Fitz & the Tantrums – All the Feels

Die US-amerikanische Indie-Pop/Neo-Soul-Formation Fitz & the Tantrums aus Los Angeles wurde 2008 gegründet. Nun hat das Sextett um Sänger Michael „Fitz“ Fitzpatrick mit „All the Feels“ inzwischen sein viertes Studioalbum veröffentlicht.

„All the Feels“ – Zwischen Pop und Elektro

Mit dem gleichnamigen Song „All the Feels“ eröffnet das neue Album denkbar poplastig, eingängig und auf Hymne mit großen Gefühlen angelegt: Claps, dazu pompöse Drums, Mitsing-Gesang, Streicher-Kaskaden, Hall und Synth-Effekte – das funktioniert ideal. „123456“ setzt ebenso auf Pop-Eingängigkeit, ist dabei aber minimalistischer arrangiert, mit spielerischen Elektro-Drums und Synth-Sprengseln. „I Just Wanna Shine“ treibt den Pop-Anspruch dann auf die Spitze, mit krachender Vintage-Drum-Sample-Anmutung, Akustikgitarren, Orgel und einer durchgehenden Basslinie, was alles den eingängigen Gesang unterlegt – ein echter Höhepunkt, samt eingängiger Synth-Melodie. Stilistisch erinnert das Ganze an eine gelungene Mischung aus Toploader und Franz Ferdinand – nur melodischer.

Fitz & the Tantrums – R&B- und Hip-Hop-Einflüsse

„Ain’t Nobody but Me“ ist wieder zurückhaltender und verspielter arrangiert. Hier stehen die R&B- und Elektropop-Einflüsse der Band im Vordergrund. So wirkt der Gesang von Michael Fitzpatrick in der Strophe nahe gerapptem Sprechgesang. „Don’t Ever Let Em“ ist ebenfalls vergleichsweise ruhig gehalten, mit Orgel-Sounds, Claps und Gesang mit Auto-Tune-Effekten. „I Need Help!“ setzt dagegen wiederum mehr auf Pop-Alarm, mit ‚kreischendem‘ Synth-Lick im Refrain. In der Strophe treibt ein ausgedünntes Bass-Riff den Song voran. Der Track, der sich passend zum Titel als Hilfeschrei interpretieren lässt, mag dabei im Akkordverlauf abstrakt durch den Beatles-Klassiker „Help!“ interpretiert worden sein.

Fitz & The Tantrums
Fitz & The Tantrums

„Basement“ setzt ebenfalls auf Energie, mit Synth-Melodie im Refrain. „Ready or Not“ vermittelt ähnliche Aufbruchsstimmung, mit leiser Strophe samt Stakkato-Instrumentallinien und interessanten Harmonien. „Belladonna“ setzt starke Elektro-Akzente, mit hartem Techno-Beat und Synth-Verfremdungen. „Livin‘ for the Weekend“ setzt zum Abschluss der 17 Songs des neuen Albums von Fitz & the Tantrums wiederum härtere Hip-Hop-Akzente, mit Synth-Refrain und fast Eminem-artigen, rhythmisierten Rezitieren des Texts, dazu Vocoder-Gesangspassagen – ein eingängiger Höhepunkt der anderen Art.

Zeitgemäßer Klang, solides Songwriting

Klanglich ist „All the Feels“ zeitgemäß dicht komprimiert mit teils wahrnehmbarer Verzerrung. Im Rahmen der ‚lauten‘ Produktion gehen dafür plastische Bass-Anteile verloren, auch klingt der Höhenbereich oft unangenehm scharf, etwa bei „Livin‘ for the Weekend“. Das Stereobild wirkt stellenweise irritierend breit, beispielsweise bei „Belladonna“. Musikalisch bieten Fitz & the Tantrums in vielen Songs des neuen Albums solides und eingängiges Pop- und Hip-Hop-Songwriting auf, das den Zeitgeist gelungen bedient.

FITZ & THE TANTRUMS – ALL THE FEELS

TESTERGEBNIS Punkte
Musik 7
Klang 6
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