Digital Audio Player iBasso DX220

iBasso DX220

Testsiegel-IBASSO DX220Mit dem iBasso DX220 hat der chinesische Hi-Fi-Hersteller einen neuen Flaggschiff-DAP im Markt platziert, der seinen vor zwei Jahren erschienenen Vorgänger DX200 ablöst und einige marginale System-Upgrades sowie ein ansprechenderes Design verpasst bekommen hat.

Der gute Ruf, den die Produkte von iBasso unter Fans mobiler Audiogeräte innehaben, ist längst kein Geheimnis mehr. Und dass das neue Topmodell unter den Digital Audio Playern von iBasso mit einem Preis von rund 900 Euro nun auch deutlich günstiger angeboten wird als seinerzeit der DX200, dürfte dem Erfolg der Marke auch alles andere als hinderlich sein.

Wird der neue iBasso DX220 auch unsere Redaktions-Referenz, den DX200, vom Thron stoßen können? Mit dem Questyle QPM steht ihm beispielsweise ein mehr als würdiger Mitbewerber entgegen – die Erwartungshaltung ist jedenfalls schon einmal sehr hoch. Wie schon der DX200, so hebt sich auch sein Nachfolger durch zwei Faktoren schon einmal besonders deutlich von der DAP-Konkurrenz ab:

  1. Auch das neue Flaggschiff von iBasso verfügt über ein modulares Kopfhörerverstärkersystem.
  2. Außerdem lässt sich auch der iBasso DX220 erneut über zwei separate Betriebssysteme bedienen: Neben Android 8.1 besteht auch beim neuesten iBasso wieder die Möglichkeit, alternativ auf das auf Linux basierende Mango OS zurückzugreifen, das zwar im Vergleich zu Android in seiner Funktionalität eingeschränkt ist, dafür jedoch eine gänzlich auf die optimierte Audiowiedergabe zugeschnittene Ausrichtung bietet.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Lieferumfang des iBasso DX220 unterstreicht den Anspruch des Herstellers, einen neuen Platzhirsch im DAP-Markt zu platzieren. Dabei ähnelt die stabile, stilvolle Verpackung des Digital Audio Players der des DX200 bis ins Detail, lediglich der silberne Kartonschuber und die bordeauxrote Box wollen beim neuen iBasso noch mehr ins Auge fallen als die in eher zurückhaltendem Anthrazit gehaltenen Verpackungskomponenten des Vorgängers.

Neben dem USB-C-Ladekabel, dem S/PDIF-Kabel sowie dem Einbrennwiderstand für den unsymmetrischen Kopfhörereingang liegt dem iBasso DX220 auch wieder eine Kunstlederschutzhülle bei – also alles wie gehabt. Lediglich die Schutzfolie ist in diesem Fall nicht bereits bei Auslieferung auf dem Display angebracht, liegt aber in mehrfacher Ausführung bei. So oder so hinterlässt schon das Unboxing einen starken Eindruck, macht viel Spaß und erzeugt ein gehöriges Maß an Vorfreude auf alles Weitere.

iBasso DX220
Lieferumfang des iBasso DX220

Optik und Bauweise

Auch das Gehäuse des neuen iBasso-Players besteht aus robustem Aluminium mit einer kratzfesten eloxierten Oberfläche. Das äußere Erscheinungsbild des DX220 steht dem hochwertigen und gefälligen Eindruck seines Vorgängers also in nichts nach – ganz im Gegenteil: Bei aller Ähnlichkeit kommt man nicht umhin, eine schrittweise designtechnische Evolution vom iBasso DX150 über den DX200 bis hin zum neuen DX220 zu bemerken, über welche hinweg die äußere Form des Players zunehmend attraktiver geworden ist. Dabei kommt der neueste Spross der Serie mit seinem nunmehr auf die gesamte Frontfläche vergrößerten, randlosen 5.15″ IPS-Touchdisplay mit Full-HD-Auflösung und ohne die über dem Lautstärkeregler angebrachte schwarze Aluminium-Schutzleiste der Vorgängermodelle, welche die rechte obere Ecke des Players eingefasst und sämtliche Bedienelemente enthalten hatte, noch einmal ein Stückchen ansprechender daher.

Die Bedienelemente auf der rechten (Vor, Zurück, Play/Pause) und oberen Seite (die Powertaste, über die sich unter anderem auch vom Android- zum Mango-Betriebssystem wechseln lässt) – allesamt mit dem von iBasso gewohnt guten Druckpunkt – sind nun direkt und nahezu plan in das Gehäuse des Players eingelassen. Die Rasterung des im Vergleich zum direkten Vorgänger leicht vergrößerten und nun auch direkt in das Gehäuse integrierten Lautstärkereglers – mit 150 Stufen unter Android und neuerdings nur noch 100 im Mango-Betrieb – ist mit dem gebotenen Maß an Präzision, Leichtgängigkeit und Widerstand versehen und fühlt sich in der Handhabung sehr angenehm an. Für große Volume-Sprünge muss man hierbei allerdings schon ziemlich viele Runden am Rad drehen…

Über die glasartige, glänzende Rückseite, die im Vergleich zu der matt-schwarzen des DX200 natürlich deutlich anfälliger für Fingerabdrücke ist, lässt sich gewiss streiten. Insgesamt allerdings, so die einhellige Redaktionsmeinung, sieht der neue iBasso einfach nur verdammt gut aus und stellt alle bisher dagewesenen Player der Marke designtechnisch in den Schatten. Die Maße und das Gewicht des iBasso DX220 sind nahezu identisch mit denen des DX200. Vom Format her spielt er in einer ähnlichen Liga wie der Calyx M und der FiiO X7, und bringt mit 253 Gramm auch kaum mehr Gewicht auf die Waage als die Mitbewerber. In das beiliegende Kunstledercase gepackt, erreicht allerdings auch der DX220 Ausmaße wie sie etwa der leicht klotzige DAP Astell & Kern KANN mitbringt.

Das Kunstledercase – der nächste Anlauf

À propos, die einmal mehr äußerst hochwertig verarbeitete Kunstlederhülle des iBasso DX220 ist mit 29 Gramm deutlich leichter als das 50 Gramm schwere Case des DX200.  Auch sie bietet ihrem wertvollen Inhalt einen festen Sitz. Zwar ist sie nicht  mittels eines Druckknopfs verschließbar. Doch dadurch, dass sie zur Oberkante des Players hin und um den Volume-Regler herum komplett geöffnet sowie an dessen Unterkante mit einer großzügigen Aussparung versehen ist, gewährleistet sie einen problemfreien Zugriff auf sämtliche Anschlussbuchsen und besagten Drehregler.

Für die rechts befindlichen Drucktaster gibt es hierbei zwar keine eigene Öffnung, doch weist die Schutzhülle an den jeweiligen Positionen Markierungen auf, durch die Drucksignale direkt und ohne erhöhten Kraftaufwand an den DAP weitergegeben werden – eine Hülle also, die dem Edel-Player, zu deren Schutz sie berufen ist, absolut gerecht wird; mit dem kleinen Abstrich allerdings, dass durch ihre Konstruktion die beiden oberen Kanten wie auch die gesamte Oberseite des Players abermals frei liegen. Die orange-braune Farbgebung der neuen Schutzhülle ist im Vergleich zur dunkelbraunen des Vorgängers natürlich Geschmacksache.

Anschlüsse und Konnektivität

Anschlusstechnisch ähneln sich der neue DX220 und sein Vorgänger bis ins letzte Detail: Auf der Oberseite befinden sich ein optischer S/PDIF-Koaxial-Kombi-Ausgang und der USB-C-Anschluss, über den der 4.400 mAh starke Lithium-Polymer-Akku des Players geladen wird.

Abhängig von Betriebsmodus, Lautstärke und abgespieltem Dateityp schwankt die Akkulaufzeit zwischen sechs und knapp neun Stunden. Anhaltender Drahtlosbetrieb, rechenintensives DSD-Streaming oder übermäßiges Hin- und Herschalten können die Betriebsdauer mindern. Wieder vollständig aufgeladen ist der iBasso DX220 in circa 3 Stunden. Am PC angeschlossen, kann dies auch deutlich mehr Zeit in Anspruch nehmen.

iBasso DX220
Der neue Digital Audio Player von iBasso beim Startvorgang

Via USB-C kann darüber hinaus der interne 64-GB-Flashspeicher mit Musik und anderem Material bespielt werden. Schade: Wie schon der DX200 zuvor, verfügt auch der Testkandidat ’nur‘ über einen MicroSD-Slot, wohingegen beispielsweise der Pioneer XDP-300R und selbst der deutlich günstigere iBasso DX80 mit zwei Kartenschächten glänzen können. Immerhin: Über die MicroSD-Schnittstelle des DX220 lässt sich sein Speichervermögen auf bis zu 2 TB erweitern.

An der Unterseite des Digital Audio Players ist das auswechselbare Amp-Modul mit den dazugehörigen analogen Ausgängen angebracht. Der ab Werk verbaute AMP1 MKII verfügt über dieselben Ausgänge wie der vom DX200 bekannte und baugleiche AMP1: einen unsymmetrischen 3,5-Millimeter- und einen symmetrischen 2,5-Millimeter-Kopfhörerausgang sowie einen 3,5-Millimeter-Line Out. Darüber hinaus verfügt der iBasso DX220 im Android-Betrieb über WiFi sowie Bluetooth der Version 5.0 und kann via App ins DLNA-Heimnetzwerk eingebunden werden.

Das steckt im Innern des iBasso DX220

Dass der iBasso DX220 auch in technischer Hinsicht wieder einmal  ganz vorne mitspielt, verdeutlicht das Herz, das im Innern des DAPs schlägt: Dabei handelt es sich um einen leistungsstarken ARM 64-Bit Octa-Core-Prozessor. Und nicht nur die CPU weiß zu gefallen, sondern auch der üppig bemessene Arbeitsspeicher von 4 GB RAM – eine Verdopplung im Vergleich zum DX200.

Beim Wandler verlässt man sich im Hause iBasso nach dem Erfolg des DX200 erneut auf die Qualitäten des Sabre ESS9028PRO in der hochwertigen Dual-Ausführung, bei der gleich zwei dieser Chips zum Einsatz kommen – jeder von ihnen mit acht DACs ausgestattet. Das macht insgesamt 16 DACs, also acht pro Kanal, die im iBasso DX220 ihre Dienste verrichten. Ferner kann der High-End-DAP sowohl die verlustbehafteten Musikformate MP3, WMA, OGG und AAC als auch die verlustfreien Formate MQA, APE, FLAC, WAV, ALAC, DFF, DSF, DXD, CUE und ISO zum Besten geben. Dabei gibt er DSD nativ bis DSD512 und PCM mit einer Auflösung von bis zu 32 Bit/384 kHz wieder.

iBasso DX220
Beim iBasso DX220 lässt sich das Amp-Modul ganz leicht austauschen.

Der montierte AMP1 MKII liefert kräftige 6,2 Vrms (symmetrisch) und 3,1 Vrms (unsymmetrisch / Line Out). Die separat erhältlichen austauschbaren Verstärkermodule für den DX200 (inzwischen bietet iBasso die Modelle AMP2 bis AMP9 an) lassen sich übrigens auch am neuen iBasso DX220 verwenden und mit einem Schraubenzieher – leider liegt dem DX220 im Gegensatz zu seinem Vorgänger kein solcher bei – schnell und einfach auswechseln.

GUI und Handhabung

Auch beim neuen Reference DAP von iBasso gilt: In Mango OS besteht das GUI ausschließlich aus der Oberfläche des Mango-Players. In diesem Betriebsmodus bietet der DX220 außerdem keine Drahtlosfunktionen und unterstützt auch keine sonstigen Apps. Wie üblich, besitzt das Android-System dagegen einen Browser, über den sich beliebige Apps herunterladen lassen – Streaming via Spotify, Qobuz oder Tidal (beim neuen iBasso auch inklusive MQA-Unterstützung) sind damit möglich.

Auch beim iBasso DX220 bootet Mango in blitzschnellen 15 Sekunden, Android braucht hierfür fast doppelt so lange. Dass das Mango-Betriebssystem perfekt auf das Musikabspielen ausgelegt ist, wird zudem daran deutlich, dass es auch im laufenden Betrieb noch etwas schneller reagiert als die Mango-App unter Android. Und eines gleich vorweg: Die Navigation geht sowohl unter Mango OS als auch mit der Mango-App unter Android leicht, intuitiv und grundsätzlich völlig ruckelfrei vonstatten.

Der Aufbau des GUIs kommt derweil wesentlich reduzierter daher als der des Android-Pendants: Wie vom iBasso DX200 gewohnt, markiert der Startbildschirm zugleich die Player-Ansicht. Hier findet man in gewohnter Anordnung das Cover des abgespielten Albums sowie grundlegende Infos zum aktuellen Titel, etwa Album, Interpret, Dauer, Dateiformat und Auflösung. Auch die Zeitleiste, über die leider nicht geskippt, sondern nur durch Ziehen am Anspielpunkt gespult werden kann, ist erhalten geblieben.

Unter Android wie auch unter Mango erreicht man das Einstellungsmenü sowie die Musikverzeichnis-Ebene beim neuen iBasso DX220 allerdings nicht mehr mittels Wischen: Die Möglichkeit per Swipe von rechts nach links zum Einstellungsmenü respektive per Swipe von links nach rechts zur Musikbibliothek zu gelangen besteht nun also grundsätzlich nicht mehr. Stattdessen lässt sich auf diese Weise nun zwischen Titeln hin- und herschalten. Zu besagten Menüs indes führen systemunabhängig kleine Menüsymbole am oberen linken und rechten Bildrand. Damit ist auch das altbekannte Kacheldesign hüben wie drüben passé.

Im Mango-Betrieb werden Einstellungen und Musikverzeichnis nun gelistet dargestellt – groß und übersichtlich, wohlgemerkt. Und auch die neue Darstellung der Musikbibliothek in Android kommt äußerst übersichtlich daher mit ihrer beweglichen Menüleiste. Diese wiederum besteht aus den Unterpunkten „Alle Musik (= Songs)“, „Album“, „Künstler“, „Genre“, „Jetzt wiedergeben“, „Wiedergabeliste“ und den „Drei Punkten“, mittels derer die Sortierung der jeweiligen Kategorien individuell nach unterschiedlichen Kriterien angepasst werden kann. Im Android-Betrieb lassen sich Playlists außerdem nicht nur erstellen, sondern auch individuell benennen. Im Mango-Modus ist dies, wie gehabt, nicht möglich, hier können lediglich Wiedergabelisten erstellt werden. Auf die jeweiligen Playlists unter Mango OS und Android lässt sich zudem nicht systemübergreifend zugreifen.

Ein weiteres bekanntes Manko: Noch immer verfügt der Mango-Modus über keine Suchfunktion. In der neu dargestellten Musikbibliothek im Android-Betrieb via Mango-App steht eine solche nun jedoch erfreulicherweise zur Verfügung. Mango punktet dagegen mit einem anderen Kniff: Hier wird der zuletzt abgespielte Song nach einem Neustart exakt von der Position weitergespielt, an der man ihn zuvor unterbrochen hat. Selbst nachdem man zu Android gewechselt ist und später zu Mango zurückkehrt, ist die Merkfunktion dort noch aktiv. Unter Android funktioniert dies nicht, hier springt der Player lediglich an den Start des zuletzt abgespielten Stücks zurück.

Wie gewohnt, findet man im Musik-Einstellungsmenü diverse Features vor: etwa den 10-Band-Equalizer, mit dem sechs verschiedene Kurven erstell- und speicherbar sind, Stereobalance, Gapless-Wiedergabe, sieben verschiedene Digitalfilter und Playmodes wie Zufallswiedergabe und Repeat. Unter „Erweitert“ befinden sich zusätzliche Funktionen des DAPs, etwa Einstellungen zur Nutzung des DX220 als USB-DAC und das Scanning-Menü für die Musikbibliothek, über das entweder die MicroSD-Karte, der Flashspeicher oder beides neu eingelesen werden kann. Im reduzierten Mango-Modus kommen noch einige generelle Einstellungs-Optionen hinzu – sowie die noch immer ziemlich versteckte Möglichkeit zurück zu Android zu wechseln.

Firmware-Updates, die auf der iBasso-Webseite heruntergeladen werden können, lassen sich in gewohnter Manier über die MicroSD-Karte installieren. Dass bis dato noch kein solches für den iBasso DX220 erschienen ist, sondern derzeit lediglich in unregelmäßigen Abständen Android-Updates erscheinen (zum Testzeitpunkt aktuellste Version: Android O, V1.13.202 vom 26. September 2019), lässt darauf schließen – und das bestätigte sich auch in unserem Test – dass das System des iBasso DX220 im Vergleich zum Vorgängermodell DX200 weniger fehleranfällig ist. Die bislang erschienenen Android-Updates vermitteln zudem den Eindruck, dass der Hersteller nichtsdestotrotz stetig an der Verbesserung und Weiterentwicklung seines Top-DAPs arbeitet.

Der Klang des neuen iBasso-Flagships

Mit dem mitgelieferten Einbrennwiderstand gönnten wir dem iBasso DX220 mit dem serienmäßig verbauten AMP1 MKII zunächst eine angemessene Einspielzeit von mehreren Tagen. Im Rahmen des intensiven Hörtests fütterten wir den neuen Digital Audio Player von iBasso alsbald mit diverser hochauflösender Musik unterschiedlicher Genres und unterzogen in diesem Kontext auch wieder die beiden Betriebssysteme einem direkten Vergleich.

Hierbei kamen unter anderem der Studiokopfhörer Neumann NDH20, 1MOREs Flaggschiff, der Triple Driver H1707, sowie die geschlossenen Bluetooth-Over-Ears Beats Studio³ Wireless und Panasonic RP-HD610N und der magnetostatische Technics EAH-F70N – jeweils sowohl kabellos als auch im Kabelbetrieb – und nicht zuletzt auch Top-In-Ears wie der Xelento Wireless von Beyerdynamic und TWS-Modelle wie der Sennheiser MOMENTUM True Wireless und Master & Dynamic MW07 zum Einsatz. Völlig problemlos nahm es der iBasso DX220 dabei mit allen Kopfhörern vom einfachen In-Ear bis hin zum anspruchsvollen Magnetostaten auf. Der Betrieb mit dem iBasso Amp 4 oder Amp 8 mit dem immer weiter verbreiteten vollsymmetrischen 4,4-Millimeter-Pentaconn-Anschluss – mit dem etwa der Questyle QPM schon standardmäßig ausgestattet ist – ermöglicht darüber hinaus selbst den Betrieb des DX220 mit einem High-End-Kopfhörer wie unserer Over-Ear-Referenz Sennheiser HD 820.

Bereits im Verbund mit dem standardmäßig verbauten und nochmals verbesserten Verstärkermodul AMP1 MKII lieferte der iBasso DX220, wie schon der DX200 zuvor, einen absolut herausragenden Klang. Dabei klingt das Testgespann insgesamt noch ein wenig präziser und stimmiger als der Vorgänger, und dabei einen Tick weniger neutral. Hier klingt der Mitteltonbereich noch eine Nuance detaillierter, voller und wärmer, der Tiefbass kommt an Kopfhörern mit entsprechenden Fähigkeiten, wie dem Technics EAH-F70N, noch einen Hauch trockener. Klangliche ‚Höhenflüge‘ gibt er ebenso völlig unaufgeregt und unangestrengt wieder. So verleiht der DX220 dem Klang noch ein Fünkchen mehr Emotionalität und Musikalität. Nichtsdestotrotz klingt iBassos neuester Referenz-Player ausgewogen und natürlich; liefert einfach tadellos ab und spielt sich klanglich nicht in den Vordergrund. Diese Rolle überlässt er stattdessen dem jeweils angeschlossenen Kopfhörer. Außerdem schafft auch der iBasso DX220 selbst die aberwitzigsten dynamischen Sprünge sowie Impulsfeuerwerke – auch über leistungshungrige Kopfhörer – blitzsauber mit Links. Und er ist imstande, eine derartig dreidimensionale, plastische Bühne zu kreieren, dass Instrumente fast greifbar werden. Die Klangunterschiede zwischen den beiden Betriebssystemen sind darüber hinaus nur marginal zu hören, wobei auch in diesem Fall der Mango-Modus mit einem Fünkchen mehr Detailreichtum die Nase gegenüber Android ganz leicht vorn hat.

Mit dem iBasso DX220 Musik zu hören ist schon in Kombination mit dem vorinstallierten AMP1 MKII nichts Geringeres als reiner Hochgenuss, im Betrieb mit den weiteren verfügbaren Verstärkermodulen lassen sich zudem anders gelagerte Präferenzen bedienen, die über die softwareseitigen Soundeinstellungen hinausgehen. Bei alldem überträgt der DX220 die Musik beinahe noch ein Stück selbstverständlicher und souveräner an die angeschlossenen Kopfhörer als sein Vorgänger und macht einfach nur enorm viel Spaß. Chapeau, iBasso!

Fazit

Einmal mehr hat iBasso mit seinem neuesten Referenz-DAP einen klanglich bärenstarken und insgesamt runden Player auf den Markt gebracht. Wie schon sein Vorgänger, so ist auch der DX220 durch den Luxus zweier Betriebssysteme und sein modulares Amp-System ein sehr flexibler Player, der sich individuell an die unterschiedlichsten Hörgewohnheiten anpassen lässt. Ein paar kleinere Schwächen sind geblieben, andere ausgemerzt worden. Die Software ist stabiler, der aufgerufene Preis liegt sogar unter dem des DX200. Hier hat alles Hand und Fuß – und der iBasso DX220 das Zeug, einer der besten Digital Audio Player seiner Zeit zu werden.

STECKBRIEF IBASSO DX220

Weitere Informationen

Abmessungen (HxBxT) 126 x 70,5 x 18,7 mm
Gewicht 253 g
Preis 899,00 €

AUSSTATTUNG
Gehäuse Aluminum (aus dem Vollen gefräst), Glas
Speicher 64 GB interner Speicher, 1x Micro-SD-Kartenslot (bis 2 TB)
Anschlüsse Optischer / Koaxialer Output: 3,5 mm, Kopfhörer: 3,5 mm unsymmetrisch + 2,5 mm symmetrisch, Line out: 3,5 mm symmetrisch, USB-C
Display 5.15″ IPS-Touchscreen mit FullHD-Auflösung (1920 x 1080 Pixel)
Akkulaufzeit ~ 6 bis 9 Stunden mit dem Serien-AMP1 MKII (abhängig von Betriebsmodus, Dateiformat und Lautstärke)
Akkuladezeit ~ 3 Stunden
Kopfhörerverstärker Modulares Kopfhörerverstärkersystem, AMP1 MKII: 6.2 Vrms (symmetrisch), 3.1 Vrms (unsymmetrisch)
WiFi 5G WiFi (im Android Modus)
Bluetooth V 5.0 (im Android-Modus)
DLNA-Streaming Ja (im Android-Modus)

TECHNISCHE DATEN
Betriebssystem 2 Modi: Android 8.1 / Mango OS
CPU ARM 64-Bit Octa-Core
RAM 4 GB
DAC Dual-DAC SABRE ES9028PRO
Auflösung 32bit/384 kHz PCM, DSD bis DSD512
Unterstützte Dateiformate verlustfrei: MQA, APE, FLAC, WAV, ALAC, DFF, DSF, DXD, CUE, ISO / lossy: MP3, WMA, OGG, AAC

AUDIOEINSTELLUNGEN
EQ 10-Band graphischer Equalizer mit 6 Presets (speicherbar) + parametrischer Equalizer mit 6 Presets (speicherbar)
Weitere Einstellungen L/R Balance, Gain High/Medium/Low, 7 Digitalfilter

WEITERE FUNKTIONEN
USB-DAC, Lückenlose Wiedergabe

ZUBEHÖR
Kunstlederschutzhülle, USB-C-Kabel, Einbrennkabel für symmetrischen Ausgang, Koaxialkabel, Displayschutzfolien, Quick Start Guide, Garantiekarte

BEWERTUNG IBASSO DX220

TESTERGEBNIS Punkte
Klang (40%) 89
Verarbeitung (15%) 89
Bedienung Hardware (15%) 85
Bedienung Software (15%) 89
Ausstattung (15%) 88
Testurteil 88,4
Preis-Leistung sehr gut – überragend

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