Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer Beats Studio³ Wireless

beats Sudio³ Wireless

Testsiegel-BEATS STUDIO³ WIRELESSBeats Electronics ist vor allem bekannt durch die beliebten Kopfhörer der Eigenmarke Beats by Dr. Dre, benannt nach dem Firmengründer, dem US-Rapper Dr. Dre. Der Beats Studio³ Wireless ist einer von aktuell vier Bügelkopfhörern im Produktsortiment des US-amerikanischen Audiotechnik-Herstellers, das ansonsten auch In-Ears und Lautsprecher umfasst.

In unserem Klang- und Praxistest – das gleich vorweg – wusste der ohrumschließende Kopfhörer, der zu einem UVP von 349,49 Euro angeboten wird, nicht nur durch das schlicht-elegante Beats-Design zu gefallen.

Lieferumfang und erster Eindruck

Der Beats Studio³ Wireless wird in einem stabilen schwarzen Karton geliefert, der wiederum von einem schlichten weißen Umkarton mit der Abbildung des Kopfhörers in der jeweils gelieferten Farbvariante eingefasst wird. Obenauf in der Box findet man zunächst eine dünne Pappabdeckung mit dem vielverheißenen Slogan „CHANGE THE WAY YOU HEAR SOUND“ vor. Hierunter liegt der schicke Over-Ear selbst, zusammengefaltet im mit dem Beats-Logo versehenen Transportetui. Nimmt man dieses heraus und hebt auch den darunterliegenden ‚doppelten Boden‘, eine weitere hochstabile Kartonabdeckung heraus, gelangt man zur untersten Ebene der Box: Hier liegt das gesamte Zubehör zur Nutzung bereit – ein starker und wertiger Eindruck, den Beats by Dre da schon beim Unboxing des Studio³ Wireless liefert.

Bauweise des Beats Studio³ Wireless

Beats Sudio³ Wireless
Der Beats-Kopfhörer ist in sieben Stufen verstellbar.

Der Beats Studio³ Wireless ist ein zusammenklappbarer, geschlossener Over-Ear-Kopfhörer in schlicht-edlem Design mit Bluetooth und Active Noise Cancelling, der in sage und schreibe zehn unterschiedlichen Farbausführungen erhältlich ist, etwa in verschiedenen Schwarz-Varianten, Grau, Weiß, Rot und – wie unser Testkandidat – in Blau. Alle Farbvariationen verfügen über ein hochwertiges einfarbiges Kunststoffgehäuse, das lediglich durch wenige silberne Kontrastelemente gebrochen wird: auf dem Kopfbügel (Beats-Schriftzug), an den Muschelgelenken (Studio³-Schriftzug auf Edelstahl) und auf den Muschelaußenseiten (Beats-Logo).

Der stabile Kopfbügel ist auf der Unterseite gepolstert und mittels der an den Klappscharnieren ansetzenden Metallschienen in sieben Stufen verstellbar. Die einklappbaren ergonomischen Ohrmuscheln sind leicht in alle Bewegungen beweglich und mit weichen, anschmiegsamen Polstern ausgestattet. Auf der Außenseite der linken Muschel befinden sich der An/Aus-Knopf sowie eine LED-Akkuladestands-Anzeige und der Micro-USB-Anschluss, auf der Außenseite der rechten Muschel zwei Drucktasten zur Musik-, Anruf- und Sprachassistenten-Steuerung sowie ein 3,5-Millimeter-Klinkenanschluss. Über diesen kann der Hörer alternativ auch kabelgebunden mit dem mitgelieferten „RemoteTalk“-Kabel betrieben werden.

Bluetooth, Akku und Funktionalität

Im Beats Studio³ Wireless ist ein starker Lithium-Ionen-Akku verbaut, der es laut Herstellerangaben mit aktivierter „Pure ANC“-Funktion auf bis zu 22 Stunden und ohne ANC-Nutzung auf bis zu 40 Stunden bringt – mehr hierzu im Praxisteil.

Weiter verfügt der Kopfhörer über Bluetooth Klasse 1. Zudem hat Beats den Testkandidaten, wie alle seine anderen aktuellen Kopfhörer, mit dem von Apple entwickelten W1-Chip ausgestattet, was das Koppeln mit aktuellen Apple-Geräten ähnlich schnell gestaltet, wie es bei Android und NFC der Fall ist.

Mittels der adaptiven Noise-Cancelling-Technologie „Pure ANC“ werden Außengeräusche kontinuierlich in Echtzeit erfasst und ausgeblendet; immer gerade mit dem Maß an Außendämpfung, das im jeweiligen Moment nötig ist.

Der drahtlose Kopfhörer von Beats in der Praxis

Beats Sudio³ Wireless
Der Beats Sudio³ Wireless im gefalteten Zustand

Der Testkandidat ist mit 259 Gramm Eigengewicht ohne Kabel noch einmal deutlich leichter als der 388 Gramm schwere Neumann NDH 20 und selbst als der 1MORE Triple Driver H1707 und der Technics EAH-F70N, die beide mit knapp 300 Gramm zu Buche schlagen. Die Muscheln des Beats Studio³ Wireless übten im Test allerdings etwas mehr Anpressdruck auf den Kopf aus als die der genannten Mitbewerber. Und so saß der Beats-Hörer zwar bei allen Testpersonen auch auf Dauer recht angenehm, kam aber an den hohen Tragekomfort etwa des Technics oder den federleichten Sitz des 1MORE-Over-Ears nicht ganz heran.

Vollends überzeugte uns im praktischen Gebrauch wiederum die einfache und leichtgängige Bedienbarkeit des Beats Studio³ Wireless, sowohl mittels der an der rechten Ohrmuschel angebrachten Druckknöpfe als auch mit der im optionalen Anschlusskabel verbauten Fernbedienung. Die kinderleichte Bluetooth-Verbindung durch sehr schnelles Pairing – insbesondere mit Apple-Geräten – sowie die automatische Kopplung mit dem zuletzt verbundenen Zuspielgerät und eine Bluetooth-Reichweite von mindestens 20 Metern ohne Hindernisse sprechen ebenso für den Testkandidaten.

Auch seine Akkuleistung kann sich wirklich sehen lassen: Bei uns schaffte der Beats Studio³ Wireless bei ausgeschaltetem ANC sogar etwas mehr als die von Beats prophezeihten 40 Stunden Spielzeit. Mit ANC schaffte er es je nach Lautstärke und verwendetem Zuspieler mal etwas näher, mal etwas weniger nah an die Herstellerangabe heran, für knappe 18 Stunden reichte es jedoch in jedem Fall – auch schon ein wirklich guter Wert. Äußerst praktisch ist außerdem die schnelle Ladezeit von nur knapp 1,5 Stunden sowie die „Fast Fuel“-Funktion, bei der mit zehn Minuten Aufladen ganze drei Stunden Spielzeit möglich sind.

Beats Sudio³ Wireless
Äußerst praktisch: das mitgelieferte Transportetui

Außerdem hervorzuheben ist die effiziente Geräuschunterdrückung, die zwar ’nur‘ an- oder ausgeschaltet werden kann, aber durch ihr adaptives System in ihrer Effizienz dennoch zum Beispiel dem dreistufigen Hybrid-Noise-Cancelling des Technics EAH-F70N ebenbürtig ist, wie sich in der Bahn und auch im Straßenverkehr herausstellte. Auch das zusammenklappbare Design und die stabile Transportschale machten sich hierbei sehr gut.

Und auch die Telefonie klappte mit dem Beats Studio³ Wireless einwandfrei, das integrierte Mikrofon erwies uns im Test gute Dienste: Die Gesprächspartner auf beiden Seiten verstanden sich völlig problemlos – bei guter Tonqualität und ohne lästige Nebengeräusche.

Ein echter Lifestyle-Kopfhörer also, der sich nahezu in jeder Alltagssituation gut macht. Lediglich die Sprachansagen, wie sie etwa der Technics EAH-F70N ausgibt, vermisst man beim Beats-Hörer. Er setzt stattdessen auf Signaltöne, die noch dazu insgesamt spärlicher, das heißt nicht bei gefühlt jeder Aktion, ausgespielt werden.

Der Klang des Beats-Over-Ears

Beats Sudio³ Wireless
Blick auf die Anschlüsse des Beats Sudio³ Wireless

Wie jedem anderen Kopfhörer, erstatteten wir auch dem Beats Studio³ Wireless zunächst eine angemessen lange Einbrennphase von etwa 72 Stunden, bevor er im Klangtest zeigen durfte, was er draufhat. Auch hierbei kamen wieder mobile Zuspieler wie der Pioneer XDP-300R und unser Referenz-DAP, der iBasso DX200 zum Einsatz. Außerdem betrieben wir den auf Apple-Produkte ausgelegten Hörer auch mit dem iPhone SE und dem MacBook Pro. Hüben wie drüben hing sich der Beats Studio³ Wireless dabei ordentlich rein und legte an allen Geräten eine sehr hohe Klangqualität an den Tag. Im Detail stellte sich das Ganze in unserem Hörtest wie folgt dar:

An allen Geräten war eine leichte Bassanhebung hörbar – typisch Beats eben. Diese störte das Klangbild aber keineswegs, sondern klang – natürlich ein wenig zulasten der Neutralität – insgesamt angenehm warm. Dabei kam der Over-Ear aus dem Hause Beats im Electro-Track „Everything Connected“ von Jon Hopkins ähnlich tief wie der Technics EAH-F70N, spielte den synthetischen Tiefbass hier knackig und voluminös aus. Und auch den Titel „Anger“ von Faray gab der Beats druckvoll und mit ordentlich Power wieder; der Track schien dem Hörer wie auf den Leib geschnitten und hat uns im Soundcheck selten so viel Spaß bereitet.

Außerdem wusste der Testkandidat mit griffigen Mitten zu gefallen, was sich beispielsweise in modernen Jazz-Stücken wie Max.Babs „Tricycle“ oder der körperhaften Wiedergabe des Vibraphons im Jazz-Klassiker „High Life“ von Arne Domnérus niederschlug. Die Höhen, etwa in den stimmlich besonders hoch gesungenen Passagen im Norah-Jones-Song „Don’t Know Why“ oder Marvin Gayes „Let’s Get it On“ gab der Beats Studio³ Wireless indes nicht ganz so kristallklar und luftig wieder wie der Technics EAH-F70N, aber dennoch sauber und detailreich.

Beats Sudio³ Wireless
Sudio³ Wireless – top in Klang, Komfort und Design

Auch in Sachen Hörbühne braucht sich der Beats Studio³ Wireless keinesfalls zu verstecken, überzeugte er im Hörtest, etwa bei Rimsky-Korsakovs „Scheherazade, Symphonic Suite, op. 35 – IV. Allegro molto“, doch mit einer Weiträumigkeit und Plastizität, die für einen geschlossenen Kopfhörer schon beachtlich ist. Bei Marvin Gayes Song „What’s Going On“ waren zudem alle Instrumente und Stimmen exakt im Stereopanorama ortbar, so auch sämtliche Stimmen in „Homeless“ von Paul Simon und Ladysmith Black Mambazo.

Darüber hinaus zeigte der Beats Studio³ Wireless uns im Test auch seine Qualitäten hinsichtlich Dynamik- und Impulsverhalten auf: Selbst dynamisch hochanspruchsvolle Stücke wie die „Scheherazade“ sowie explosive und unterschiedlich harte Impulse wie in der Drumline des Rocksongs „Archers“ von Brand New stellten für den Testkandidaten keine größere Herausforderung dar.

Insgesamt zeichnete der ANC-Kopfhörer von Beats bei alldem – ungeachtet der leicht warm ausfallenden Grundabstimmung – ein ausgesprochen rundes, ausgewogenes Klangbild. Dabei klang er  im Kabelbetrieb erwartungsgemäß noch etwas strahlender; hatte noch ein wenig mehr Charakter als über Bluetooth. Da war es schon eine echte Freude, sich mit dem Studio³ Wireless auch mehrere Stunden lang quer durch alle möglichen Musikrichtungen zu hören.

Fazit

Mit dem Beats Studio³ Wireless haben Dr. Dre und Konsorten einen klasse Kopfhörer geschaffen, der in unserem Klang- und Praxistest ordentlich geklotzt hat statt zu kleckern: einen hochwertig verarbeiteten und designtechnisch ansprechenden Noise-Cancelling-Kopfhörer mit sinnvoller Ausstattung. Die exzellente Klangqualität, die hervorragende Konnektivität und der hohe Tragekomfort passen ins Bild – und lassen nur wenig Raum für Kritik.

STECKBRIEF BEATS STUDIO3 WIRELESS

Weitere Informationen

Gewicht 259 g
Preis  349,95 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip dynamisch
Bauweise geschlossen, Over-Ear
Anschlusskabel ja (1,30 Meter; einseitig geführt; abnehmbar)
Stecker 3,5 mm Klinke
Adapter USB-Ladekabel (USB-A auf Micro-USB, Typ B)
Impedanz 136 Ohm
Bluetooth Klasse 1
Reichweite > 20 Meter
Audio Codec k. A.
Akkulaufzeit bis zu 22 Stunden (mit ausgeschalteter „Pure ANC“-Funktion bis zu 40 Stunden)
Akkuladezeit knapp 1,5 Stunden
Besonderheiten zusammenklappbar; integriertes Mikrofon; adaptive Noise-Cancelling-Technologie (Pure ANC); Energiesparmodus; „Fast Fuel“-Funktion (10 Min. laden = 3 Std. Spielzeit); Audio-Kalibrierung in Echtzeit; iOS-kompatibel; Apple W1-Chip; Sprachassistent (Siri)

ZUBEHÖR
USB-Ladekabel, 3,5-mm-„RemoteTalk“-Kabel mit integrierter Fernbedienung, Karabinerhaken, Bedienungsanleitung

AUFBEWAHRUNG
Transportschale

BEWERTUNG BEATS STUDIO3 WIRELESS

KLANG Punkte
Neutralität (2x) 84
Feinzeichnung (2x) 86
Impulsverhalten 85
Räumlichkeit 84
Dynamikverhalten 84
Basstiefe 86
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 85
Tragekomfort (25%) 83
Verarbeitung (15%) 85
Ausstattung (10%) 85
Testurteil 84,5
Preis-Leistung sehr gut
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