Digital Audio Player Questyle QPM

Questyle QPM Aufmacher

Testsiegel-QUESTYLE QPMViele Digital Audio Player verfügen heute über Features wie üppig dimensionierte Touch-Displays, Bluetooth, WLAN, Zugang zu diversen Streamingdiensten wie Spotify, Tidal & Co. und weitere Annehmlichkeiten – nicht so der Questyle QPM: Der Nachfolger des QP1R und QP2R setzt stattdessen voll und ganz auf kabelgebundene High-Res-Audio-Wiedergabe.

Nichtsdestotrotz hat auch der QPM eine Vielzahl von Funktionen aufzubieten. Jedoch ist er dabei zugunsten seiner vorzüglichen Klangeigenschaften auf das Wesentliche reduziert – ganz ohne jeglichen Schnickschnack und etwaige Störquellen. Dafür kommt das neue Aushängeschild aus dem Hause Questyle mit einer Pentaconn-Buchse und der patentierten „Current Mode Amplification“, die es schafft, selbst anspruchsvolle und leistungshungrige High-End-Kopfhörer mit Leichtigkeit anzutreiben.

Das chinesische High-Tech-Unternehmen Questyle Audio Engineering, das neben Digital Audio Playern unter anderem auch hochwertige Kopfhörerverstärker und D/A-Wandler produziert, lässt sich sein neues DAP-Flaggschiff stolze 1.999 Euro – und damit deutlich mehr als die beiden Vorgänger-Modelle – kosten. In unserem Klang- und Praxistest durfte das Kraftpaket aus dem Reich der Mitte sein ganzes Können aufzeigen.

Lieferumfang und erster Eindruck

Dabei wurde der hohe Anspruch des Herstellers an seine Produkte schon beim Unboxing deutlich, denn Verpackung und Lieferumfang des Questyle QPM machten auf Anhieb einen sehr hochwertigen Eindruck: Die schlichte schwarze Kiste, in welcher der High-End-Player geliefert wird, ist von einer stabilen weißen Kartonhülle umgeben, zweifach aufklappbar und mit magnetischen Druckverschlüssen versehen. Für einen festen Sitz ist die Verpackung mit einer exakt auf das Gerät und sämtliches Zubehör zugeschnitten Polsterung ausstaffiert. À propos Zubehör: Neben dem USB-C-Kabel liegen dem DAP ein optischer Adapter sowie eine Stofftasche zum Transport bei – sehr praktisch. Somit ging also schon das Auspacken gut los und machte Vorfreude auf alles, was im Test noch kommen sollte.

Questyle QPM
Lieferumfang des Questyle QPM

Optik und Bauweise

Questyle lässt seine Produkte – neben Digital Audio Playern unter anderem auch hochwertige Kopfhörerverstärker und D/A-Wandler – bei Foxconn produzieren. Dieser Fertigungspartner steht für ein Höchstmaß an Sorgfalt und Präzision in Sachen Materialauswahl und -verarbeitung. Und das sieht man auch dem neuen chinesischen Vorzeige-DAP an:

Das Gehäuse des Questyle QPM besteht aus einem aus dem Vollen gefrästen Aluminumblock mit einer kratzfesten schwarz-eloxierten Oberfläche sowie einer Vorder-und Rückseite, die erstmals aus robustem 3D-Glas besteht. Das äußere Erscheinungsbild des QPM beruht dabei auf dem wertig anmutenden, schlichten Design seiner beiden Vorgänger. Im Vergleich zum QP1R und QP2R macht der neueste Questyle-Spross mit seinen nochmals etwas weicher geführten Linien und dem komplett in Schwarz gehaltenen schlicht-edlen Stil allerdings einen noch etwas gefälligeren Eindruck. Außerdem ist das jüngste Mitglied der QP-Serie mit dem bereits vom QP2R bekannten 2.4″ IPS-Farbdisplay sowie dem ebenfalls mit der zweiten Player-Generation hinzugekommenen Drucktaster auf der linken Außenkante (Vor, Zurück, Play/Pause) sowie einer BIAS-Kontrollleuchte – hierzu später mehr – oberhalb der Power-Taste auf der rechten Seite ausgestattet.

Alle Bedienelemente verfügen über den von den Vorgängermodellen gewohnt guten Druckpunkt, fügen sich stimmig in das Gehäuse des Players ein und setzen mit ihren silbernen Umrandungen ein optisches Highlight. Dasselbe gilt für die beiden Kontraststreifen rings um den nun noch leichtgängiger und präziser (wahlweise in 60 oder 120 Stufen) rastenden, schwarzen Volume-Regler. Dieser ist auch beim Questyle QPM wieder in gewohnter Manier rechts auf der Oberkante angebracht. Und auch um das bei der QP-Serie zum Standard gehörende, beim QPM nun aber dunkler ausgeführte Drehrad sowie um den darin befindlichen OK-Knopf herum findet man beim QPM silbern glänzende Kontraststreifen vor. So wirkt das Ganze noch ein wenig dezenter und zugleich edler – klasse! Beide Drehregler bringen im Übrigen das nötige Maß an Präzision, Leichtgängigkeit und Widerstand mit und sind sehr angenehm in der Handhabung – deutlich angenehmer zum Beispiel als beim QP1R.

Über die gläserne Rückseite, die natürlich potenziell anfällig für Kratzer und Fingerabdrücke ist, lässt sich gewiss streiten. Insgesamt allerdings – da war sich die gesamte Redaktion einig – sieht das neue DAP-Flaggschiff stylischer aus als alle bisherigen mobilen Audio Player aus dem Hause Questyle. Maße und Gewicht des Questyle QPM und seiner beiden Vorgänger nehmen sich dabei so gut wie nichts und sind minimal hosentaschenfreundlicher als zum Beispiel das Flagship-Modell von iBasso, der DX220, oder der KANN von Astell & Kern.

Anschlüsse und Konnektivität

Anschlussseitig verfügt der neue High-End-Player von Questyle auf seiner Oberseite zum einen über einen unsymmetrischen 3,5-Millimeter-/Optical-Out-Kombi-Anschluss. Zum anderen ist hier eine vollsymmetrische 4,4-Millimeter-Pentaconn-Buchse verbaut, wie sie zunehmend bei hochwertigen Hi-Fi-Geräten Verwendung findet, so zum Beispiel am Kopfhörerverstärker und DAC Sennheiser HDV 820.

Des Weiteren befindet sich auf der Unterseite des Questyle QPM die Ladebuchse mit USB-C-Standard, über welche der 3100 mAh starke Lithium-Polymer-Akku des Players in schnellen dreieinhalb Stunden voll aufgeladen werden kann. Am PC angeschlossen, kann es erfahrungsgemäß auch einmal deutlich länger dauern. Abhängig von der Lautstärke sowie vom abgespielten Dateityp und nicht zuletzt auch vom mit dem DAP betriebenen Kopfhörer kann die Akkulaufzeit des Audioplayers natürlich schwanken. In unserem Test brachte er es bei mittlerer Lautstärke und im Verbund mit nicht allzu leistungshungrigen Kopfhörern jedoch stets ungefähr auf die herstellerseitig angegebenen zehn Stunden.

Außerdem kann der Questyle QPM über seinen USB-Anschluss sowohl in Verbindung mit mit dem hauseigenen Systemen Super Hub SHB 2 und HB2 betrieben werden. Auch ist der Player via USB als DAC für Smartphones nutzbar und beschert diesen so einen besseren Klang. Darüber hinaus kann auf dem Wege der USB-Verbindung auch der interne 64-GB-Flashspeicher mit Musik und weiterem Material gefüllt werden. Schade ist, dass der Questyle QPM, wie schon der QP2R zuvor, auch ’nur‘ über einen microSD-Slot verfügt, wohingegen der QP1R oder beispielsweise der Pioneer XDP-300R gleich mit zwei microSD-Kartenschächten auftrumpfen können. Über die verbliebene microSD-Schnittstelle lässt sich das Speichervermögen des Testkandidaten aber immerhin auf bis zu 2 TB erweitern. Auf drahtlose Konnektivität hat man beim Questyle QPM, wie bereits erwähnt, zugunsten der Vermeidung etwaiger Störquellen abermals ganz bewusst verzichtet.

Diese technischen Highlights hat der QPM unter der Haube

Questyle QPM
Hauptmenü des Questyle QPM

Auch auf technischer Seite kann sich der QPM sehen lassen: Questyles neuester Digital Audio Player ist mit dem bewährten AKM AK4490-Chipsatz bestückt, der auch bereits im Vorgängermodell QP2R verbaut wurde. Auch der Testkandidat ist zudem wieder mit der patentierten „Current Mode Amplification“-Verstärkungs-Technologie ausgestattet, die schon den QP1R und QP2R selbst mit den forderndsten Kopfhörern spielend zurechtkommen ließ, und bereits diesen DAPs eine herausragende Klangqualität verliehen hatte. Im neuen Questyle-Flaggschiff verrichten nun zusätzlich zwei CA630-Operationsverstärker und zwei CC630-Spannungswandler ihren Dienst und verleihen dem mobilen Player im Vergleich zu seinen Vorgängern noch mehr Power: Dank dieser reinen Class-A-Module legt der Questyle QPM gegenüber dem QP2R eine um fast 50 Prozent höhere Ausgangsleistung sowie einen deutlich niedrigeren Klirrfaktor an den Tag. Dabei liefert die Verstärkersektion des Players 3.9 Vrms (symmetrisch) und 1.9 Vrms (unsymmetrisch).

Darüber hinaus verfügt der QPM über ein BIAS-Kontrollsystem der Klasse A, das die beiden Einstellungen „Normal“ (BIAS-Control-LED leuchtet orange) und „High“ (BIAS-Control-LED leuchtet rot) erlaubt. Im High-BIAS-Modus arbeitet der Verstärker im reinen Class-A-Zustand. Das frisst zwar deutlich mehr Strom, doch werden hierdurch Verzerrungen im höherfrequenten Bereich drastisch reduziert, was der Dynamik und Impulstreue und nicht zuletzt der Gesamtperformance des High-End-DAPs zugutekommt und ihn am symmetrischen 4,4-Millimeter-Pentaconn-Ausgang selbst mit extrem leistungshungrigen Kopfhörern wie unserem Referenz-Over-Ear, dem Sennheiser HD820, fertig werden lässt.

Derart gut ausgestattet ist Questyles Powerhouse in der Lage, sowohl die verlustbehafteten Musikformate MP3, WMA, OGG und AAC als auch die verlustfreien Formate APE, FLAC, WAV, ALAC, DFF, DSF und AIFF mit Links wiederzugeben. Dabei unterstützt er DSD nativ bis DSD64 und PCM mit einer Auflösung von bis zu 32 Bit/384 kHz.

GUI und Handhabung des Questyle QPM

Im Gegensatz etwa zum Pioneer XDP-300R, der mit Android ausgestattet ist, oder zum iBasso DX220, der mit Mango OS zusätzlich über ein zweites Betriebssystem verfügt, baut der Questyle QPM, wie schon seine Vorgängermodelle QP1R und QP2R auf eine Linux-Benutzeroberfläche. Das System bootet in 15 Sekunden – und damit etwas langsamer als der QP1R, welcher hierzu lediglich 12 Sekunden benötigte. Mit dem Bedienkomfort der ungemein benutzerfreundlichen und auf großformatige grafische Darstellung, App-Downloads und mobiles Streaming getrimmten Nutzeroberfläche der DAPs von iBasso kann das GUI des Questyle QPM dabei zwar nicht mithalten. Die Navigation via Linux läuft hier allerdings gänzlich ruckelfrei und insgesamt leicht und intuitiv ab. Und auch das vergleichsweise sehr reduzierte Nutzerinterface des QPM bietet alle Optionen und Einstellmöglichkeiten, die es für die flexibel gestaltbare und genussvolle mobile Wiedergabe hochauflösender Audiofiles braucht.

Questyle QPM
Die Kategorien-Azeige – Beispiel: Künstler

In der Menüsteuerung hat sich dabei im Vergleich zum direkten Vorgänger QP2R nicht viel getan: Das Hauptmenü ist in die Unterpunkte „Jetzt läuft“, „Kategorie“, „Playlist“, „Dateibrowser“ und „Einstellungen“ aufgegliedert, die nach wie vor allesamt als Liste dargestellt werden. Der erste Punkt erklärt sich von selbst. Über den Menüpunkt „Kategorie“ bekommt der Nutzer seine Musik nach fünf Kriterien sortiert angezeigt: Titel, Künstler, Album, Genre und DSD. Via „Playlist“ lässt sich direkt zu vorhandenen Wiedergabelisten navigieren. Der „Dateibrowser“ bietet eine Übersicht sowohl über den integrierten Flashspeicher als auch über die Dateien auf der benutzten microSD-Karte und bietet entsprechend der dort jeweils angelegten Ordnerstruktur Zugriff auf die gewünschte Musik. Und über „Einstellungen“ lässt sich alles von der Sprache über grafische, Klang- und Wiedergabe-Optionen bis hin zu Systemeinstellungen konfigurieren. Auch Firmware-Updates, die künftig auf der Questyle-Homepage zum Download bereitstehen werden, können über dieses Menü vorgenommen und die Nutzung des QPM als USB-DAC eingestellt werden.

Auch die Statusleiste am oberen Bildschirmrand, die in sämtlichen Menüs stets sichtbar bleibt, ist im Vergleich zum QP2R unverändert geblieben: Sie zeigt von links nach rechts Informationen zur Gain-Einstellung (Low/Medium/High), die Lautstärke, den aktuell verwendeten Wiedergabemodus (zum Beispiel Zufallswiedergabe), das gerade aufgerufene Menü, bei eingesetzter microSD-Karte ein entsprechendes Symbol, und den Akkustand an.

In der Player-Ansicht wird standardmäßig das Cover des abgespielten Albums im Hintergrund und davor am unteren Bildschirmrand ein halbdurchsichtiger Balken angezeigt. In diesem finden sich in gewohnter Anordnung Angaben zu Abspielstatus (Play/Pause), Titelname und -nummer, Dauer und Auflösung, während die Zeitleiste den Balken fortwährend füllt. Per Betätigung des Drehrads lassen sich zudem weitergehende Titelinformationen sowie Songtexte anzeigen, die vor dem Albumcover im Hintergrund dargestellt werden.

Der OK-Knopf fungiert in diesem Bereich als Play/Pause-Taste. Mit kurzem Antippen der beiden Touchflächen unterhalb des Drehrads (Pfeil nach links/rechts) können Songs geskippt werden, langes Drücken bewirkt das Vor- beziehungsweise Zurückspulen. Mittels der Touchfläche rechts oberhalb des Drehrads gelangt man durch sämtliche Menüstufen zurück bis ins Hauptmenü – und bei einem weiteren Druck auch wieder zurück zum gerade abgespielten Titel. Und durch Antippen der Funktionsfläche links oberhalb des Drehrads öffnet sich ein weiteres Menü, mit dem der Wiedergabemodus (zum Beispiel Shuffle oder Repeat) eingestellt werden kann und sich der gerade abgespielte Track als Favorit markieren, einer Playlist hinzufügen oder löschen lässt.

Nur auf diesem Wege lassen sich mit dem Questyle QPM Playlists nach vorgegebenen Gesichtspunkten erstellen – und im Übrigen auch nicht umbenennen. Ein weiterer Kritikpunkt: Leider steht im GUI des Players keine Suchfunktion zur Verfügung. Dafür kommt er jedoch mit einem sehr netten Feature um die Ecke: Im Optionsmenü kann einstellt werden, ob der zuletzt abgespielte Song nach einem Neustart exakt von der Position weitergespielt werden soll, an der man ihn zuvor unterbrochen hat, oder nach einem Neustart lediglich an den Start des zuletzt abgespielten Stücks zurückgekehrt werden soll.

Und auch eine ganze Menge an Soundoptionen hat der Questyle QPM zu bieten: So können etwa Gain-, BIAS- und DSD-Einstellungen vorgenommen werden. Mit dem grafischen 10-Band-Equalizer lassen sich zudem zwei EQ-Kurven individuell bearbeiten und abspeichern. Die Stereobalance kann angepasst werden, es besteht die Möglichkeit der Gapless-Wiedergabe, und auch der Lautstärkebereich lässt sich von standardmäßig 120 auf 60 Stufen reduzieren. Verschiedene Digitalfilter lassen sich im Optionsmenü des QPM hingegen nicht einstellen.

Zu den darstellungstechnischen Optionen, die im Einstellungsmenü des Questyle QPM konfiguriert werden können, zählen wiederum die Schriftgröße, das Hintergrundbild, der Darstellungsmodus für die Sortierung der Musikbibliothek nach Album (Liste oder Coverslide, wie man ihn etwa von iTunes kennt), Helligkeit und Beleuchtungsdauer.

Der Klang des neuen DAP-Flaggschiffs von Questyle

Zunächst war dem Questyle QPM eine angemessene Einbrennzeit von einigen Tagen vergönnt, bevor er von uns im Zuge des intensiven Hörtests mit allerhand hochauflösender Musik der verschiedensten Stilrichtungen bombardiert wurde – und an diversen Kopfhörern zeigen durfte, wozu er imstande ist.

Dabei kamen unter anderem der Studiokopfhörer Neumann NDH20, 1MOREs Flaggschiff, der Triple Driver H1707, sowie die geschlossenen Bluetooth-Over-Ears Panasonic RP-HD610N, Beats Studio³ Wireless und der magnetostatische Technics EAH-F70N – jeweils im Kabelbetrieb – und nicht zuletzt auch Top-In-Ears wie Beyerdynamics Xelento Wireless zum Einsatz. Gänzlich unbeeindruckt spielte der Questyle QPM hierbei sämtlichen Kopfhörern vom In-Ear bis hin zum anspruchsvollen Magnetostaten Musik zu. Am vollsymmetrischen 4,4-Millimeter-Pentaconn-Anschluss nahm es der Audioplayer selbst mit einem High-End-Kopfhörer wie unserer Over-Ear-Referenz Sennheiser HD 820 auf – mit einer fast schon frechen Selbstverständlichkeit und ganz ohne jegliche Probleme.

Im Hörtest ließ uns der Questyle QPM sodann an seiner ungemeinen Spielfreude teilhaben: An allen zum Einsatz gekommenen Hörern wusste er mit einem schlichtweg überragenden Klang zu begeistern, der selbst den Spitzenklang des neuen iBasso DX220 noch übertreffen konnte. So klang der Testkandidat insgesamt noch ein Fünkchen präziser und transparenter als das Topmodell des Mitbewerbers; glänzte mit einem herausragenden Auflösungsverhalten, das musikalische Details noch ein wenig mehr in Szene setzte. Zudem klang der QPM noch etwas authentischer und ausgewogener als der neue iBasso, legte also noch einen Tick mehr Neutralität an den Tag – ohne dabei aber klinisch zu wirken. Ganz im Gegenteil: Auch der Mitteltonbereich des Questyle QPM klang voll und warm. Zudem lieferte der DAP einen konturierten, trockenen und voluminösen Tiefbass und kristallklare Höhen – ohne dabei auch nur einen Hauch von Anstrengung zu zeigen, versteht sich. Dasselbe gilt im Übrigen auch für große dynamische Amplituden und Impuls-Spektakel. Fast überflüssig zu erwähnen, dass die Hörbühne, die Questyles neues Aushängeschild zu formen weiß, an Dreidimensionalität, Plastizität und Tiefenstaffelung kaum zu übertreffen scheint. Trotz seiner im Vergleich zum neuesten iBasso etwas neutraleren Abstimmung klingt Questyles DAP-Flaggschiff also insgesamt sehr musikalisch, bildet Stimmen wie Instrumente zudem mit viel Gefühl ab.

Klanglich drängt sich der Questyle QPM bei alldem jedoch nicht in den Vordergrund, sondern überlässt diesen Part ganz den mit ihm betriebenen Kopfhörern. Die selbstverständliche Souveränität, mit welcher er die Musik dabei an die angeschlossenen Hörer weiterleitet, ist absolut beeindruckend. So wird das Musikhören mit dem Questyle QPM zum wahren Hochgenuss – ganz egal, mit welcher Stilrichtung der audiophile High-Res-Player auch gefüttert wird. Ein wahrlich großer Wurf, zu dem Questyle hier ausgeholt hat. Alle Achtung!

Fazit

Mit dem QPM hat Questyle ein mächtiges DAP-Zugpferd im Stall. Der mobile Audioplayer ist zwar nicht ganz günstig zu haben und bietet keine drahtlose Konnektivität oder die Fülle an Spielereien mancher Mitbewerber. Klangtechnisch agiert das neue Questyle-Flaggschiff jedoch auf Champions-League-Niveau und hat verglichen mit seinen Vorgängern auch äußerlich nochmal etwas Feinschliff verpasst bekommen. An einem Digital Audio Player, der mit einer derartigen Feinzeichnung aufwartet und selbst feinste Details mit einer solchen Selbstverständlichkeit abzubilden weiß, dürfte derzeit nur schwer vorbeizukommen sein.

STECKBRIEF QUESTYLE QPM

Weitere Informationen

Abmessungen (HxBxT) 134 x 65 x 14,5 mm
Gewicht 212 g
Preis 1.999,00 €

AUSSTATTUNG
Gehäuse Aluminum (aus dem Vollen gefräst), 3D-Glas
Speicher 64 GB interner Speicher, 1x Micro-SD-Kartenslot (bis 2 TB)
Anschlüsse Kopfhörer / Optical Out: 3,5 mm unsymmetrisch, 4,4 mm Pentaconn vollsymmetrisch, USB-C
Display 2.4″ IPS-Farbdisplay (768×1280)
Akkulaufzeit ~ 10 Stunden
Akkuladezeit ~ 3,5 Stunden
Kopfhörerverstärker 3.9 Vrms (symmetrisch), 1.9 Vrms (unsymmetrisch)
WiFi Nein
Bluetooth Nein
DLNA-Streaming Nein

TECHNISCHE DATEN
Betriebssystem Linux
DAC AKM AK4490
Auflösung 32bit/384 kHz PCM, DSD bis DSD256
Unterstützte Dateiformate WAV, FLAC, WMA, MP3, OGG, AAC, ALAC, AIFF, DFF, DSF, APE (Normal / High / Fast)

AUDIOEINSTELLUNGEN
EQ 10-Band grafischer Equalizer (2 Kurven speicherbar)
Weitere Einstellungen L/R Balance, Gain High/Medium/Low, BIAS Normal/Hoch, DSD-Einstellung 0 bis +6 dB

WEITERE FUNKTIONEN
USB-DAC, Lückenlose Wiedergabe, Current Mode Amplification, Class-A-BIAS-Control

ZUBEHÖR
Stofftasche, USB-C-Kabel, Optischer Adapter, Bedienungsanleitung, Garantiekarte, Silikonaufkleber für das Drehrad und den OK-Knopf

BEWERTUNG QUESTYLE QPM

TESTERGEBNIS Punkte
Klang (40%) 91
Verarbeitung (15%) 91
Bedienung Hardware (15%) 84
Bedienung Software (15%) 87
Ausstattung (15%) 85
Testurteil 88,5
Preis-Leistung sehr gut
So testet und bewertet mobilefidelity magazin.

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