Alec Benjamin – These Two Windows

Der 26-jährige amerikanische Singer/Songwriter Alec Benjamin aus Phoenix, Arizona gilt seit seinem 2018er Album „Narrated for You“ und der Single „Let Me Down Slowly“ als erfolgreicher Streaming-Künstler, der sich eine eigene Gefolgschaft aufgebaut hat. Während die beiden ersten Alben zunächst als ‚Mixtape‘ vom Künstler selbst veröffentlicht wurden, ist mit „These Two Windows“ nun ein ‚regulär‘ auf einem Mainstream-Label (Atlantic Records) veröffentlichtes Album von Alec Benjamin erschienen. 

Alec Benjamin steht für soften Songwriter-Pop

Der erste Song „Mind Is a Prison“ liefert eine typische softe Midtempo-Pop-Nummer mit eingängigem Refrain und pointiert unterstützender Bassmelodie. Darüber singt Alec Benjamin mit seiner sanften, fast feminin klingenden Stimme. In „Demons“ – ruhig und trotzdem beschwingt gehalten – erzählt der Sänger in Kurzgeschichtenform von innerer Zerrissenheit und Stimmungsschwankungen. Die gelungene Gesangsrhythmik unterstreicht die unaufdringlich einprägsamen Pop-Ambitionen des Musikers. „Oh My God“ klingt betont zeitgemäßer produziert, mit Vocoder-Hintergrundfläche unter dem Refrain-Gesang.

Unaufdringliche Melodien mit kleinen Erzählungen

„The Book of You & I“ wirkt wie eine gelungene Sommerballade, mit dezenten Streichern und Akustikgitarren-Zupfpattern. Auch hier erzählt Alec Benjamin im Rahmen des Pop-Formats eine Beziehungsgeschichte – das geht über die bei Chart-Produktionen oft abstrakten, eher zusammenhanglosen Gefühlsbekundungen hinaus – ein Höhepunkt. „Jesus in LA“ ist eine dezente Uptempo-Nummer, textlich ambivalent über die vergebliche Suche nach Erleuchtung. Im flotten „I’m Not a Cynic“ sieht sich der Sänger als Realist, der seinem Tag nichts abgewinnen kann und sich gegen die Annahme verwehrt, er sei schlicht ein Zyniker und Pessimist. Der Text ist sprachlich und rhythmisch für einen Popsong anspruchsvoll gelöst. Mit „Alamo“ bietet Alec Benjamin ebenfalls eine Uptempo-Nummer mit gängigen Akkordfolgen, die gut ins Formatradio-Programm passt. 

These Two Windows: Sanfter Klang, eher laut

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Alec Benjamin (Copyright: Alex Stoddard)

Die zehn Songs stellen mit knapp 30 Minuten Spielzeit eher eine EP als ein Album dar. Klanglich sind die Stücke weitgehend ruhig arrangiert, was sie grundsätzlich zugänglich macht. Lediglich das abschließende „Just Like You“ ist im Gesang etwas aggressiver dargeboten. Trotz der vermeintlichen ‚Laufruhe‘ sind die anderen Songs recht stark komprimiert, was die Feindynamik eindampft und beim Hören vergleichsweise schnell ermüdet. Auch das betonte Hochmittenspektrum strengt leicht an. Bei dezenter Lautstärke lässt sich das Album hingegen gut im Hintergrund durchhören. „These Two Windows“ enthält fast durchweg eingängiges Material, auch wenn teilweise oft verwendete Harmoniefolgen auftauchen. Die Möglichkeit, besonders poplastige Stücke mit textlich gelungenen Erzählungen zu kombinieren, erscheint eine Ausnahme im Chart-Bereich, die Alec Benjamin weiterhin Erfolg bescheren dürfte.

BEWERTUNG ALEC BENJAMIN – THESE TWO WINDOWS

TESTERGEBNIS Punkte
Musik 7
Klang 6
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