Bluetooth Kopfhörer Beoplay H4 von Bang & Olufsen

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Beoplay H4

Testsiegel Beoplay H4Der Beoplay H4 ist der Einsteiger-Kopfhörer der Bang & Olufsen-Tochter B&O Play und will in Sachen Klang, Optik und Komfort keine Kompromisse eingehen.

Beim Design des Bluetooth Over Ear Kopfhörers, der im Gegensatz zu den größeren Modellen nicht mit Active Noise Cancelling kommt, wurde wie bei den Beoplay-Produkten üblich, sehr viel getüftelt. Der Beoplay H4 wirkt wie ein sehr stylisches Lifestyle-Produkt , die sieben verschiedenen Trendfarben, in denen der Kopfhörer erhältlich ist, sprechen ebenfalls für das „Sehen-und-gesehen-werden“-Prinzip. Dabei sollte man sich aber vom schönen Schein nicht täuschen lassen – hier steckt auch was dahinter.

Aufbau und Ausstattung

Der Beoplay H4 ist aus hochwertigen Materialien wie Lammleder, Aluminium und Stahl gefertigt, um ein zu hohes Gewicht zu vermeiden, bestehen die Kopfhörermuscheln aber aus Kunststoff. Der Schwenkmechanismus der Kopfhörermuscheln erweckt den Anschein, als wären die Muscheln nur an einem kleinen Punkt überhaupt mit dem Kopfbügel verbunden. Verstellt wird der Beoplay H4 stufenlos durch einen Schiebemechanismus. Der Kopfbügel ist durchgehend mit an Tweet erinnernden Stoff überzogen und gut gepolstert. Auch das Kabel, das die Kopfhörermuscheln des Beoplay H4 über den Kopfbügel miteinander verbindet, ist textilummantelt.

Beoplay H4
DIe Kopfhörermuschel-Rückplatte des Beoplay H4 ist aus Aluminium gefertigt.

Im Inneren des Beoplay H4 werkelt ein branchenüblicher dynamischer Treiber mit 40 Millimeter Membrandurchmesser. Der Beoplay H4 verfügt über einen Aux-Eingang, an den das mitgelieferte 3,5 mm Klinkenkabel angeschlossen wird. So kann auch bei leerem Akku der Musikgenuss weitergehen, und auch Klangpuristen, die den Kabelklang bevorzugen, kommen so auf ihre Kosten. Apropos Akku: Dieser hält laut Hersteller bis zu 19 Stunden bei Nutzung des Beoplay H4 moderater Lautstärke, im Testzeitraum können wir diese Einschätzung als realistisch einstufen. In 2,5 Stunden ist der Akku über das mitgelieferte Mikro-USB-Kabel voll aufgeladen. Durch die lange Akkulaufzeit scheint der Beoplay H4 für reisen perfekt geeignet zu sein, und hier kommt das einzige Manko zum Tragen: Außer dem schmucken, aber sperrigen Karton, in dem der Beoplay H4 geliefert wird, gibt es keine Aufbewahrungsmöglichkeit im Lieferumfang. Zudem lassen sich die Kopfhörermuscheln auch nicht einklappen, was dem Kopfhörer etwas mehr Schutz bieten würde. Auf der Herstellerseite bietet B&O Play allerdings separat erhältliche Kopfhörerbeutel- und Taschen an (Start bei 49 Euro).

Bluetooth

Beoplay H4
Die Kopfhörerseiten des Beoplay H4 sind gut sichtbar auf der Innenseite markiert.

Mit Bluetooth 4.2 und AAC-Codec ist der Beoplay H4 mit dem neuesten Bluetooth-Standard ausgestattet und kann in Kopplung mit iOS-Geräten beispielsweise bei über iTunes gekaufte Dateien nahezu verlustfrei übertragen. Aber auch über Android-Geräte ist die Übertragung sehr gut. Die Reichweite beträgt die branchenüblichen 15 Meter ohne Stottern, die Verbindung ist sehr stabil und hatte im gesamten testzeitraum keine Aussetzer. Das Pairing funktioniert simpel, der Beoplay H4 merkt sich die letzten 8 Geräte, mit denen er gekoppelt war.

Praxis und Personalisierung

Mit seinen Lammleder- und Stoffummantelten Polsterungen ist der Beoplay H4 ein überaus bequemer und gut sitzender Kopfhörer, der auch über lange Hörsessions niemals stört. Der Anpressdruck an den Kopf ist nicht zu fest, als Sportkopfhörer ist er also weniger geeignet. Durch den stufenlosen Verstellmechanismus lässt er sich jederzeit simpel justieren. Die Abschirmung von Außengeräuschen ist gut. Die Bedienelemente, eine Multifunktionstaste für Play/Pause/Skippen sowie zwei Lautstärketasten, sitzen auf der Unterseite der rechten Kopfhörermuschel und sind dank eines Tastpunktes auf der mittleren Taste leicht auseinanderzuhalten und zu bedienen. Mit der „Tonetouch“-Funktion der Beoplay-App, die für iOS- und Android-Geräte kostenlos erhältlich ist, kann man den Klang des Beoplay H4 personalisieren. Neben vier Presets lassen sich dort auch eigene Präferenzen abspeichern. „Tonetouch“ ist dabei ein intuitiv bedienbarere, benutzerfreundlicher Equalizer, bei dem man vor allem Bässe und höhen nach Bedarf anheben oder absenken kann.

Beoplay H4
Die Bedienelemente des Beoplay H4 sitzen benesowie die der Aux-Input und die Mikro-USB-Buchse zum Aufladen des Akkus auf der Unterseite der rechten Kopfhörermuschel.

Klang

Gefüttert mit Musik aus den verschiedensten Genres offenbarte der Beoplay H4 eine „V-Förmige“ Klang-Signatur mit leicht betonten Bässen und Höhen. Dabei wurde der Bass aber nicht in Gänze extrem angehoben, sondern besaß vor allem einen überaus kräftigen Tiefbass, der etwa bei Bassdrumschlägen oder Kontrabässen sehr prägnant durchschlug. Die Mitten kamen klar, wenn gleich etwas dezent, was sich teilweise in der Gesangsstimmdosierung wiederspiegelte, etwa in Fleetwood Macs „Go your own way“, in dem Lindsay Buckinghams Tenor mit dem Beoplay H4 etwas weniger Präsenz bekam, als man es gewohnt ist. Die Höhen kamen sehr brillant und strahlend, in einem Ausmaß, dass es bei höheren Lautstärken schon teilweise leicht spitz wurde. Bei moderater Lautstärke hingegen klangen die hohen Frequenzen über den Beoplay H4 einfach nur sehr fein. Wer etwas lauter hören möchte, hat zudem die Möglichkeit, via App einfach den Klang des Beoplay H4 etwas wärmer zu gestalten. Die räumliche Wiedergabe war sehr plastisch ausgeprägt, das kreisende Stimmsample in Daft Punks „Daftendirect“ ließ sich immer klar orten. Impulsverhalten und Auflösung waren ausgezeichnet. Jede Ebene des dichten Arrangements von Talk Talks „Happiness is Easy“ kam überaus glasklar voneinander getrennt, jeder schnelle Impuls, ob die hektisch gezupfte Akustikgitarre, das ziselierende Schlagzeug oder die schnelle E-Basslinie, wurde vom Beoplay H4 sauber und blitzschnell wiedergegeben. Der Beoplay H4 zeigte sich als sehr spielfreudiger Kopfhörer, dem basslastige Elektro-Kracher genauso liegen wie Hi-Res-Jazzaufnahmen.
Die Gesprächsqualität beim Telefonieren war auf beiden Seiten sehr gut.

Fazit

Der Beoplay H4 ist nicht nur ein Kopfhörer für Modebewusste, sondern auch wirklich etwas fürs Ohr. Durch die Personalisierungsoptionen lässt sich der Klang noch den eigenen Präferenzen anpassen, so dass Freunde extremer Bässe oder eines sehr hellen Klangs noch nachjustieren können. Einzig die fehlende Transportmöglichkeit ist ein kleiner Wermutstropfen, dafür ist die lange Akkulaufzeit erfreulich und die Bluetooth-Übertragung exzellent.

STECKBRIEF BEOPLAY H4

Weitere Informationen

Gewicht 235 g
Preis 299 €

BAUWEISE/AUSSTATTUNG
Wandlerprinzip 40 mm dynamischer Treiber
Bauweise geschlossen, Over-Ear
Anschlusskabel 1,25 m Kabel, 3,5 mm Klinkenanschluss
Impedanz k.A.
Bluetooth 4.2 (AAC)
Akkulaufzeit bis 19 Stunden
Akkuladezeit ~ 2,5 Stunden
Reichweite bis 15 Meter
Aufbewahrung Karton
Besonderheiten 8 Geräte speicherbar, Freisprechfunktion, Beoplay App
Zubehör USB-Kabel

BEWERTUNG BEOPLAY H4

KLANG Punkte
Neutralität (2x) 73
Feinzeichnung (2x) 76
Impulsverhalten 78
Räumlichkeit 76
Dynamikverhalten 74
Basstiefe 78
TESTERGEBNIS
Klangqualität (50%) 76
Tragekomfort (25%) 78
Verarbeitung (15%) 78
Ausstattung (10%) 73
Testurteil 76,0
Preis-Leistung sehr gut
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