Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen

Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen Matte Black

Testsiegel-BANG & OLUFSEN BEOPLAY H4 2ND GENMit dem Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen hat der dänische Unterhaltungselektronik-Hersteller jüngst den Nachfolger seines Einsteiger-Kopfhörers Beoplay H4 auf den Markt gebracht. Der ohrumschließende Bluetooth-Kopfhörer kommt in einem ähnlichen Design wie sein Vorgänger, mit kleineren äußerlichen wie technischen Upgrades. So ist er zum Beispiel mit Voice Assistant und einer verbesserten Anrufqualität ausgestattet.

Der Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen ist in den Farbvarianten Limestone und Matte Black zu einem Preis von knapp 300 Euro erhältlich. In unserem Hör- und Praxistest durfte sich der Bluetooth-Over-Ear-Kopfhörer insbesondere von seiner besten musikalischen Seite zeigen.

Bauweise des Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen

Der Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen verfügt nicht nur fast eins zu eins über dasselbe, edel anmutende Design wie sein Vorgänger, sondern besteht, wie dieser auch, durchweg aus hochwertigen Materialien wie Leder, Aluminium und Stahl. Auch beim Testkandidat sind lediglich die Kopfhörermuscheln aus Kunststoff gefertigt, um ein leichteres Gewicht zu erreichen. Die Alu-Muschelabdeckungen wirken dabei beim neuen Modell mit ihrem matt-anthrazitfarben schimmernden Design (Farbvariante Matte Black) und eingefasst von einem silbern glänzenden Kontraststreifen ringsum noch ein Stück edler als die des ersten Beoplay H4.

Der Schwenkmechanismus der Kopfhörermuscheln hinterlässt einmal mehr den Eindruck, als wären die Muscheln nur an einem Punkt mit dem Kopfbügel verbunden, der sich wiederum mittels eines stufenlosen Schiebemechanismus feinjustierten lässt. Außerdem ist der Kopfbügel mit Leder überzogen und genauso gut gepolstert wie der des Vorgänger-Modells. Das textilummantelte Audiokabel, das die Kopfhörermuscheln des Beoplay H4 2nd Gen über den Kopfbügel miteinander verbindet, profitiert nun von einer weniger sichtbaren und robusteren, am Muscheleingang verstärkten Kabelführung.

Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen
Der Beoplay H4 2nd Gen in der Farbe Matte Black…

Der Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen verfügt an der rechten Muschel im Gegensatz zu seinem Vorgänger über die vom Vorgänger-Modell hinaus bekannten Steuerelemente hinaus und den Aux-Eingang, an den das mitgelieferte 3,5-Millimeter-Klinkenkabel angeschlossen wird, außerdem über einen USB-C-Ladeanschluss sowie einen separaten On/Off- und zugleich für die Bluetooth-Connection zuständigen Schieberegler. An der linken Ohrmuschel ist zusätzlich ein spezieller Knopf zur Steuerung des Google Assistant hinzugekommen. Zur Verbesserung der Qualität von Sprachanrufen wurde ein zusätzliches Mikrofon in optimalem Abstand und Winkel angebracht. Und im Innern des neuen Modells verrichten, wie schon beim ersten Beoplay H4 zuvor, dynamische 40-Millimeter-Treiber ihren Dienst.

Bluetooth, Akku und Funktionalität

Der Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen ist mit Bluetooth 4.2 ausgestattet und arbeitet mit den Audio-Codecs Qualcomm aptX LL, CvC, AAC und SBC. Außerdem verfügt der Kopfhörer über einen Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 600 mAh, die für eine kabellose Musikwiedergabe mit Bluetooth von bis zu 19 Stunden ausreicht. Diese Herstellerangaben decken sich auch ziemlich genau mit den von uns im Praxistest gemachten Erfahrungen. Ebenso konnten wir uns auch von der raschen Wiederaufladedauer von circa 2,5 Stunden über das mitgelieferte USB-C-Ladekabel überzeugen.

Zu den neuen Funktionen des Beoplay H4 2nd Gen gehört seine Kompatibilität mit dem Google Assistant, für den er optimiert ist. So lässt sich per simplem Knopfdruck auf die neu hinzugekommene Steuerungstaste über den Sprachassistent beispielsweise blitzschnell der aktuelle Wetterbericht abrufen.

Der Beoplay H4 2nd Gen in der Praxis

Zwar kann sich der Nutzer des neuen Beoplay H4 also mit dem Google Assistant unterhalten, im Gegensatz etwa zum Sony WH-1000XM3 gibt sich der Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen mit verhältnismäßig wenigen Tonsignalen ziemlich stumm. Sprachansagen, beispielsweise zur Bluetooth-Connection, fehlen beim Testkandidat gänzlich.

Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen Limestone
… und in der Farbvariante Limestone

Abgesehen davon ließ der Hörer in unserem Praxistest auch in Sachen Benutzerfreundlichkeit keine Wünsche offen: Alle an den Muscheln angebrachten Tasten sowie auch der neu hinzugekommene Bluetooth-Schieberegler waren intuitiv auffindbar und leicht zu bedienen, sodass sich sämtliche Steuerungsbefehle, wie zum Beispiel Play/Pause, Vor- und Zurückspulen und nicht zuletzt auch das Aufrufen des Google Assistant, leicht an den Hörer weitergeben ließen. Und auch das Telefonieren gelang mit dem Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen spielend leicht auf Knopfdruck am Hörer. Lediglich ein wenig dumpf klang das Ganze, was einer durchweg klaren Verständlichkeit auf beiden Seiten aber keinesfalls im Wege stand.

In puncto Tragekomfort ist der Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen uneingeschränkt spitze, sitzt der ohrumschließende Drahtlos-Kopfhörer dank seiner leichten Bauweise und der sehr angenehm weichen Muschelpolster und guten Bügelpolsterung doch auch nach mehreren Stunden Musikhören noch angenehm leicht am Kopf, ohne allzu großen Druck auf die Ohren auszuüben.

Die problemlose Telefonie, die ordentliche Akkulaufzeit sowie der Drahtlos-Betrieb via Bluetooth und auch der langfristig hohe Tragekomfort sprechen alle dafür, den Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen auch als Kopfhörer für unterwegs zu nutzen. Einen Wermutstropfen muss man dabei jedoch in Kauf nehmen: Außer dem zweifelsohne stabilen, allerdings natürlich auch ziemlich sperrigen Karton, in dem der Hörer geliefert wird, bietet der Lieferumfang keinerlei sonstige Aufbewahrungs- oder Transportmöglichkeiten. Obendrein sind die Ohrmuscheln nicht einklappbar, was dem Hörer immerhin etwas mehr Schutz böte. Abhilfe hierfür schaffen wiederum auf der Herstellerseite separat erhältliche Kopfhörerbeutel- und Taschen, die dort ab 49 Euro aufwärts erhältlich sind.

Die zweite H4-Generation im Hörtest

Wie jedem anderen Kopfhörer, erstatteten wir auch dem Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen zunächst eine angemessen lange Einbrennphase von etwa 72 Stunden, bevor er uns in unserem Hörtest auch seine klangtechnischen Qualitäten präsentieren durfte. Wie gewohnt, betrieben wir den dänischen Over-Ear zu diesem Zweck mit ausgewählten Digital Audio Playern, um uns einen möglichst genauen Eindruck von seinem Klang verschaffen zu können. Hierbei kamen etwa DAPs wie der FiiO M7 und der Pioneer XDP-300R und natürlich auch Spitzen-Modelle wie der iBasso DX220 und Questyle QPM zum Einsatz. An diesen mobilen Zuspielern legte der Testkandidat folgendes Klangbild an den Tag:

Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen Kabelführung
Die optimierte Kabelführung

Musik diverser Genres legte die vom Vorgänger-Modell bekannte „V-förmige“ Klang-Signatur mit leicht betonten Bässen und Höhen des Beoplay H4 2nd Gen offen: Dabei ging der Bass beim Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen zwar nicht so tief runter und zeigte sich auch nicht ganz so exakt konturiert wie zum Beispiel beim Sony WH-1000XM3 oder beim Technics EAH-F70N, kam dafür aber sehr druckvoll. Songs wie „No Sanctuary Here“ von Marian Herzog feat. Chris Jones oder auch Titel mit knackigem elektronischen Tiefbass klangen mit dem Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen beispielsweise sehr gut. Auch Jazzstücke mit Kontrabass, beispielsweise „The Kicker“ von Jeff Goldblum & The Mildred Snitzer Orchestra, haben vom neuen Bang & Olufsen-Hörer ein solides Bassfundament mit auf den Weg bekommen.

Auch die Höhen kamen mit dem Beoplay H4 2nd Gen sehr deutlich und fein rüber. Bei höheren Pegeln machten sich hierbei allerdings mitunter auch leichte Schärfen bemerkbar. So hatte der Testkandidat etwa mit den Stimmen von Norah Jones oder Silvia Droste und auch zum Beispiel mit dem Saxophon-Solo in Foreigners „Urgent“ schon ein wenig zu kämpfen, klang hierbei insgesamt aber immer noch angenehm. Bei den Mitten wiederum übte sich der geschlossene Over-Ear vergleichsweise ein wenig in Zurückhaltung. Auch hier konnte der Beoplay H4 2nd Gen zwar mit einer guten Feinauflösung aufwarten, bei manchen Jazz-Stücken mangelte es den Instrumenten in entsprechenden Passagen jedoch ein wenig an Körperhaftigkeit.

Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen Limestone Google Assistant Button
Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen – neu hinzugekommen: der Google-Assistant-Button

In Sachen Räumlichkeit konnte der Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen ebenfalls überzeugen, reichte aber bei der plastischen Darstellung der Hörbühne nicht ganz an die Qualitäten einiger Mitbewerber wie zum Beispiel die des Sony WH-1000XM3, des Panasonic RP-HD610N, des Beats Studio 3 Wireless oder des Technics EAH-F70N heran. Auch hinsichtlich der Dynamik gab sich der Testkandidat zwar keinerlei Blöße, hatte aber auch in dieser Disziplin gegenüber den Mitbewerbern leicht das Nachsehen. In Stücken wie Avishai Cohens „Arvoles“ befand er sich mit diesen wiederum in etwa auf einem Level, was die Impulstreue angeht, gab er die gezupften Saitenanschläge hierbei doch blitzschnell, sehr sauber und detailgetreu wieder. Auch mit anspruchsvollen Drum-Lines aus dem Rockbereich, so etwa in Brand News Song „Archers“ hatte der H4 2nd Gen keinerlei Probleme.

Wie schon das Vorgänger-Modell, konnte uns der Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen im Hörtest schon über Bluetooth mit großer Spielfreude quer durch verschiedene Musikgenres überzeugen ein wenig gesteigert und strahlender sogar noch im Kabelbetrieb.

Fazit

Der Bang & Olufsen Beoplay H4 2nd Gen wirkt von außen betrachtet noch einmal etwas gefälliger als sein Vorgänger. Er punktet zudem mit einem angenehmen Klangbild und langfristig hohen Tragekomfort. Die fehlende Transportmöglichkeit dagegen ist ein klares Manko, das auch schon vom Beoplay H4 bekannt war. Dieses machen allerdings seine erweiterte Funktionalität, unter anderem durch den integrierten Google Assistant, sowie das Upgrade auf den USB-C-Standard wieder wett – alles in allem also eine durchaus gelungene Neuauflage.

STECKBRIEF BANG & OLUFSEN BEOPLAY H4 2ND GEN

Weitere Informationen

Gewicht 244 g (ohne Kabel) / 277 g (mit Kabel)
Preis 300 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip dynamisch (1x elektrodynamischer Treiber, 40 mm)
Bauweise geschlossen, Over-Ear
Frequenzgang 20 Hz – 22 kHz
Anschlusskabel Audiokabel (abnehmbar, einseitig geführt, 120 cm)
Stecker 3,5-mm-Miniklinkenstecker (vergoldet)
Adapter USB-Ladekabel (Tyb C)
Impedanz 20 Ohm
Bluetooth V 4.2
Reichweite bis zu 10 Meter
Audio Codec Qualcomm aptX LL, CvC, AAC,SBC
Akkulaufzeit bis zu 19 Stunden
Akkuladezeit ca. 2,5 Stunden
Besonderheiten abnehmbares Kabel (einseitig geführt); Schwenk-Mechanismus; integriertes omnidirektionales Mikrofon; Sprachsteuerung via Google Assistant; Kompatibel mit der Bang & Olufsen App

ZUBEHÖR
abnehmbares Audiokabel; USB-C-Ladekabel; Quick Start Guide

AUFBEWAHRUNG
Karton

BEWERTUNG BANG & OLUFSEN BEOPLAY H4 2ND GEN

KLANG Punkte
Neutralität (2x) 76
Feinzeichnung (2x) 80
Impulsverhalten 83
Räumlichkeit 78
Dynamikverhalten 78
Basstiefe 80
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 79
Tragekomfort (25%) 79
Verarbeitung (15%) 80
Ausstattung (10%) 75
Testurteil 78,8
Preis-Leistung sehr gut
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