Bombay Bicycle Club – Everything Else Has Gone Wrong

Die britische Indie-Band Bombay Bicycle Club existiert – abgesehen von einer kurzen Pause in den Jahren 2016 bis 2019 – bereits seit 2005. Mit „Everything Else Has Gone Wrong“ veröffentlichte die vierköpfige Formation aus London nun ihren inzwischen schon fünften Longplayer.

Der Song „Get Up“ darf dabei als verlängertes Intro verstanden werden: Im Sinne eines langsam aufgehenden Crescendos mit komplexen Drums, einem Synthesizer-Motiv und Gesangsrezitation baut die Band im geordneten Chaos Energie auf, die sich schließlich entlädt – ein interessanter Einstieg. „Is It Real“ erweist sich als gradlinige wie melodische Indie-Pop-Nummer, mit pflügendem, aber gleichzeitig zurückhaltendem Rhythmus und aufgehendem Synth-Refrain – ein Höhepunkt.

Der Titelsong lädt als Midtempo-Stück zum Mitwippen ein, wirkt allerdings von der Gesangsrhythmik her leicht überfrachtet. „I Can Hardly Speak“, mit atmosphärischem Gesang von Frontmann Jack Steadman arrangiert, Synth-Einwürfen und interessanten Percussion-Elementen, erscheint wiederum unaufdringlich eingängig und gar frühlingshaft – ein weiteres Highlight. „Good Day“ ist fast im 8-Bit-Minimalismus gehalten, mit ‚kleinen‘, kompakten Sounds und tollem Songwriting – auch das überzeugt. „Eat, Sleep, Wake (Nothing But You)“ ist mit leicht angezerrten Drums und einer exaltierten Gitarrenmelodie als Ornament garniert – ein weiterer Beleg für das gelungene Songwriting der Band.

„I Worry Bout You“ hingegen wirkt irgendwie ‚zerfleddert‘, mit vergleichsweise zu experimentellem Rhythmus und nervösen Synthesizer-Arrangements. Mit „Racing Stripes“ schließt eine ruhige Ballade mit Synthesizer-Akkordeon-Grundtönen die elf Songs des neuen Studioalbums von Bombay Bicycle Club, bei der Pizzicato-Streicher unerwartet das Arrangement erweitern.

„Everything Else Has Gone Wrong“ ist funktional grundsätzlich gelungen produziert. Dabei ordnet sich der Klang weitgehend den Arrangements unter. Bei „Is It Real“ erscheint das Stereopanorama etwas breit, die Snare etwas unangenehm hell. „I Worry Bout You“ und „Let You Go“ warten ebenfalls mit einem sehr breiten Panorama auf, bei dem die stabile klangliche Erdung in der Mitte fehlt. Bis auf im Titelsong sind nur wenige Bass-Impulse vorhanden, der Klang wirkt eher dünn. Auf starke Kompression verzichtet die Band allerdings.

BOMBAY BICYCLE CLUB – EVERYTHING ELSE HAS GONE WRONG

TESTERGEBNIS Punkte
Musik 7
Klang 6
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