Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer Technics EAH-F70N

Technics EAH-F70N

Testsiegel-Technics EAH-F70NZusammen mit dem EAH-F50B hat der Technics EAH-F70N Mitte des Jahres die zweite Runde neuer Premium-Kopfhörer nach dem Wiedereintritt der Marke in den Kopfhörermarkt eingeläutet. In unserem Klang- und Praxistest hat der neue Bluetooth-Over-Ear gleich mal ein klares Ausrufezeichen setzen können.

Der Hi-Res-Audio-zertifizierte Over-Ear-Kopfhörer aus dem Hause Technics wird zu einem UVP von 399 Euro in den drei sehr edel anmutenden Farbvarianten „Graphit Schwarz“, „Umbra Braun“ und „Dolomit Silber“ angeboten.

Lieferumfang und erster Eindruck

Den hohen Anspruch des neuen drahtlosen Over-Ear-Kopfhörers aus dem Hause Technics verdeutlicht dabei schon die Art und Weise, wie er geliefert wird: in einem hochstabilen schwarzen Karton, der mit Schaumstoff ausgeschlagen ist und in dem der Hörer selbst wie auch das gesamte hochwertige Zubehör – als da wären: ein abnehmbares Audiokabel, ein Flugzeugadapter, ein USB-Ladekabel und eine Transportschale sinnvoll angeordnet und allesamt mit sicherem Halt Platz finden sehr wertig auf den ersten Blick, das Ganze.

Technics EAH-F70N
Der Technics EAH-F70N da wird schon das Unboxing zum Vergnügen.

Bauweise des EAH-F70N

Wie unser Testkandidat in der Ausführung „Graphit Schwarz“ verfügen auch die anderen Farbvariationen über ein hochwertiges einfarbiges Kunststoffgehäuse mit einem rundgebürsteten Aluminium-Finish auf der Außenseite der ovalen Ohrmuscheln, deren Herz ein 40-Millimeter-Neodym-Magnet darstellt. An der unteren Seitenkante der rechten Muschel befinden sich die USB-Ladebuchse – leider noch kein Typ C  sowie zwei Drucktaster und ein Schieberegler, mit denen sämtliche Funktionen des Hörers abgedeckt sind; an der linken der Miniklinken-Anschluss.

Die Muscheln sind zudem mit einem ergonomisch optimierten, weichen und anschmiegsamen Polster ausgestattet. Auch der flexible, präzise in elf Stufen verstellbare Kopfbügel ist zusätzlich gepolstert. Der 3D-Kugelgelenk-Mechanismus sorgt für eine individuelle, dreidimensionale Anpassung ans Ohr und die Kopfform. Und zu Transportzwecken lassen sich die Hörer an den Gelenken eindrehen und zusammenfalten.

Bluetooth, Akku und Funktionalität

Die kabellose Übertragung erfolgt beim Technics EAH-F70N via Bluetooth 4.2 und den Codecs SBC, AAC, aptX, aptX HD und LDAC. Laut Herstellerangaben schafft es das Bluetooth-Signal dabei eine Maximaldistanz von zehn  Metern zu überbrücken. Erfreulich: Erste Störgeräusche traten im Praxistest je nach Zuspieler sogar erst zwischen elf und 13 Metern auf.

Weiter ist der geschlossene Over-Ear mit Active Noise Cancelling ausgestattet, genauer gesagt: mit einem dreistufigen Hybrid-Noise-Cancelling-System, das mit Mikrofonen im Innern und auf der Außenseite des Kopfhörers arbeitet. Per simplem Knopfdruck lässt sich die Geräuschunterdrückung vom Standard-Modus „High“ über „Medium“ und „Low“ reduzieren und schließlich ganz ausschalten. Mit eingeschaltetem Noise Cancelling und unter Verwendung des SBC-Codecs attestiert der Hersteller seinem mit einem starken Lithium-Polymer-Akku versehenen Bluetooth-Kopfhörer übrigens eine Spielzeit von 20 Stunden. In unserem Test lagen wir knapp darüber.

Darüber hinaus besitzt der Technics EAH-F70N einen integrierten Tragesensor, der die Wiedergabe beim Ab- und Aufsetzen automatisch startet und stoppt, sowie einen Interaktions-Modus, bei dem Umgebungsgeräusche wie etwa Bahndurchsagen per Handauflegen auf die Ohrmuschel hörbar ohne Abnehmen des Kopfhörers gemacht werden können. Die Musiklautstärke wird hierbei automatisch auf ein Minimum reduziert.

Ferner lässt sich mit dem Technics-Hörer auf Smartphone-Sprachassistenten wie Siri zugreifen. Und dank der „Multipoint-Technologie“ ist die gleichzeitige Kopplung des Hörers mit verschiedenen Bluetooth-Geräten möglich. So lässt sich beispielsweise zur gleichen Zeit ein Film über das Tablet streamen und ein Telefonat mit dem Smartphone annehmen.

Der Technics EAH-F70N in der Praxis

Technics EAH-F70N
Zusammengefalteter Technics EAH-F70N

Als sehr erfreulich empfanden wir im praktischen Gebrauch nicht nur die intuitiven und leichtgängigen Bedienbarkeit der Knöpfe, des Schiebereglers und der Muschelaußenseite. Vor allen Dingen der über ausgedehnte Musiksessions hinweg sehr hohe Tragekomfort und angenehme Sitz des Technics EAH-F70N hat hier echt eine Erwähnung verdient. Dabei wirkte der Hörer zu jeder Zeit leicht und übte keinen nennenswerten Anpressdruck auf den Kopf aus.

Das dreistufige Active Noise Cancelling war, beispielsweise als Fußgänger im städtischen Straßenverkehr oder in der wieder mal völlig überfüllten U-Bahn, eine große Hilfe, konnte man sich mit seiner Hilfe doch der lauten Umgebungsgeräusche nachhaltig entziehen. Die Klangqualität wurde dabei außerdem glücklicherweise nur in kaum wahrnehmbarem Maße negativ beeinflusst. Ebenso war das Thema Kabelgeräusche im alternativen Kabelbetrieb beim Testkandidaten ein durchaus vernachlässigbares. Auch unterwegs zu telefonieren war mit dem Technics-Kopfhörer problemlos möglich, beide Gesprächspartner konnten sich dank bemerkenswert klarem, transparentem Klang sehr gut verstehen.

Die eindeutigen und klar verständlichen, englischsprachigen Sprachansagen, etwa zu Pairing und Akkuladestand selbst bei jedem Ausschalten des Geräts –, sind ein zwar nicht außergewöhnliches, aber dennoch sehr angenehmes Feature des EAH-F70N. Der Tragesensor und die Multipoint-Funktion wiederum funktionierten im Test zwar einwandfrei, sind allerdings eher ’nice to have‘ als unbedingt nötig oder Grundausstattungsmerkmal.

Der Technics-Over-Ear im Klangcheck

Auch dem Technics EAH-F70N war eine angemessen lange Einbrennphase von etwa 72 Stunden vergönnt, bevor er in unserem Hörtest abliefern musste. Wie gewohnt, betrieben wir den Testkandidat mit ausgewählten mobilen Zuspielgeräten wie dem FiiO M7, dem Pioneer XDP-300R und unserem Referenz-DAP, dem iBasso DX200. Und da legte der Technics-Hörer dann gleich mal so richtig los, sodass wir uns von Beginn an von seiner hervorragenden Klangqualität überzeugen konnten.

Der EAH-F70N lieferte an allen genannten Digital Audio Playern ein beachtlich neutrales, transparentes und insgesamt blitzsauberes Klangbild – ein richtig ehrlich aufspielender Kopfhörer, mit dem wir es da zu tun hatten. Dabei erreichte er im Bassbereich ungeahnte Tiefen und gab beispielsweise den synthetischen Tiefbass in Electro-Tracks wie „Everything Connected“ von Jon Hopkins pointiert, hochpräzise und knochentrocken wieder.

Auch mit kristallklaren, körperhaften Mitten wusste der Technics-Over-Ear zu überzeugen, was gerade bei Jazz-Klassikern wie dem grandiosen „Jazz at the Pawnshop“-Album unheimlich gut kam. Beim Stück „Limehouse Blues“ etwa waren dabei alle Instrumente exakt im Stereopanorama zu verorten. Gleiches gilt auch für sämtliche Stimmen im Song „Homeless“ von Paul Simon und Ladysmith Black Mambazo.

Technics EAH-F70N
Blick auf die Anschlüsse des Technics EAH-F70N

Dem stand auch die Auflösung der hohen Lagen in nichts nach: So gelang dem EAH-F70N im Klangtest eine ungemein saubere, geschmeidige und detailreiche Höhenwiedergabe. Die Stimme von Marianne Mellnäs im Stück „O Helga natt“ von der Compilation „Cantate Domino“ kam hier selbst in den höchsten Lagen noch völlig unangestrengt und unaufdringlich rüber. Für einen geschlossenen Kopfhörer zeichnete der Technics EAH-F70N zudem eine derart transparente und weiträumige Klangbühne, dass man sich beinahe in die Zeit der Aufnahme der „Cantate Domino“ in der Stockholmer Oscarkirche zurückversetzt fühlen konnte.

Klassische Orchesterwerke wie Mahlers 1. Sinfonie zeugen vom dynamischen und detailgetreuen Klang des Over-Ears. Darüber hinaus präsentierte er sich uns als sehr schneller Kopfhörer, für den auch explosive Impulse gar kein Problem darstellen, bildete er doch rasante Drumlines oder auch die Saitenanschläge der Gitarre in „Street in the City“ von Pete Townshend & Ronnie Lane hochpräzise und authentisch ab.

Was man dem Technics EAH-F70N auch vor die Flinte warf, er wusste mit seiner neutralen Abstimmung und hohen Präzision quer durch die musikalischen Stilrichtungen mit seinem stets dazu passenden Klangbild zu gefallen. Wie erwartet, klang er dabei im Kabelbetrieb noch einen Hauch beseelter und strahlender als über Bluetooth.

Fazit

Mit dem Technics EAH-F70N liefert der japanische Hi-Fi-Hersteller einen hochwertig verarbeiteten und gut ausgestatteten Noise-Cancelling-Kopfhörer der Extraklasse mit einem exzellenten und ehrlichen Klang. Hier liegt ein Over-Ear mit vielen Zusatzfeatures vor, mit dem das Musikhören viel Freude macht und durch dessen langfristig hohen Tragekomfort man die Zeit nur allzu leicht aus den Augen verlieren kann.

STECKBRIEF TECHNICS EAH-F70N

Weitere Informationen

Gewicht 292 g (ohne Kabel)
Preis 399 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip magnetostatisch (1x Neodym-Magnet, 40 mm)
Bauweise geschlossen, Over-Ear
Frequenzgang 4 Hz – 40 kHz (mit Kabel); 20 Hz – 40 kHz (via Bluetooth)
Anschlusskabel Audiokabel (abnehmbar, einseitig geführt, 120 cm)
Stecker 3,5-mm-Miniklinkenstecker
Adapter USB-Ladekabel
Impedanz 28 Ohm
Bluetooth V 4.2 – unterstützte Profile: A2DP, AVRCP, HSP, HFP
Reichweite bis zu 10 Meter
Audio Codec Qualcomm aptx / Qualcomm aptx HD / LDAC / SBC / AAC
Akkulaufzeit ca. 20 Stunden (2 Stunden Laufzeit per 15 Minuten Quick Charge)
Akkuladezeit ca. 4 Stunden
Besonderheiten abnehmbares Kabel (einseitig geführt); Schwenk-Falt-Mechanismus; integriertes Mikrofon; Hybrid-Noise-Cancelling-System (dreistufig); Hi-Res-Audio-zertifiziert; Quick-Charge-Funktion; Multi-Point-Technologie; Tragesensor; Interaktionsmodus; Zugriff auf Sprachassistent des Smartphones

ZUBEHÖR
abnehmbares Audiokabel; Flugzeugadapter; USB-Ladekabel; Transportschale

AUFBEWAHRUNG
Transporttasche

BEWERTUNG TECHNICS EAH-F70N

KLANG Punkte
Neutralität (2x) 89
Feinzeichnung (2x) 87
Impulsverhalten 86
Räumlichkeit 85
Dynamikverhalten 85
Basstiefe 87
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 87
Tragekomfort (25%) 86
Verarbeitung (15%) 87
Ausstattung (10%) 87
Testurteil 86,8
Preis-Leistung sehr gut – überragend
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