Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer Panasonic RP-HD610N

Panasonic RP-HD610N

Testsiegel-PANASONIC RP-HD610NPanasonic erweitert sein Sortiment von High-Resolution-Kopfhörern nach dem vielfach ausgezeichneten HD605N um ein weiteres ohrumschließendes Modell. Der Panasonic RP-HD610N kommt im edlen faltbaren Design und ist mit einem starken Akku, aktiver Geräuschunterdrückung, kabelloser Musikwiedergabe, Google Assistant und weiteren praktischen Features ausgestattet.

Seit September ist der neueste Hi-Res-Audio-zertifizierte und für den Google Assistant optimierte Kopfhörer des japanischen Elektronikkonzerns in den Farben Schwarz und Braun zu einem UVP von 299,99 Euro im Handel erhältlich. In unserem Klang- und Praxistest konnte der vielseitige HD610N gleich mal zeigen, was er alles so drauf hat.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Panasonic RP-HD610N wird in einem stabilen schwarzen Karton geliefert – mit farbigem Umkarton, auf dem mit den Highlights des Kopfhörers geworben wird. Der Hörer selbst liegt in der mitgelieferten Transportschale bereit, das hochwertige weitere Zubehör – ein abnehmbares Audiokabel, ein Flugzeugadapter sowie ein USB-Ladekabel – finden außerhalb der Schale im Karton Platz. Wie von den Kopfhörern der Panasonic Corporation gewohnt, lässt sich der hohe Anspruch des Unternehmens und seiner Marken also auch in diesem Fall schon an der Verpackung ablesen. Erster Eindruck: Hübsch, hübsch – und sehr wertig.

Bauweise des Panasonic RP-HD610N

Als geschlossener Over-Ear-Kopfhörer konzipiert, verfügt der Panasonic RP-HD610N in beiden Farbvarianten über ein hochwertiges einfarbiges Kunststoffgehäuse, dessen Muschel- und Bügel-Design nicht nur dem seines Vorgängers abgesehen vom zusätzlichen Google-Assistant-Knopf bis ins Detail ähnelt, sondern auch dem des Technics EAH-F70N  ausgenommen das fehlende Aluminium-Finish auf der Ohrmuschel-Außenseite.

Panasonic RP-HD610N
Der Panasonic RP-HD610N wirkt auf Anhieb edel und wertig.

Die Muscheln sind mit ergonomischen, weichen Polstern versehen. Auch der flexible, präzise in zwölf Stufen verstellbare Kopfbügel verfügt über eine zusätzliche Polsterung. Während die linke Ohrmuschel an ihrer unteren Seitenkante lediglich den 3,5-Millimeter-Klinke-Anschluss vorzuweisen hat, prahlt das rechte Pendant geradezu mit seiner Ausstattung: So verfügt es neben dem USB-Ladeanschluss – leider kein Typ C über sämtliche Steuerungs-Elemente des Hörers: die Powertaste, über welche auch das Bluetooth-Pairing angestoßen wird, die ANC-Steuerungstaste und die zusätzliche Taste zur Aktivierung des Google Assistant. Hinzu kommt ein Schieberegler ein Multifunktionsknopf, über den die Lautstärke reguliert, geskippt sowie vor- und zurückgespult werden kann und über den auch die Anrufsteuerung funktioniert. Darüber hinaus ist die rechte Ohrmuschel mit einem integrierten Sensorfeld zur Umgebungsgeräuschverstärkung ausgestattet.

Der uns schon von besagtem Technics-Hörer bekannte 3D-Kugelgelenk-Mechanismus sorgt auch beim Panasonic RP-HD610N für eine individuelle Anpassung an Ohr- und Kopfform. Zu Transportzwecken sind die Hörer an den Gelenken um circa 100° eindreh- und zusammenklappbar. Wie der Technics EAH-F70N, so wird auch der HD610N von einem 40-Millimeter-Neodym-Magneten pro Seite angetrieben. Zusätzlich ist der Panasonic-Hörer mit einer Multi-Layer-Film-Membran (MLF) für eine präzise Wiedergabe und hohe Auflösung sowie mit einem Anti-Vibrations-Wandlerrahmen ausgestattet.

Bluetooth, Akku und Funktionalität

Panasonic RP-HD610N
Der Hörer ist neben ANC mit vielen weiteren praktischen Funktionen wie dem Ambient Sound Enhancer ausgestattet.

Die kabellose Übertragung erfolgt beim Panasonic RP-HD610N via Bluetooth 4.2. Dabei setzt Panasonic auf die Codecs Qualcomm aptx, Qualcomm aptx HD, AAC, SBC und LDAC. Damit schafft es das Bluetooth-Signal problemlos auf eine Distanz von über zehn Metern. Nach 13 Metern mussten wir im Praxistest erste Störgeräusche in Kauf nehmen.

Dank des verbauten Hochleistungs-Akkus bringt es der HD610N laut Herstellerangaben auf eine Akkulaufzeit von bis zu 24 Stunden, die sich auch in unserem Praxistest verifizieren ließ. Eine komplette Aufladung des Hörers benötigt ebenfalls in etwa die herstellerseitig angegebenen vier Stunden. Die Quick-Charge-Funktion ermöglicht es zudem, mit gerade einmal 15 Minuten an der Steckdose eine Laufzeit von bis zu zwei Stunden aus dem kabellosen Over-Ear heraus zu kitzeln.

Außerdem verfügt der Testkandidat über eine dreistufige adaptive Breitband-Geräuschunterdrückung. So lassen sich per Knopfdruck am Hörer oder über die neue „Panasonic Audio Connect App“ die drei Modi „High“, „Medium“ und „Low“ einstellen oder das Active Noise Cancelling (ANC) ganz ausschalten und somit individuell auf die jeweilige Umgebung anpassen. Mit der App kann man den HD610N zudem direkt mit mobilen Endgeräten koppeln. Hier lassen sich auch Einstellungen ändern und der Akku-Status kontrollieren.

Zusätzlich ist der neue Panasonic-Kopfhörer mit einem Ambient Sound Enhancer (Umgebungsgeräusch-Verstärker) ausgestattet: Mittels dieser Funktion wird die Musik per Handauflegen auf die rechte Ohrmuschel dank des Sensorfelds automatisch auf einen niedrigen Pegel zurückgefahren und Umgebungsgeräusche werden verstärkt, damit diese im Fall der Fälle blitzschnell wahrgenommen werden können und das, ohne die Kopfhörer abnehmen zu müssen. Lässt man das Sensorfeld los, nimmt die Musik sofort wieder die zuvor eingestellte Lautstärke an.

Der Panasonic-Over-Ear in der Praxis

Panasonic RP-HD610N
Dank Faltmechanismus ist der kabellose Over-Ear leicht zu transportieren.

Die Bedienbarkeit der Knöpfe, des Schiebereglers und der Muschelaußenseite des Panasonic RP-HD610N erwies sich im Praxistest als ähnlich intuitiv und leichtgängig wie beim artverwandten Technics EAH-F70N. Hier ist alles gut durchdacht und funktional angeordnet. Und nach anfänglichem Herantasten findet sich ein jedes Bedienelement dank der Erhöhungen auf den Tasten schon bald wie von selbst.

Da der Hörer aufgrund seiner flexiblen Bauweise zudem individuell an unterschiedlichste Kopfformen angepasst werden kann, saß er auch nach stundenlangem Musikhören noch immer angenehm am Kopf eines jeden Probanden. Dabei übte er allerdings etwas mehr Anpressdruck auf den Kopf aus als der genannte Technics-Hörer und auch als der Beats Studio³ Wireless. Beide Kontrahenten konnten im direkten Vergleich mit dem HD610N über ausgedehnte Hörsessions hinweg mit noch etwas mehr Tragekomfort punkten als der neue Panasonic-Over-Ear.

Weil der Panasonic RP-HD610N dank seiner Akkulaufzeit tatsächlich bis zu 24 Stunden durchhält, mit einer effizienten Quick-Charge-Funktion ausgestattet, zusammenfaltbar und in der mitgelieferten Transportschale verstaubar ist, kann er sich darüber hinaus nicht nur im Alltagsgebrauch, sondern auch durchaus als praktischer Begleiter auf Reisen sehen lassen.

Das dreistufige Active Noise Cancelling war etwa beim von lautem Straßenverkehr begleiteten Spaziergang durch die Stadt oder beim Bahnfahren sehr hilfreich. Denn auf diese Weise ließen sich sämtliche Umgebungsgeräusche effektiv ausblenden, ohne dass man dabei merkbare Einbußen in Sachen Klangqualität hätte hinnehmen müssen. Als äußerst praktisch hat sich hierbei auch der Ambient Sound Enhancer erwiesen ein tolles Feature.

Eine Erwähnung wert sind an dieser Stelle auch die eindeutigen und klar verständlichen Sprachansagen beim Ein- und Ausschalten, zu Akkustand sowie Pairing- und ANC-Status, die mit einer angenehm klingenden weiblichen Stimme auf Englisch vorgetragen werden.

Der HD610N im Klangcheck

Panasonic RP-HD610N
Bei aller Funktionalität überzeugte der Panasonic RP-HD610N auch im Hörtest.

Nach der üblich langen Einbrennphase von etwa 72 Stunden durfte der Panasonic RP-HD610N dann auch in unserem Hörtest ran. Hierzu betrieben wir den Testkandidat mit mobilen Zuspielern wie dem Pioneer XDP-300R, dem Questyle QPM sowie dem iBasso DX200 und iBasso DX220. In Sachen Klangqualität brachte der Hörer hierbei von Beginn an eine überzeugende Vorstellung auf die Bühne.

Dabei lieferte der HD-610N an all diesen DAPs einen transparenten, detaillierten Klang. Zwar spielte er nicht ganz so grundehrlich auf wie der Technics EAH-F70N; erwies sich aufgrund seiner V-förmigen Klang-Signatur etwa ähnlich der des Beoplay H4 von Bang & Olufsen, also mit Betonung der Tiefen und Höhen und einem etwas reduzierten Mittenbereich nicht als derart neutral abgestimmt. Doch schaffte er nichtsdestoweniger ein insgesamt sehr authentisch wirkendes, ausgewogenes Klangbild.

Im Bassbereich gab der Panasonic RP-HD610N etwa den synthetischen Tiefbass in Electro-Tracks wie Trentemøllers „Evil Dub“ sehr präzise und voluminös wieder und verlieh auch Jazz-Stücken mit seiner Kontrabassdarstellung ein sattes Bassfundament. Auch die hohen Töne spielte er detailreich und lässig aus; ließ sich selbst bei tonalen Höhenflügen von Whitney Houston oder Kate Bush keine große Anstrengung anmerken. Ungeachtet seiner Höhen- und Tiefenbetonung konnte der HD610N aber auch mit einer hohen Mittenauflösung punkten; überzeugte beispielweise mit einer detaillierten, griffigen Wiedergabe aller Instrumente in Mumford & Sons‘ „Little Lion Man“.

Für einen geschlossenen Kopfhörer zeigte sich der Testkandidat zudem in der Lage, eine beachtliche Hörbühne zu kreieren, was insbesondere der Wiedergabe klassischer Musik zugutekam. Aber auch im Song „Homeless“ von Paul Simon und Ladysmith Black Mambazo bildete der HD610N sämtliche Stimmen nicht nur außerordentlich sauber ab, sondern stellte sie auch exakt im Stereopanorama ortbar dar. Außerdem meisterte der Over-Ear dynamische ‚Eskapaden‘ wie in Rimsky-Korsakovs „Scheherazade, Symphonic Suite, op. 35 – IV. Allegro molto“ mit Links. Und auch schnell aufeinander folgende Impulse waren für ihn kein Problem, gab er rasante Drumlines oder Saitenanschläge doch schnell und mit hoher Präzision wieder.

Insgesamt wusste der Panasonic RP-HD610N mit seiner Klangsignatur über verschiedenste Musikstile hinweg zu gefallen und machte auch nach stundenlangem Musikhören immer noch Spaß. Wie erwartet, konnte der Over-Ear dabei via Kabel noch mit einem Fünkchen mehr Strahlkraft und Lebendigkeit glänzen als im Bluetooth-Betrieb.

Fazit

Mit seinen beeindruckenden Klang- und guten Trageeigenschaften, der starken Akkuleistung, seinem transportfreundlichen Design, einem effizienten ANC und weiteren praktischen Features wie dem Ambient Sound Enhancer gelang es dem Panasonic RP-HD610N in unserem Test mit Leichtigkeit, uns von sich und seinen Qualitäten zu Überzeugen. Hier bekommt man für rund 300 Euro schon so Einiges geboten sowohl für zu Hause als auch für unterwegs.

STECKBRIEF PANASONIC RP-HD610N

Weitere Informationen

Gewicht 275 g (ohne Kabel)
Preis 299 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip magnetostatisch (1x Neodym-Magnet, 40 mm)
Bauweise geschlossen, Over-Ear
Frequenzgang 4 Hz – 40 kHz
Anschlusskabel Audiokabel (abnehmbar, einseitig geführt, 120 cm)
Stecker 3,5-mm-Miniklinkenstecker (vergoldet)
Adapter USB-Ladekabel (Tyb B, 0,5 m)
Impedanz 38 Ohm
Bluetooth V 4.2
Reichweite störungsfrei bis zu 13 Meter
Audio Codec Qualcomm aptx / Qualcomm aptx HD / LDAC / SBC / AAC
Akkulaufzeit bis zu 24 Stunden (2 Stunden Laufzeit per 15 Minuten Quick Charge)
Akkuladezeit ca. 4 Stunden
Besonderheiten abnehmbares Kabel (einseitig geführt); Schwenk-Falt-Mechanismus; integriertes Mikrofon; Active Noise Cancelling (dreistufig); Hi-Res-Audio-zertifiziert; Quick-Charge-Funktion; Ambient Sound Enhancer; Sprachsteuerung via Google Assistant; Multi-Layer-Film-Membran (MLF) (für eine präzise und lineare Wiedergabe, eine schnelle Reaktion, große Bandbreite und hohe Auflösung); Anti-Vibrations-Wandlerrahmen (reduziert unerwünschte Vibrationen und sorgt für tiefe, voluminöse Bässe und klare Höhen)

ZUBEHÖR
abnehmbares Audiokabel; Flugzeugadapter; USB-Ladekabel; Transportschale

AUFBEWAHRUNG
Transporttasche

BEWERTUNG PANASONIC RP-HD610N

KLANG Punkte
Neutralität (2x) 85
Feinzeichnung (2x) 86
Impulsverhalten 85
Räumlichkeit 85
Dynamikverhalten 84
Basstiefe 84
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 85
Tragekomfort (25%) 81
Verarbeitung (15%) 87
Ausstattung (10%) 86
Testurteil 84,4
Preis-Leistung sehr gut – überragend
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