf der Single „Pretty Shining People“ neben dem üppigen Indie-Pop Arrangement auch mal ein Harfen-Arpeggio. Auch greift Ezra musikalisch die im Text behandelten Themen auf. So hören wir in „Sugarcoat“, das teilweise in Südafrika spielt, stilvoll eingesetzte afrikanische Gitarrenelemente und Akkordstrukturen.

Klanglich ist „Staying at Tamara’s“ eindeutig auf die markante Stimme Ezras zugeschnitten, die immer im Vordergrund steht und dem Album eine ausgezeichnete Sprachverständlichkeit verleiht, was unserer Meinung nach für diese Art von Musik essenziell ist. Ansonsten sind die einzelnen Instrumente geschmackvoll in Szene gesetzt. Die Gitarre bekommt ihren charakteristischen Federhall, die nicht tragenden, die eher als Effekt eingesetzten Instrumente wie Bläser und Harfe mit einem Delay veredelt. Die Songs klingen leicht und ehrlich, was der Musik stets eine sehr luftige und unbeschwerte Note verleiht. Einziger Kritikpunkt unsererseits wäre der extrem ans Limit gefahrene Drumsound. Hier hätten man vor allem bei den Becken auf etwas Kompression verzichten können. Die Musik gibt es her, dass man auch mal „leise“ wird, doch die aus der Kompression entstehende Grunddynamik lässt das nicht zu. Diese Entwicklung ist nicht neu, doch ist es immer schade, wenn Dynamik und somit Musikalität zu Gunsten von Lautheit verloren geht.

Mit „Staying at Tamara’s“ gelingt George Ezra ein tolles, abwechslungsreiches und authentisches Album, welches einiges an Hit-Potential birgt.

BEWERTUNG GEORGE EZRA – STAYING AT TAMARA’S

TESTERGEBNIS Punkte
Musik 7
Klang 6
So testet und bewertet mobilefidelity magazin.