Die Fantastischen Vier – Captain Fantastic

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„Fantastic – Bringen die perfekte Besetzung mit und zeigen dir wer Captain ist“ – so melden sich die Fantastischen Vier nach vier Jahren mit ihrem nun zehnten Album „Captain Fantastic“ zurück.

In den letzten 25 Jahren haben sich die gebürtigen Schwaben von deutschen Sprachgesangspionieren mit mäßiger Message zum Sprachrohr einer Generation entwickelt, die etwas zu sagen haben und auch kein Blatt vor den Mund nehmen. Und dies stets im eigenen, sich stetig weiterentwickelndem Stil. So auch auf der neuen Scheibe „Captain Fantastic“. „Es wär ne wunderschöne Welt ohne Religion…“ so eröffnet Michi Beck den Song „Endzeitstimmung“, in dem er zusammen mit Smudo und Thomas D die Zustände in unserer Gesellschaft und auf der Erde anprangert. Zu Recht, viel zu wenige Künstler trauen sich heutzutage klar Stellung beziehen. Eigentlich sollte dies die Normalität sein, doch die Echo-Debatte und vor allem die Reaktionen auf Campinos Rede in diesem Zusammenhang zeigen, dass es leider immer noch zur Ausnahme gehört. Schön selbstreflexiv ist auch die „Pop-Pop-Populist“- Zeile in Anlehnung an „Populär“. Aber natürlich dürfen auch die lebensbejahenden und motivierenden Titel bei den Fantastischen Vier nicht fehlen. Ein solcher ist beispielsweise der Titel „Zusammen“, welcher in Kooperation mit Clueso entstand.

Musikalisch ist die Platte clubbiger angelegt als deren Vorgänger. Viele synthetische Instrumente und diesmal weniger „echte“ kommen zum Einsatz. Die Songs sind teils mit Dubstep und R’n’B Anleihen („Aller Anfang Ist Schwer“) gespickt, relativ häufig werden Vocoder im Chorus eingesetzt. Aber eines bleibt dabei konstant, der Groove. Bei Titeln wie „Tunnel“ hört der Kopf gar nicht mehr auf zu nicken, auch wenn es klanglich mal etwas dunkler wird, treibt der Rhythmus konsequent nach vorne. Da hat Andy Y mit den Instrumentals und Arrangements ganze Arbeit geleistet.

Auch der Mix der Scheibe kann sich sehen lassen. Sehr tighte Drumkits, aufgeräumte Mixe mit einer schönen Balance aus Klarheit und Dreck machen „Captain Fantastic“ zu einer Platte, die sehr viel Spaß macht. Und wer genau hinhört kann auch mal Andy Y für eine Zeile Rappen hören – eine kleine Sensation!

BEWERTUNG DIE FANTASTISCHEN VIER – CAPTAIN FANTASTIC

TESTERGEBNIS Punkte
Musik 9
Klang 8
So testet und bewertet mobilefidelity magazin.